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Energieumwandlung in den Mitochondrien
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Da Wasserstoff sehr klein und flüchtig ist, muss er zu-nächst als sog.
Reduktionsäquivalent
in Form von
NADH
und
FADH
2
zwischengespeichert werden. Dies ist ein sehreffizientes Verfahren, denn das für den Energiegehalt ent-scheidende Redoxpotential dieser beiden Coenzyme ist nurwenig positiver als das des Wasserstoffs. Die Umsetzung desso gebundenen Wasserstoffs mit molekularem Sauerstoff in der
Atmungskette
entspricht damit formal annäherndder Knallgasreaktion:Während NADH ein reversibel an das jeweilige Enzym bin-dendes Cosubstrat ist, liegt FADH
2
immer als fest gebunde-ne prosthetische Gruppe vor. Die Folge sind grundsätzlicheUnterschiede im Transport und in der Verwertung der Re-duktionsäquivalente bei der oxidativen Phosphorylierung.
!
Die in den Reduktionsäquivalenten gespeicherte Ener-gie wird zur Erzeugung einer Phosphorsäureanhydrid-Bindung im ATP benutzt.
ATP entsteht in einer stark endergonen Reaktion durchKondensation von ADP und anorganischem Phosphat. Diegebildete »energiereiche« Phosphorsäureanhydrid-Bin-dung besitzt ein sehr hohes
Gruppenübertragungspoten-tial
. Die in den Reduktionsäquivalenten gespeicherte Ener-gie muss also im Verlauf der oxidativen Phosphorylierungin eine chemisch völlig verschiedene Energieform umge-wandelt werden. Die Mitochondrien lösen dieses Problemdadurch, dass sie die Redoxenergie in Form eines elektro-chemischen
Protonengradienten
über ihre innere Mem-bran zwischenspeichern (
.
Abb. 15.1
). Dieser Gradientwird durch die
Atmungskettenkomplexe
gebildet, welchedie Elektronen der Reduktionsäquivalente schrittweise bisauf den Sauerstoff übertragen, und dann zur ATP-Synthesegenutzt. Daraus folgt, dass eine sehr dichte Membran,über die sich ein ausreichend stabiler Protonengradient aus-bilden kann, unbedingte Voraussetzung für die oxidativePhosphorylierung ist.
!
Die mitochondrialen Membranen bilden funktionelleKompartimente.
Aufbau und Organisation der Mitochondrien (
7
Kap. 6.2.9
)sind in hervorragender Weise an die bisher skizziertenAufgaben angepasst: Wahrscheinlich als Relikt ihres evolu-tionären Ursprungs als eigenständige Organismen sind dieMitochondrien von zwei Membranen umgeben, die meh-rere Kompartimente definieren:
4
Im Inneren der Mitochondrien, der mitochondrialen
Matrix
, findet v.a. die Endoxidation der Nahrungs-metabolite statt
4
Für den Elektronentransport auf den Sauerstoff und diedaran gekoppelte ATP-Synthese sind Enzyme zustän-dig, die in die vielfach gefaltete
innere Mitochondrien-membran
integriert sind (
.
Abb. 15.1
)
4
Die
äußere Mitochondrienmembran
markiert dieGrenze zum Cytoplasma
4
Der zwischen den beiden Membranen angesiedelte
Intermembranraum
beherbergt zwei Proteine, diewichtig für die oxidative Phosphorylierung sind: Cyto-chrom
c
, ein wasserlöslicher Elektronenüberträger derAtmungskette, und die Adenylat-Kinase (»Myokina-se«), die über die Reaktion
im anabolen Stoffwechsel entstandenes AMP der oxi-dativen Phosphorylierung zuführt
!
Spezifische Transportsysteme sind für den Stoffaus-tausch zwischen dem Intermembranraum und dermitochondrialen Matrix verantwortlich.
Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, dass zur EndoxidationSubstrate wie Pyruvat und Fettsäuren aus dem Cytoplasmaüber zwei Membranen in die mitochondriale Matrix trans-portiert werden müssen. Da die ATP-Synthese an der In-nenseite der inneren Mitochondrienmembran stattfindet,gilt dies auch für ADP und anorganisches Phosphat. Dasgebildete ATP muss anschließend zurück in das Cytoplas-ma gelangen.
.
Abb. 15.1. Übersicht über die oxidative Phosphorylierung.
VomNADH stammende Elektronen werden vom Atmungskettenkomplex Iauf Ubichinon (Q) übertragen. Der Komplex III transportiert sie zumCytochrom c (C), von wo sie über den Komplex IV zum Sauerstoff gelangen und diesen unter Wasserbildung reduzieren. Der Elektro-nentransport über die Komplexe I, III und IV geht mit einer Transloka-tion von Protonen aus dem Matrixraum in den Intermembranraumeinher. Die F
1
/F
O
-ATP-Synthase nutzt den Protonengradienten zurSynthese von ATP aus ADP und anorganischem Phosphat. Der Kom-plex II ist nicht dargestellt, da er keine Protonentranslokation kataly-siert. IMM = Innere Mitochondrienmembran
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