35.3 ·
Onkogene
35
1143
35.2
Tumorentstehung(Cancerogenese)
!
Onkogene und Antionkogene sind die verantwortlichenKrebsgene.
Krebs stellt eine
genetische
Erkrankung in dem Sinne dar,dass das Genom der Krebszelle durch eine Akkumulation von genetischen Veränderungen gekennzeichnet ist unddass diese Veränderungen von einer Krebszellgenerationauf die nächste übertragen werden.Wesentliches Ziel der Krebsforschung ist die Identifi-zierung der für die Entstehung und Progression der einzel-nen Tumorerkrankungen beim Menschen verantwortlichenGene (nach den Sequenzdaten des menschlichen Genomsetwa 900), der
»Krebsgene«
. Zu den »Krebsgenen« gehörendie
Onkogene
und die
Antionkogene
, die die Tumorent-stehung fördern bzw. supprimieren. Diese Gene sind imnormalen, d.h. genetisch nicht veränderten Zustand häufigals Schlüsselgene für die Vorgänge der Signaltransduk-tion (
7
Kap. 25
) verantwortlich. Zwischen den Produktenbeider Gengruppen, den Onkoproteinen und Antionko-proteinen, besteht ein fein reguliertes Gleichgewicht: Stö-rungen dieses Gleichgewichts durch die
konstitutive Akti- vierung
von Onkogenen
und/oder die
Inaktivierung vonAntionkogenen
begünstigen die Tumorentstehung. Wahr-scheinlich sind verschiedene Mutationen in unterschied-lichen Genen für die Entstehung und Progression dereinzelnen Tumorerkrankungen verantwortlich und unter-schiedliche Gene mit unterschiedlichen Mutationen beimeinzelnen Patienten verändert, was den individuellen Ver-lauf der Erkrankung und das individuelle Ansprechen auf eine Behandlung erklärt.
35.3
Onkogene
35.3.1
Mechanismus der Onkogenwirkung
!
Viele Onkogene leiten sich von den an der Wachstums-regulation beteiligten Genen ab.
Viele Onkogen-Proteine weisen Strukturähnlichkeiten mitan der Wachstumsregulation beteiligten Proteinen auf. On-kogene sind durch Mutationen aus diesen normalen, fürden Fortbestand einer Zelle notwendigen Genen ent-standen. Die letzteren werden dementsprechend auch als
Protoonkogene
, d.h. Vorläufer von zellulären Onkogenen(c-Onkogene) bezeichnet.
.
Tabelle 35.1
gibt eine Zusam-menstellung der wichtigsten Protoonkogene und der da-raus abgeleiteten zellulären Onkogene. Die Analyse Tumorbildender Gene aus Retroviren zeigt darüber hinaus, dassauch diese als
virale Onkogene
(v-Onkogene) bezeich-neten Gene in vielen Fällen Sequenzhomologie zu den ander Wachstumsregulation beteiligten Genen zeigen. Mannimmt deswegen an, dass diese viralen Onkogene durchÜbernahme aus dem Genom der jeweiligen Wirtszelle desVirus – eventuell in veränderter Form (z.B. ohne Introns)– entstanden sein müssen.
!
Protoonkogene sind an der Transduktion von Wachs-tumssignalen beteiligt.
Das Zellwachstum wird durch eine große Zahl von
Wachs-tumsfaktoren
reguliert. Diese sind Polypeptide, die von verschiedenen Zellen gebildet werden und u.a. den Über-gang von Zellen aus der G
0
- bzw. G
1
-Phase in den Zell-zyklus bewirken. Dieser Übergang erfolgt in zwei Schritten(
.
Abb. 35.1
): Zuerst muss die Zelle durch sog.
Kompe-
.
Tabelle 35.1.
Protoonkogene und verwandte Onkogene(Auswahl)1.
Wachstumsfaktoren
PDGF (
platelet derived growth factor
)FGF (
fibroblast growth factor
)sis-Onkogenint 2-Onkogen2.
Transmembranäre Wachstums-faktorrezeptoren
EGF-RezeptorM-CSF-RezeptorerbB-Onkogenfms-Onkogen3.
Membranassoziierte Tyrosinkinasen
Abl-Tyrosinkinaseabl-Onkogen4.
Membranassoziierte Guanin-nucleotid-bindende Proteine
Ras-Proteinras-Onkogen5.
Cytosolische Serin-Threoninkinasen
raf-mil-Onkogenmos-Onkogen6.
Cytosolische Hormonrezeptoren
SchilddrüsenhormonrezeptorerbA-Onkogen7.
Transkriptionsfaktoren
fos-, jun-, myc-, myb-,rel-Onkogene8.
Apoptosefaktoren
bcl2-Onkogen
.
Abb. 35.1. Beeinflussung des Zellzyklus durch Kompetenz- undProgressionsfaktoren.
Kompetenzfaktoren wie EGF, PDGF oder FGFkönnen durch bestimmte Onkogene substituiert werden; die Wirkungvon Progressionsfaktoren ist z.B. durch TGF-β antagonisierbar
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selten so ein hypothetischen scheiß gelesen