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Thermodynamik und allgemeine Bioenergetik
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Erster Hauptsatz der Thermodynamik:
Die Energie desUniversums ist konstant.
Innere Energie.
Energie kann weder erzeugt noch vernich-tet werden. Während eines physikalischen oder chemischenVorganges kann ein System Energie an die Umgebung ab-geben oder von ihr aufnehmen. Dabei muss jede Änderungder Energie des Systems von einer entsprechend entgegen-gesetzten Änderung des Energiegehaltes des Universumsausgeglichen werden. Die
innere Energie
eines Systems verändert sich (
U), wenn es aus seiner Umgebung Energieaufnimmt oder an die Umgebung abgibt. Dies kann entwe-der durch Wärmeaustausch (
Q) erfolgen oder dadurch,dass das System Arbeit leistet bzw. Arbeit am System geleis-tet wird (
A). Es ist üblich, den Energiefluss vom Systemaus zu betrachten. Die Leistung von Arbeit bzw. die Abgabe von Wärme wird dabei mit negativem, die Aufnahme vonArbeit bzw. von Wärme mit positivem Vorzeichen verse-hen. Entsprechend gilt(1)
Reaktionsenthalpie.
Nach dem 1. Hauptsatz der Thermo-dynamik muss eine Verringerung des Energiegehaltes kom-plizierter organischer Moleküle bei deren Oxidation zueinfachen Verbindungen mit der Freisetzung von Energieeinhergehen. Dabei muss die in Form von Wärme bzw. Ar-beit abgegebene Energiemenge der Abnahme der innerenEnergie der oxidierten Substanzen entsprechen. Die
Reak-tionsenthalpie(ΔH)
gibt an, wie viel Reaktionswärme un-ter isobaren Bedingungen bei einer Reaktion frei wird oderzugeführt werden muss. Ist die Reaktionsenthalpie negativ(
H < 0), so bedeutet dies, dass bei der Reaktion Wärme-energie freigesetzt wird. Die Reaktion ist
exotherm
.
Ist
H > 0, kommt es nur dann zum Reaktionsablauf, wenndem System Wärmeenergie zugeführt wird. Es handelt sichum eine
endotherme
Reaktion
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Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik: Die Entropiedes Universums nimmt zu.
Entropie.
Der erste Hauptsatz der Thermodynamik liefertmit der Energiebilanz eine Rahmenbedingung für physika-lische und chemische Prozesse. Er trifft keine Aussage da-rüber, ob eine Reaktion stattfindet oder nicht und welcher von vielen möglichen Zuständen gleicher Energie der wahr-scheinlichste ist. Der im 2. Hauptsatz der Thermodynamik eingeführte Begriff der
Entropie
hat sich als ein wertvollesInstrument zur Beantwortung dieser Fragen erwiesen. Inder statistischen Thermodynamik ist die Entropie ein Maßfür die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Zustandes.Isolierte Systeme streben eine möglichst gleichmäßige Ver-teilung ihrer Energie auf alle möglichen mikroskopischenBewegungsformen an. Die Energie verteilt sich dabei auf dem Weg zum thermodynamischen Gleichgewicht mög-lichst »unordentlich« auf die Freiheitsgrade des Systems.
Die
Entropie eines isolierten Systems
bleibt bei völligreversiblen Prozessen konstant. Bei irreversiblen Prozes-sen kommt es zu einer Entropiezunahme. ProminenteBeispiele für irreversible Prozesse, die von einer Zunahmean Entropie angetrieben werden, sind der Wärmeaus-tausch zwischen zwei Körpern verschiedener Temperaturoder der Konzentrationsausgleich zweier Lösungen durchDiffusion. Der letztgenannte Prozess ist in
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Abb. 4.2
illus-triert. In dem durch eine permeable Membran unterteil-ten Gefäß kommt es zu einem Fluss der gelösten Mole-küle vom Ort hoher Konzentration in Richtung niedri-ger Konzentration. Obwohl es keinen Verstoß gegen den1. Hauptsatz der Thermodynamik darstellen würde, fin-det niemals eine spontane (freiwillige) Anreicherungder Moleküle in einer Hälfte des Gefäßes statt. Der spon-tane und irreversible Konzentrationsausgleich geht miteiner Zunahme der Entropie des Systems einher, die dannihren Maximalwert erreicht, wenn die gelösten Molekülegleichmäßig im Lösungsraum beider Kammern verteiltsind.
Das Universum stellt ein isoliertes System dar. Betrach-tet man ein in das Universum eingebettetes offenes System,so kann man die durch einen Prozess im offenen System verursachte Entropieänderung in einen Anteil, der die Ver-änderung der Entropie im offenen System und einen weite-ren Anteil, der die Veränderungen in der Umgebung be-schreibt, zerlegen:(2)Genau dann, wenn
S
gesamt
>0 ist, kann der Prozess spontanablaufen. Die Entropie der Umgebung steigt dabei vor allemdurch die von dem System abgegebene Wärme.
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Lebewesen sind notwendigerweise offene Systeme.
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Abb. 4.2. Zunahme der Entropie in einem thermodynamischgeschlossenen System
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