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HEFT 18: LANDESKUNDLICHES LERNEN
4
Editorial
5
Landeskundliches Lernen
von Wolfgang Hackl, Michael Langner, Hans Simon-Pelanda
13
Österreichische, deutsche und polnische Identitäten
Zum neuen Landeskunde-Curriculum an den Lehrerkollegs in Polen
von Camilla Badstübner-Kizik und Krystyna Radziszewska
18
Landeskundliche Inhalte – Die Qual der Wahl?
Kriterienkatalog zur Beurteilung von Lehrwerken
von Dick Meijer in Zusammenarbeit mit Eva-Maria Jenkins
26
Frankfurter oder Wiener?
Literatur und Landeskunde
von Paul Rusch
31
Die Schweiz in Sicht und überhaupt: Landeskunde im Allgemeinen
von Leo Koch
34
Zwischen Gruezi und Servus: Deshalb Liechtenstein?
Eine liechtensteinische Collage
von Robert Allgäuer 
38
Projektorientierter Deutschunterricht „Denk-mal“
Ein Trichter zeigt, wie man’s macht
von Elisabeth Lazarou
42
Auf den Spuren der Banater Deutschen
Spurensuche in Rumänien
von Mihaela Alexandru und Marianne Koch
46
Ergeben zwölf Stück einer Torte wirklich ein Ganzes?
Zur Begründung eines integrativen Lehr- und Lernkonzepts in der Landeskunde
von Wolfgang Schmitt und Àgnes Magyar 
50
Wo ist das Pferdchen in der Badehose?
Von den alltäglichen Schwierigkeiten mit einem Landeskundearchiv
von Ingrid Kaiser und Klaus Frick 
51
Virtuelle Landeskunde oder die Grenzen des globalen Dorfes
Freuden und Leiden einer INTERNET-Surferin am anderen Ende der Welt
von Andrea Bandauer 
54
Fotografieren im Sprachunterricht?
Wahrnehmen – Aufzeichnen – Kommunizieren
von Jenner Zimmermann
Rubriken4
Impressum
58
Bücher und Hefte zum Thema
60
Rezensionen
61
Litfaßsäule
62
Aktuelles Fachlexikon
63
Gewusst wie ...Erklärtwarum.Unsere Sprachecke
64
Unsere Autorinnen und Autoren
 
Landeskundliches Lernen
4
Zeitschrift für die Praxis des Deutschunterrichtsherausgegeben vom Vorstand des Goethe-InstitutsundPeter Bimmel, Hans-Jürgen Krumm, Gerhard Neunerim Verlag Ernst Klett International/Edition Deutsch, StuttgartSchriftleitung und Vertretung des Goethe-Instituts:Kristina Pavlovic, Bereichsleiterin 54, Goethe-InstitutRedaktionsbeirat des Goethe-Instituts: Ralf Baltzer, RolandGoll, Eva Marquardt, Jochen NeubergerKorrespondierendes Mitglied: Diethelm Kaminski (Zentralstellefür das Auslandsschulwesen)Verantwortliche Themenheftherausgeber: Wolfgang Hackl,Michael Langner, Hans Simon-PelandaRedaktion: Eva-Maria JenkinsSatz und Gestaltung: Hans-Werner KleinAnzeigenleitung: Ernst Klett International/Edition DeutschDruck: Ludwig Auer GmbH, DonauwörthUmschlagbild: Bild & Ton/Theo ScherlingThemen der nächsten Hefte:Heft 19: Benoten und BewertenHeft 20: Deutsch als zweite FremdspracheHeft 21: Neue MedienHeft 22: Feiern und GedenkenHeft 23: ÜbersetzenSondernummer 1998: „So seh ich dich, so erleb ich dich" –Bericht über ein FestivalSondernummer 1999: LehrerfortbildungFür FREMDSPRACHE DEUTSCHgibt es zwei verschiedeneJahresabonnements:
 Abonnement 1
umfasst zwei reguläre Hefte pro Jahr zum Preisvon DM 25,80, für Studenten DM 19,50 zuzüglich Versandko-sten.
