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CROSSMEDIA
Einkaufen mitWellnessfaktor 
 Wie Sie anspruchsvolleShopper erreichen
S.28
       4       3       2       0       5
AUSGABE 16/09 3. AUGUST 2009
www.internetworld.de
„Kein Shopohne Video“
Ulf Unbehaun,Personello.de
S.46
Neues Angebot für TVDigital
 Axel Springer Media Impact bietet Werbe-kunden rund um die Marke „TV Digital“jetzt eine Verlängerung ihrer Print- undDisplaykampagnen bis in die Suchmaschi-nen an. Das Paket „TVDigital SearchPlus“ umfasst SEM-Maßnahmen, die die Wirkung der Kampagne stärken sollen.
fk 
ONLINEHANDEL
Quelle.de auf Jahreshoch
Der Relaunch von Quelle.de trägt Früch-te: Am 24. Juli gingen über das neu ge-staltete Portal des Versenders mehr als36.000 Bestellungen ein – neuer Jahres-rekord. Die Visits seien auf rund 1,1 Milli-onen pro Tag angestiegen und befändensich nun wieder auf Vor-Insolvenz-Niveau,teilte Quelle mit. Sein Allzeithoch erreich-te Quelle.de im Weihnachtsgeschäft2008 mit 46.000 Bestellungen pro Tag.
fk 
Nur jeder Fünfte surft mobil
BGH: Abmahnwelle läuft
K
eine zwei Wochen nachBekanntgabe des BGH-Urteils zur Angabe von Ver-sandkosten in Preissuchma-schinen sind zu dem Themadie ersten Abmahnungen auf-getaucht.Wie der Shopbetrei-ber-Blog berichtet,mahnt eineKanzlei aus Gera Händler ab,deren Angebote ohne Versand-kostenangabe in Preisver-gleichsportalen auftauchen –obwohl die Urteilsbegründungnoch gar nicht in Schriftformvorliegt.Mehr zum BGH-Ur-teil auf 
Seite 30
.
fk
   N  e  u  e    M  e  d i  e  n  g  e  s  e l l  s  c  h  a  f  t   U l   m   m  b   H ,   P  F  2  0  1  5  5  2 ,  8  0  0  1  5    M  ü  n  c  h  e  n    P  o  s  t  v  e  r  t  r i  e  b  s  s  t  ü  c  k ,   D   P   A   G ,   E  n  t  g  e l  t  b  e  z  a  h l  t
ALLE 14 TAGE TOPAKTUELL
Onlinewerbung
I
E-Commerce
I
Technik 
INTERNET WORLD BUSINESS GUIDE
 E-Payment/E-Shop
Bei der Suche nach dem optimalenDienstleister für Payment- und Webshop-Lösungen hilft der aktuelle Business Guide„E-Payment/E-Shop“. Ihr persönlichesExemplar des 64 Seiten starken Bookletsliegt dieser Ausgabe bei.
red 
Sicherheit für Ihre Seite
 Wie Sie Ihren Webauftrittvor Angreifern schützen
S.36
Web verliert an Gewicht
Regeln gegenAffiliate-Betrug 
 Was der Code of Conductwirklich bringt
S.20
e
3,90Fr. 7,80
sition bleibt seinerNachfolgerin NicolaBaum allerdings ver-schlossen.Sie kam2008 als Director On-line Sales ins Unter-nehmen und soll sich jetzt um die Ver-marktung der On-lineprodukte küm-mern.Braun berich-tet direkt an ThomasWagner,der übergangsweisedie Nachfolge von Vermark-tungsvorstand Schulz über-nommen hat.Bis Ende Septem-ber soll Tobias Oswald,Chef des Website-Produzenten Se-venone Intermedia,ausschei-den.Christian Senft,Marke-tingleiter des Videoportals Max-dome,ist bereits weg.
