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18
18 Stoffwechsel von Phosphoglyceriden,Sphingolipiden und Cholesterin
Georg Löffler 
18.1 Stoffwechsel der Phosphoglyceride 554
18.1.1 Biosynthese der Phosphoglyceride 55418.1.2 Abbau der Phosphoglyceride 558
18.2 Stoffwechsel der Sphingolipide 559
18.2.1 Biosynthese der Sphingolipide 55918.2.2 Abbau der Sphingolipide 56118.2.3 Biosynthese von Membranen 562
18.3 Stoffwechsel der Isoprenlipide und des Cholesterins 564
18.3.1 Biosynthese des Cholesterins 56418.3.2 Stoffwechsel und Abbau des Cholesterins 56818.3.3 Regulation der Cholesterinbiosynthese 568
18.4 Lipide und Signalmoleküle 57118.5 Transport der Lipide im Blut 572
18.5.1 Aufbau der Lipoproteine 57218.5.2 Stoffwechsel der Lipoproteine 575
18.6 Pathobiochemie 580
18.6.1 Pathobiochemie der Phosphoglyceride und Sphingolipide 58018.6.2 Pathobiochemie des Lipoproteinstoffwechsels 581
Literatur 583
 
554Kapitel 18 ·
Stoffwechsel von Phosphoglyceriden, Sphingolipiden und Cholesterin
18
 >>
Einleitung
Eine wichtige Funktion von Lipiden ist ihre Beteiligung am Aufbau sämtlicher zellulärer Membranen, wodurch die Existenz vonZellen ermöglicht wird, deren Inneres gegen die Außenwelt abgeschirmt ist. Für diese Aufgabe sind amphiphile Lipide wiePhosphoglyceride und Sphingolipide besonders geeignet, die neben den für Lipide typischen hydrophoben Alkanketten auchüber hydrophile, polare und geladene Gruppen verfügen und somit die für alle zellulären Membranen typischen Doppel-schichten ausbilden können. Auch Cholesterin ist ein essentieller Bestandteil aller tierischen Membranen.Lipide sind darüber hinaus Ausgangspunkt für die Biosynthese einer großen Zahl biologisch aktiver Moleküle. So leiten sichvom Cholesterin sämtliche Steroidhormone ab, aus Phosphoglyceriden und Sphingolipiden werden wichtige Signalmolekülegebildet, Derivate ungesättigter Fettsäuren bilden die Gruppe der als Eikosanoide bezeichneten Gewebshormone.Diesen vielfältigen Funktionen der Lipide steht ein Problem gegenüber, das gelegentlich pathobiochemische Konse-quenzen hat. Lipide müssen im Organismus im Blut und der extrazellulären Flüssigkeit transportiert werden, was wegen derwässrigen Natur dieser Transportmedien naturgemäß schwierig ist. Der Transport erfolgt in Form von Lipoproteinen, Komple-xen aus spezifischen Proteinen mit definierten Mischungen der einzelnen Lipide. Überschreiten derartige Lipoproteine dienormalen Konzentrationen, so kann es zu Ablagerungen von Lipiden in Blutgefäßen, zur Verengung des Lumens der Blutge-fäße und damit zu einer Reihe bedrohlicher Krankheitsbilder kommen.
Dieses verfügt über eine freie OH-Gruppe, an die übereine Phosphorsäurediester-Bindung die für Phosphoglyce-ride typischen hydrophilen Gruppen geknüpft werden. ImEinzelnen handelt es sich dabei um
4
Cholin
4
Ethanolamin
4
Serin oder
4
den zyklischen Alkohol InositolDiese Verbindungen müssen jeweils über eine Phosphor-säurediesterbindung mit dem Diacylglycerin verknüpftwerden.Die hierzu verwendeten Biosynthesewege unterschei-den sich beträchtlich (
.
Abb. 18.1
). Im Fall der Biosynthese von Phosphatidylcholin bzw. -ethanolamin werden zu-nächst die stickstoffhaltigen Verbindungen Cholin bzw.Ethanolamin aktiviert. Zu diesem Zweck werden sie ineiner ATP-abhängigen Reaktion phosphoryliert, sodassPhosphorylcholin bzw. Phosphorylethanolamin entstehen.Ähnlich der Aktivierung bei der Biosynthese von Zuckern(
7
Kap. 17.1.1
) wird jetzt im nächsten Schritt ein Nucleotid-derivat von Cholin bzw. Ethanolamin hergestellt. Phospho-rylcholin bzw. Phosphorylethanolamin reagieren hierbeiunter Pyrophosphat-Abspaltung mit Cytidintriphosphat(CTP), sodass Cytidindiphosphatcholin bzw. Cytidindi-phosphatethanolamin (CDP-Cholin, CDP-Ethanolamin)entstehen. Das dabei beteiligte Enzym ist die
CTP-Phos-phocholin-
(bzw. Phosphoethanolamin-)
Cytidyltrans-ferase
. Im letzten Schritt der Biosynthese reagieren diese»aktivierten« Verbindungen mit dem 1,2-Diacylglycerin,sodass unter CMP-Abspaltung Phosphatidylcholin bzw.Phosphatidylethanolamin gebildet werden.Bei der Biosynthese von Phosphatidylinositol wirdnicht der Alkohol, sondern das Diacylglycerin aktiviert. DiePhosphatidsäure reagiert mit Cytidintriphosphat, wobeiwiederum unter Abspaltung von Pyrophosphat ein CDP-
18.1
Stoffwechselder Phosphoglyceride
Unter dem Begriff 
amphiphile Moleküle
werden Verbin-dungen zusammengefasst, die sich sowohl durch hydrophi-le als auch durch hydrophobe Eigenschaften auszeichnen.Phosphoglyceride und Sphingolipide gehören, wie schon in
7
Kapitel 2.2
ausgeführt, in die Kategorie der
amphiphilenLipide
, da ihre Kopfgruppen hydrophil, die Alkankettenihrer Fettsäurereste jedoch hydrophob sind. Dies erklärtihre besondere Bedeutung für die Synthese von zellulärenMembranen, deren strukturelle Basis eine Lipiddoppel-schicht ist (
7
Kap. 2.2.6
).In Membranen vorkommende Lipide sind
4
 
Phosphoglyceride
4
 
Sphingolipide
und
4
 
Cholesterin
Unter dem gelegentlich verwendeten Begriff der
Phospho-lipide
fasst man die phosphathaltigen amphiphilen Lipidezusammen. Es handelt sich dabei um die Phosphoglycerideund das Sphingomyelin.
18.1.1
Biosynthese der Phosphoglyceride
 !
Für die Biosynthese von Phosphoglyceriden werdenCDP-aktivierte Zwischenprodukte benötigt.
In den ersten Reaktionen gleichen sich die Biosynthesewege von Phosphoglyceriden und Triacylglycerinen. Zunächstmuss durch Veresterung von zwei Hydroxylgruppen des
-Glycerophosphats mit zwei Molekülen Acyl-CoA einePhosphatidsäure hergestellt werden (
7
Kap. 12.1.4
). Aus ihrentsteht durch Abspaltung von anorganischem Phosphatein 1,2-Diacylglycerin.
 
18.1 ·
Stoffwechsel der Phosphoglyceride
18
555
.
Abb. 18.1. Biosynthese der Phosphoglyceride.
(Einzelheiten
7
Text)
of 00

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