 Abonnement 2
umfasst die beiden regulären Hefte wie inAbonnement 1. Dazu ein ebenfalls jährlich erscheinendesSonderheft. Es kostet DM 39,00 zuzüglich Versandkosten.Die Hefte können auch einzeln bestellt werden. Einzelheftekosten DM 15,80 zuzüglich Versandkosten.© Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vor-behalten. Auch unverlangt eingesandte Manuskripte werdensorgfältig geprüft. Unverlangt eingesandte Bücher werden nichtzurückgeschickt.Die als Arbeitsblatt oder Material bezeichneten Unterrichtsmitteldürfen bis zur Klassen- bzw. Kursstärke vervielfältigt werden.Adresse der Schriftleitung: Kristina Pavlovic, Goethe-Institut,Bereich 54, Postfach 190419, D-80604 München(Tel.: 089/15921-295; Telefax 089/15921-523)Verlagsadresse: Ernst Klett International GmbH, Klett EditionDeutsch, Postfach 106016, D-70049 Stuttgart,(Tel.: 0711/66640-0; Telefax: 0711/617201)Telefax der Redaktion: ++43/1/5235448Bestelladresse für Einzelhefte: Ernst Klett Verlag Bestellservice,Postfach 1170, D-71398 KorbBestelladresse für Abonnements: Ludwig Auer,Postfach 1152, D-86601 DonauwörthISBN 3-12-675534-8ISSN 0937-3160
I M P R E S S U M
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,
mit dem vorliegenden Heft greifen wir das Thema „Lan-deskunde“ wieder auf, dem wir bereits Heft 6/1992 gewid-met hatten. Damals sind vor allem Autoren aus den neuenBundesländern zu Wort gekommen, zugleich wurdejedoch angekündigt, den anderen deutschsprachigenLändern, einschließlich Liechtenstein, ein eigenes Heft zu widmen. Dieses Versprechen lösen wir nun mit diesemHeft ein und schreiben so die „unendliche Geschichte“*ein Stück weiter fort.Dieses Heft haben wir unter den Titel „LandeskundlichesLernen“ gestellt. Damit soll deutlich gemacht werden, dass„Landeskunde“ hier nicht als ein Kanon von Themen ver-standen wird, der der Wissenssystematik sogenannter Bezugswissenschaften entstammt. „Landeskundliches Ler-nen“ betont dagegen den Prozess und wie man landes-kundliches Wissen erwirbt. Im Mittelpunkt steht die Ent- wicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgangmit fremden Kulturen, das Verstehen des Anderen und die Verständigung mit dem Anderen. Wie haben sich nun seit 1992 die Konzepte der Landes-kundevermittlung weiterentwickelt? Inwieweit greifen dieModelle interkulturellen Lernens mit der dezidierten Ausrichtung auf Kultur- und Fremdverstehen in der unter-richtlichen Alltagspraxis? Was bedeutet es für denkonkreten Unterricht, wenn der gesamte deutschsprachi-ge Raum, also Österreich, Deutschland, Liechtenstein unddie deutschsprachige Schweiz ins Blickfeld rücken? Wieschlagen sich die neuen Konzepte in Landeskunde-Curri-cula und in Lehrwerken nieder? Antworten auf diese und andere spannende Fragen erwar-ten Sie auf den folgenden Seiten!Mit herzlichen GrüßenIhre
E D I T O R I A L
 
Heutzutage bestreitet kaum jemand mehr, dass der Sprach-unterricht über Hintergrundinformationen hinaus sozio-kul-turelles Wissen zu vermitteln hat und die Voraussetzungenschaffen soll, dass Sprachlernen zum Kultur“lernen“, mit-hin zum Kulturverstehen wird. Landeskunde gehört deshalbals wesentlicher Lernbereich selbstverständlich zum Unter-richtsalltag. Suchen jedoch eine Deutschlehrerin oder einDeutschlehrer nach didaktischen Begründungen oder nachneuen methodischen Anregungen für die Praxis, so findensie wenig Hilfe. Andreas Pauldrach hat in FREMDSPRACHEDEUTSCH Heft 6 zum Thema „Landeskunde“ von einer „Unendlichen Geschichte“ gesprochen. Andere reden vom„Unfach“, von „sogenannter“ oder „ominöser“ Landeskun-de, von „Faktenhuberei“ und „Totalitätsanspruch“, vom„unmöglichen Fach aus Deutschland“, das noch 1990 für überflüssig erklärt worden war. Darüber hinaus wird dem„erweiterten Kulturbegriff“, auf den sich die meisten Lan-deskundekonzepte seit der „kommunikativen Wende“ Endeder 70er-Jahre beziehen, der Verzicht auf das Spezifische der Kultur und die Reduktion auf das Alltägliche vorgeworfen.Dem bescheidenen Fortschritt in der theoretischen Diskussi-on entspricht die Ratlosigkeit.