fk
N
ach dem Abgangvon Vermark-tungsvorstand Klaus-Peter Schulz hatPro Sieben Sat 1-Vor-standschefThomasEbeling seine Füh-rungsriege deutlichausgedünnt – unddabei den Einflussder Onlinesparte be-schnitten.Denn zuden Managern,von denen sichEbeling trennt,gehört auchMatthias Falkenberg,bis Ende2008 Chefdes Onlinever-markters Sevenone Interactive.Dieser wurde Anfang 2009 inden Fernseh-Vermarkter Se-venone Media integriert,Fal-kenberg wurde einer der bei-den Geschäftsführer.Diese Po-
Nur Smartphone-Nutzer surfen viel: Das mobile Web ist derzeit in zwei Klassen unterteilt
mobilen Web unterwegs.Überalle Handybesitzer betrachtetsind die Internetnutzer deutlichin der Minderheit.Nur 21,2Prozent nutzen das mobile Webmehrmals pro Woche.Den generell sinkenden Da-tentarifen zum Trotz verzichtendie meisten Besitzer (71,1 Pro-zent) eines internetfähigen Han-dys aufdie Nutzung,weil sie zuhohe Gebühren fürchten.Aberauch an Ausstattung und Be-dienkomfort hapert es:44,4Prozent finden das Surferlebniszu unkomfortabel,16,6 Prozenthalten die Konfiguration fürkompliziert.Neue Endgeräteund günstigere Tarife könntendies aber ändern.Denn von al-len Webnutzern,die nicht mobilsurfen,obwohl sie ein internet-fähiges Handy besitzen,habennur 29,4 Prozent grundsätzlich„kein Interesse“ an der Funk-tion.Der Rest ließe sich unteranderen Rahmenbedingungendurchaus begeistern.Weitere Er-gebnisse der W3B-Sonderaus-wertung auf 
Seite 14.
dg 
E
rstmals hat das Marktfor-schungsinstitut Fittkau undMaaß im Rahmen seinerWWW-Benutzer-Analyse W3Bfür die INTERNET WORLDBusiness gezielt die Nutzungs-trends für das mobile Internetabgefragt.Ergebnis:Insgesamtsteckt die mobile Nutzung nochin den Kinderschuhen,einzelneGruppen lassen sich jedochschon sehr gut online erreichen.So besucht etwa jeder zweite Be-sitzer eines Smartphones (etwaiPhone,Blackberry und ver-gleichbare Geräte) „täglich“ be-ziehungsweise „mehrmals proWoche“ mit seinem Handheldonline.Allerdings verfügen bis-lang nur 12,1 Prozent der Web-user über die hoch entwickeltenAlleskönner.Besitzer einfacherinternetfähiger Handys sinddeutlich weniger fleißige Web-nutzer:Nur noch 25,1 Prozentsind mehrmals wöchentlich im
INTERNETNUTZUNG UND POLITIK
Grün vorn, Schwarz hinten
86 Prozent der Wähler der Grünen sindonline – deutlich mehr als der Bundes-schnitt von 72 Prozent. Am anderen Endeder Skala:CDUund CSU – nur 68 Pro-zent ihrer Wähler surfen im Netz
. fk 
©
INTERNET WORLD Business 16/09
Basis: Nutzer, die ein Handy/Smartphone besitzen
Mobiltelefon-besitzer gesamtInternethandy-BesitzerSmartphone-Besitzer19,153,42,615,26,03,640,20,828,75,37,517,633,914,79,125,316,60,4(fast) täglichmehrmals pro Wocheca. 1x pro Wocheseltenerbekannt, keine NutzungunbekanntAlle Angaben in Prozent
Der Handytyp entscheidet über die Nutzung des mobilen Internets
Smartphones zum Surfen:
Jeder dritte Eigner von iPhone &Co. geht täglich mit seinem Handy ins Web
Ende bei Pro Sie-ben:
M. Falkenberg
Wie viele Onliner habendie Parteien? 
