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Die Niere
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Einleitung
Die Nieren scheiden endogen gebildete organische wasserlösliche Stoffwechsel-Endprodukte, anorganische Stoffe sowie exo-gen zugeführte, nicht abbaubare Substanzen wie Medikamente oder Vitamine aus. Sie dienen darüber hinaus der Erhaltungder Konstanz der Extrazellulärflüssigkeit, regulieren Volumen und Osmolarität der Körperflüssigkeiten durch selektive Reab-sorption oder Ausscheidung von Ionen und Wasser. Sie greifen durch Ausscheidung überschüssiger Säuren und Basen im Zu-sammenwirken mit den Lungen in das Säure-Basen-Gleichgewicht ein. Darüber hinaus sind die Nieren an der Regulation desBlutdrucks, der Erythropoiese und des extrazellulären Calciumspiegels beteiligt und synthetisieren wichtige Verbindungen wieGlucose und γ-Aminobutyrat. Die Funktion der Nieren steht in engem Zusammenhang mit den Regelsystemen, die für denWasser- und Elektrolythaushalt verantwortlich sind.Für die Regulation des Wasserhaushalts und des Natrium- und Kaliumstoffwechsels sind die Hormone Vasopressin, Aldo-steron und das atriale natriuretische Peptid von besonderer Bedeutung. Ihr Ziel ist es, Natrium- und Kaliumverluste gering zuhalten und eine ausgeglichene Wasserbilanz zu erreichen.Für die Regulation des wichtigen Calciumstoffwechsels stehen drei Hormone zur Verfügung, das Parathormon, dasD-Hormon sowie das Thyreocalcitonin.
28.1
Die Niere
28.1.1
Durchblutung der Niere
Die Durchblutung der Niere bewirkt eine ausreichende
Versorgung mit Nährstoffen
, gleichzeitig bestimmt sieaber auch das zur
Filtration
gelangende Blutvolumen. Zu-dem beeinflusst die Nierenmarkdurchblutung noch die
Salz- und Wasserreabsorption
. Beim Erwachsenen erhal-ten im Normalfall beide Nieren zusammen ca. 20–25%des Herzminutenvolumens in Ruhe, d.h. ca. 1,0–1,2 l Blutpro Minute, was einer sehr hohen spezifischen Gewebe-durchblutung von 4 ml
min
–1
g
–1
entspricht.
!
Die Nierenrinde ist wesentlich besser durchblutet alsdas Nierenmark.
Die Blutversorgung des Nierenmarks erfolgt nur über dieefferenten Arteriolen derjenigen Glomeruli, die tief in derRinde, nahe an der Rinden-Mark-Grenze (juxtamedullär)liegen. Diese Arteriolen gabeln sich, ziehen geradlinig undunverzweigt als vasa recta in Richtung Pyramidenspitzeund übernehmen so die Versorgung des Parenchyms derAußen- und Innenzone des Marks. Wegen dieses speziellenVerteilungssystems fließen mehr als 90% des renalen Blut-stroms nur durch die Nierenrinde, womit das Mark, welchesimmerhin mehr als 60% der Nierenmasse ausmacht, ent-sprechend wenig Blut erhält.
!
Die Nierendurchblutung wird über die Widerstände derafferenten und efferenten Arteriolen reguliert.
Der renale Blutfluss (RBF) wird von der treibenden Blut-druckdifferenz (
P) zwischen A. und V. renalis und demgesamten intrarenalen Gefäßwiderstand R bestimmt:Die für die Nierendurchblutung bestimmenden Gefäß-widerstände werden hauptsächlich von den afferenten undefferenten Arteriolen gebildet, welche daher die wichtigsten,Regulationsorte der Nierendurchblutung sind. Die physio-logischen Regulationen von afferentem und efferentemWiderstand sind dahingehend ausgerichtet, den Blutdruck innerhalb der Glomeruluskapillaren und den Blutfluss-durch die Glomeruluskapillaren konstant zu halten.Folgende Faktoren sind dabei von Bedeutung:
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Die Autoregulation der Nierendurchblutung bewirkt,dass sich der renale Perfusionwiderstand in einemDruck bereich von ca. 70–180 mmHg parallel mit demPerfusionsdruck ändert und somit der renale Blutfluss(RBF =
P/R) in diesem Bereich konstant bleibt (
.
Abb.28.1
, Einzelheiten
7
Lehrbücher der Physiologie
)
.
Abb. 28.1. Abhängigkeit des renalen Blutflusses (RBF) undder glomerulären Filtrationsrate (GFR) vom Druck in der Nieren-arterie.
Im oberen Bildteil ist schematisch die Druckabhängigkeit desinneren Durchmessers von afferenten Arteriolen sowie die Bedeutungdes transmembranären Calciumeinstroms durch L-Typ-Calciumkanäledargestellt. Eine druckabhängige Reduktion des Innendurchmessersum 25% führt dabei zu einem 3-fachen Anstieg des präglomerulärenStrömungswiderstands (Hagen-Poiseuille-Gesetz) und bewirkt damiteine Konstanz von RBF und GFR
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