1. Verschiedene Lernorte
Für den Sprachunterricht werden pädagogische Ziele wie„Interkulturelle Verständigung“ und sprachdidaktische wie„eine umfassende Kommunikative Kompetenz“ gefordert.Diese lassen sich aber nur umsetzen, wenn sie auf den Ortdes Lernens und die Rolle der Lernenden und Lehrendenbezogen und von dort aus didaktisch begründet werden:
• Lernen im Zielsprachenland
Beim Erlernen der Sprache in einem Zielsprachenland wer-den von den Lernenden Strategien des Wissenserwerbs unddes Verstehens mit Muttersprachlern erfahren und ange- wandt. Im alltäglichen Leben gehen sie mit eigen- und fremdkulturellen Prägungen um. Sie nehmen fremde Kodes,ungewohnte Perspektiven, unbekannte „Bilder“ wahr undmachen sie sich als
erlebte Landeskunde 
bewusst. An Stel-le einer Stadtführung, in der den Teilnehmern z.B. die Stadt-geschichte oder die Jugendszene erklärt wird, suchen sie imRahmen einer Stadterkundung das direkte Gespräch mit Jugendlichen oder die Spuren einer historischen Person.
• Lernen in Nachbarländern
Für das Lernen im Nachbarland ist besonders ein verfügba-res Orientierungswissen in Bezug auf die deutschsprachi-ge(n) Kultur(en) von Bedeutung. In Europa haben politi-scher Wille und ökonomischer Druck zu ständigen Kontak-ten zwischen den Bürgern verschiedener Kulturen geführt.Der Lernort in den dem deutschen Sprachraum benachbar-ten Ländern kann ein unmittelbar interkultureller genannt werden, der sich im Sinne einer 
 konfrontativen Landes- kunde 
nützen lässt. So kann schon der Vergleich des Brauch-tums oder des Konsumverhaltens neben vielen Ähnlichkei-ten auch entscheidende Unterschiede bewusst machen.
• Lernen in weit(er) entfernten Ländern
 Je weiter der Lernort vom Zielsprachenland entfernt ist, destoseltener finden unmittelbare Begegnungen, „erlebte Landes-kunde“ statt. Lernende wie Lehrende sind darauf angewie-sen, erst
 das fremdsprachige Lernumfeld 
zu
 konstruieren.
In Rollenspielen und Simulationen können sie Kommuni-kationsformen erproben; die Neugier auf das „Andere“ fin-det ihren Raum in Recherchen zu „Land und Leuten“. Wodas Material für diese Erkundungen im eigenen Alltag fehlt,übernehmen Lehrwerke oder (literarische) Texte diese(Raum-)Funktion. Diese
erlebbare Landeskunde 
zeigthistorische oder sozio-kulturelle Berührungs- und Bezugs- punkte mit den Zielsprachenländern und
inszeniert 
somitdie
 Begegnungen.
2. Lernzielbereiche
 An keinem Lernort lässt sich Lernen auf eine Methode der  Vermittlung beschränken. Je intensiver die Lernenden selbstihr Interesse an bestimmten Gegen-ständen oder Situationen vonihrer Wahrnehmung her äußern können, destoaktiver werden sie ihren„eigenen“ Lernkontextmitgestalten. Moderneslandeskundliches Lernenzielt auf die Kombination von (kognitivem) Wissenserwerb,dem Erfassen von (affektiven) Steue-rungsmechanismen und der Regeln (operativen) Handelns.
5
LANDESKUNDLICHES LERNEN
 VON WOLFGANG HACKL, MICHAEL LANGNERUND HANS SIMON-PELANDA 
In diesem Beitrag wird die Diskussion über Landeskun-de, die in Heft 3 von FREMDSPRACHE DEUTSCH mit derVeröffentlichung der „ABCD-Thesen zur Rolle der Lan-deskunde im Deutschunterricht“ angestoßen und mitHeft 6 weitergeführt wurde, fortgesetzt. Die Autorenplädieren für ein landeskundliches Lernen, das die Viel-falt des deutschsprachigen Kulturraums in den Deutsch-unterricht integriert.
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