©
INTERNET WORLD Business 16/09
Quelle: Forschungsgruppe Wahlen 04/2009
72%68%72 %SPDCDU/CSUDurchschnitt83%FDP71%Linke86%Grüne
Hosted Exchange
by domainfactory
MEHR INFOS AUFDER HEFT-RÜCKSEITE
       A     n     z     e       i     g     e
 
3. August 2009
AKTUELL
16/09
2
Internet World
BUSINESS
E-COMMERCE
50-Prozent-Marke geknackt
53 Prozent des Versandhandelsumsatzes werden2009 aus dem Internet kommen
26Vente-Privee im Aufwind
Ein neuer Look für den Shopping-Club
27Mit Slow Retail zur Shop-Marke
 Wie Fachgeschäfte nach dem Motto„Entschleunigung“ zur Marke werden
28Recht: Die leidigen Nebenkosten
 Auch in Preissuchmaschinen müssen Versandkosten angegeben werden
30Viele Kanäle, kein Rezept?
Offlinemarken haben Schwierigkeiten beider Entwicklung einer einheitlichen Multi-channel-Strategie
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TOOLS & TECHNIK
Das Online-Einschreiben
Die Deutsche Post will fälschungssicherenE-Mail-Versand anbieten
32Statistische Heatmaps
 Aufmerksamkeitsanalysen von Optivo
32Serie: Texten für Google Adwords
130 Zeichen verteilt auf vier Zeilen: Adwords- Anzeigen holen das Maximum aus dem Sprich-wort „In der Kürze liegt die Würze“ heraus
34Sicherheit für Ihre Seite
 Angreifer kommen aus unterschiedlichenRichtungen – so wehren Sie sich
36
 INTERNET WORLD Business 16/2009Menschen in diesem Hef
Ralf Hein,
 Vorsitzender des AK Affiliate Marketingim BVDW, hält eine Ergänzung desCodes of Conduct für unabdingbar 
22Markus Hövener,
Geschäftsführer Bloofusion GermanyGmbH, erklärt, wie Rich Snippetsdas Suchergebnis beeinflussen
32Ariel Lüdi,
 Vorsitzender der Geschäftsleitung beiHybris Software, hält Multichannelfür eine Unternehmensphilosophie
31Sucharita Mulpuru,
 Vice President Forrester Research,ist Autorin der Studie „The Stateof Retailing Online 2009“
6Dominik Reisig,
Gründer des Hamburger Start-upsCavi.tv und BWL-Student, suchteMadonnas Hose im Internet
8Ulf Unbehaun,
Geschäftsführer des Fotogeschenke-Portals Personello, glaubt, kein Web-shop könne auf Videos verzichten
46Hansjörg Zimmermann,
Geschäftsführer Das Goldene Vlies,will Werbung, Marketing und Web- Affinität in einer Agentur vereinen
18Martina Zurhold,
Leiterin Onlinemarketing Inpromo,weiß, wie Social Media in der Öffent-lichkeitsarbeit einzusetzen sind
11
 MENSCHEN & KARRIERE
Mehr Erfolg mit Schlaf 
 Aufgeweckte Firmen bieten Raum für ein Nicker-chen – und erhöhen so die Produktivität
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SZENE
25 Jahre E-Mail in Deutschland
In Karlsruhe wurde 1984 die erste E-Mail ausden USA empfangen – ein Grund zum Feiern
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 MEINUNG
Gastkommentar: Produktvideos ein Muss
In Zeiten von DSL kann kein Onlineshop mehr ohne Videos auskommen, sagt Ulf Unbehaun
46
RUBRIKEN
Etats Marketing &Werbung 23Topkampagne:
Frerk Ohm in Adidas
23Rechtstipp:
 Werbung mit Garantien
30Techniktipp:
Suchtrend Rich Snippets
32Etats Tools &Technik 33Dienstleisterverzeichnis37Impressum40Menschen & Karriere 42Termine44Stellenmarkt 45Feedback/Gehört46
TRENDS &STRATEGIEN
Fokus auf Bezahlprozess
Studie: Was US-Webhändler verbessern wollen
6Ideen fürs mobile Netz
Münchner Start-up gewinnt US-amerikanischen Gründerpreis
7Imagepflege mit Web-2.0-Tools
Der Einsatz von Social-Media-Diensten im PR-Be-reich steckt noch in den Kinderschuhen
10Verkaufen in Social Media
Immer mehr Unternehmen entdecken Social Net-works für ihr Marketing. Vier Beispiele
12Ohne Smartphone kein Web
Die meisten Handynutzer gehen nicht online,weil sie hohe Kosten scheuen
14
 MARKETING & WERBUNG
Viel Licht, viel Schatten
Studien zum Thema Social Media
16Markt mit Musik 
Die Spotvermarktung für Webradios
17Beratende Kreativschmiede
Über das Selbstverständnis der Münchner  Werbeagentur Das Goldene Vlies
18
SPECIAL: AFFILIATE MARKETING
Der Code of Conduct des BVDWwurdeals zu zahm kritisiert – nun legt derBranchenverband neue Regeln nach20
„Ich weiß nicht,wie vie-le PIs ein 15-Sekünderhat“,gibt Ahrens zu be-denken.Der Agentur-chefberichtet von Ge-sprächen mit Kunden,die sich verunsichertzeigen über endlose Bil-dergalerien und Klick-maschinen.Immer häu-figer kämen Fragennach Nettoreichweitenund Kontaktqualität.Dass die Jagd nachden Klicks oft seltsameBlüten trieb,weiß auchDomenika Ahlrichs,Chefredakteurin derNetzeitung:„Die Netzeitung hat sich zwarnie dazu hinreißen lassen,so schwachsin-nige Klickbringer zu produzieren wie etwaGehaltstabellen auf300 Bilder verteilt,denn der Auftrag von Journalisten lautetnoch immer vorrangig:Information.Doch die IVW-Ausweisung aufGrundlagevon PI hat auch in unserer Redaktion zuSpielereien geführt,aufdie wir nicht ge-kommen wären,wenn Visits oder UniqueUser die Währung gewesen wären.“Wie die IVWdie Reichweitenzahlen er-heben und ausweisen will,steht derzeitnoch nicht bis ins Detail fest.Die Einzel-heiten sollen in einer Gremiensitzung imSeptember geklärt werden.Aufder Agen-da steht auch noch ein heikler Punkt:Dieexakte Beantwortung der Frage „Was istein Visit?“
fk
Ende der Klickmaschinen?
Die IVWwill künftig bei der Onlinereichweitenmessung stärker die Visits beachten
M
icrosoft und Yahoo werden bei derSuche kooperieren,um Branchen-primus Google die Stirn zu bieten.DieVereinbarung sieht vor,dass künftig auf allen Yahoo-Angeboten Microsofts Such-technologie eingesetzt wird und YahoosVertriebsteams exklusiv die Suchwortan-zeigen für beide Unternehmen verkaufen.Eingebucht werden die Suchwörter auf Microsofts Plattform Adcenter.Das Dis-playgeschäft vermarkten beide Unterneh-men weiterhin eigenständig.Die eigenseingerichtete Webseite
www.choicevalueinnovation.com
informiert über Detailsder Vereinbarung.In den ersten fünfJahren beteiligt Mi-crosoft Yahoo mit 88 Prozent an den SEM-Einnahmen aufden Yahoo-eigenen Seiten.Yahoo schätzt,dass die Partnerschaft das jährliche Betriebseinkommen um 500Millionen US-Dollar steigern wird und In-vestitionen in Höhe von 200 MillionenDollar eingespart werden,sobald die Ko-operation komplett umgesetzt ist.Die Stimmen in der deutschen Online-werbebranche sind positiv.„Dieser Marktbraucht mehr Wettbewerb.Der Vorsprungvon Google lässt sich nur sehr schwer auf-holen,da hilft es,wenn sich zwei zu-sammentun.Microsoft und Yahoo gemein-sam haben eine kleine Chance”,sagt Burk-hard Köpper,Geschäftsführer Jaron.„Yahoo hat ja auch schon vorher die Ver-marktung für MSN im Suchbereich über-nommen.Für Werbungtreibende bleibt imSEM also alles unverändert“,meint Wolf-hart Fröhlich,CEO Intelliad Media,Anbie-ter von Bid-Management-Software.
is
Yahoo suchtmit Microsoft
D
as Ende einer Ära bahnt sich an:DieInformationsgemeinschaft zur Fest-stellung der Verbreitung von Werbeträ-gern (IVW)hat vergangene Woche ange-kündigt,sich von der Page Impression (PI)als zentraler Messgröße zu verabschieden.Zwar sollen PIs wie bislang erfasst werden,um die Reichweite eines Online-Angebotszu ermitteln.Größeres Gewicht will dieIVWjedoch zukünftig der Messgröße„Visit“ beimessen,also der Zahl der zu-sammenhängenden Nutzungsvorgänge,die ein Besucher aufeinem Online-Ange-bot ausführt.Ab Dezember 2009 will dieIVWdie neue Gewichtung in ihre Reich-weiten-Rankings einfließen lassen.Media-planer,die die PIs eines Angebots sehenwollen,bekommen sie zwar angezeigt,aber die Zahl der PIs ist nicht mehr ent-scheidend für das Ranking.Die Richtungsänderung der IVWkommt nicht überraschend.Entspre-chend positiv sind die Kommentare ausder Branche.Für Jürgen Sandhöfer,den stellvertretenden Vorstandsvor-sitzenden der ArbeitsgemeinschaftOnlineforschung (Agof),habendie Klicks als Währung ohnehinausgedient:„Mit der Etablie-rung des Unique Users alsOnlinereichweitenwährungdurch die Agofhaben diebisherigen Messgrößenals Benchmark zur Be-wertung von Online-werbeträgern schonlänger an Bedeutung verloren.Relevant istinzwischen vielmehr das buchbare Werbe-potenzial,sprich der Kontakt.“ Auch fürdas Ranking der Agofwird die IVW-Ent-scheidung Auswirkungen haben,denn dieIVW-Reichweitenzahlen stellen eine derdrei Säulen dar,aus denen die AgofihreRankings errechnet.Auch Klaus Ahrens,Chefder Me-dia-Agentur Pilot 1/0 in Hamburg,begrüßt die Änderungen der IVW.Klicks seien eine veraltete,imGrunde aus dem Print-Bereichübernommene Messgröße,die der Mediennutzung mo-derner Online-Angebotenicht mehr gerecht wer-de.Das beste Beispielsei die Erfassung vonRich-Media-Content:
Klaus Ahrens,
Geschäftsführen-der Gesellschafter Pilot 1/0
Jürgen Sandhöfer,
stellv. Vor-standsvorsitzender Agof 
 
AKTUELL
3
W
ürde die Bundestagswahl inFacebook ausgetragen,wäre dasErgebnis schon jetzt klar:Angela Mer-kel bringt es auf12.953 Befürworter,Frank-Walter Steinmeier auf4.687.Renate Künast mögen 2.114 Unterstüt-zer (und sie muss alleine fechten,weilMitstreiter Jürgen Trittin seine PräsenzaufMeinVZ beschränkt),FDP-MannGuido Westerwelle hat immerhin noch1.876 Fans.Die Auflistung zeigt vorallem eins:Kaum ein Politiker trautsich,aufFacebook,Twitter und Co.zuverzichten – aber eigentlich könnten esalle lassen.Eine zündende Idee konntenoch keiner der Kandidaten vorweisen,der Onlinewahlkampffindet fast kom-plett unter Ausschluss der Öffentlich-keit statt.Genossen geben Durchhalteparolen anGenossen durch,Liberale machen sich gegenseitigMut.Von der Strahlkraft eines Obama-Wahlkamp-fes ist das weit entfernt.
Keine Polit-Popkultur 
Alle Spitzenkandidaten twittern,connecten,pos-ten,geben täglich Uploads und Updates aufFlickr,Youtube und Facebook.Nur:Eine Woge der Be-geisterung mag nicht anschwellen.Das mag damitzu tun haben,dass ein modernes,freches,witziges,spontanes Medium nicht mit dem staatstragendenAuftritt mancher Politiker zusammenpasst.Hö-fisch korrekt loben etwa Merkels Facebook-Fansderen Initiative für das Zugangserschwerungsge-setz – gegen das Netzaktivisten Sturm laufen – der„sehr geehrten Frau Dr.“.Solche Pinnwandeinträ-ge sind nicht gerade geeignet,Nutzermassen zu be-geistern.Zumal Merkel selbst kaum etwas beizu-tragen hat.Im Wesentlichen bestehen ihre Postings
„Der offizielle Web-Wahlkampf ist etwa so aufregend, wie ei-nem Glas Milch beim Schlecht-werden zuzuschauen. Interessanter sind die SocialNetworks. Hier treiben sich zwar auch Parteileuterum, die irgendwas von ,Facebook muss man ma-chen‘ gehört haben (und sich hoffentlich heimlichfragen, was sie da eigentlich tun), andererseitsaber auch Politiker, denen klar ist, dass sie nicht ineinem TV-Studio sind: Letztens hat Renate Künasteine flapsige Bemerkung direkt in meinem Status-Feed kritisch gekontert. Das fand ich klasse.“
Mario Sixtus,Videojournalist, als „Elektri-scher Reporter“ bekannt
„Trotz seiner Verbreitung spieltdas Medium Internet bei dieser Bundestagswahl eine unterge-ordnete Rolle. Online werden eher gezielt Infor-mationen als politischer Überblick gesucht. Für die Willensbildung sind TV und Print bisher wich-tiger. Dieses Nutzungsverhalten spiegelt sich auchim Engagement der Parteien wider. Aufgrund der unterschiedlichen Systeme zur Parteienfinanzie-rung wäre eine Unterstützungskampagne, wie sieObama in den USA zum Sieg verholfen hat, inDeutschland auch gar nicht so erfolgreich.“
Thomas Petersen,Projektleiter, Institut fürDemoskopie Allensbach
„Die Parolen der Parteien lauten,von Obama lernen heißt siegenlernen‘. Die Anzahl der Follower und Freunde halten sich aber in Grenzen. Proble-me sehe ich in der mangelnden Bekennerschaftder Deutschen zur politischen Richtung und imfehlenden Star-Potenzial der Kandidaten. KönntenSie sich Steinmeier auf dem Titel der GQ vorstel-len? Oder einen Youtube-Song über Angela Mer-kel von den Fanta4? Sie sind zu wenig Marke, zuwenig Charismatiker, die für Begeisterung sorgen.Das können Twitter und Facebook nicht ändern.“
Matthias Berger,Beratung digitale Strategie,Berger Baader Hermes
„Nach Obama wollen auchCDU, SPD und Co. die Wahl imNetz gewinnen und setzen auf soziale Netzwerke. Nur wollen sich viele Wähler bislang nicht so recht vernetzen. Dafür sprechenInternetnutzer und Politiker noch zu unterschied-liche Sprachen – und in Deutschland verrät an-ders als in Amerika niemand gern, wen er wählt.Bezeichnend: Die Piratenpartei hat in Online-Um-fragen und sozialen Netzwerken oft mehr Unter-stützer als die etablierten Parteien. Ob aus denKlicks aber auch Kreuzchen werden, ist offen.“
Schlapper Onlinewahlkampf 
Alle wollten wie Obama sein, doch im Web ist nun Ernüchterung eingekehrt
aus protokollarisch vorgetragenen Terminhinwei-sen.Nicht das Medium hat ein Problem,meint da-her Matthias Berger,Chefder Werbeagentur Ber-ger Baader Hermes,sondern die Protagonisten:„Esfehlt an Charismatikern“,sagt Berger.Aber auch das Publikum verhält sich anders alsin den USA:Hierzulande gilt die Wahlentscheidungals Privatsache.Amerikaner pflastern dagegen Auto,Sakko und Myspace-Profil mit Stickern,Aufkleberund Buttons zu.Vielleicht gibt es keine Polit-Stars,weil es keine Starkultur gibt? Am Ende ist die Fra-ge akademisch.Denn aufgrund der völlig unter-schiedlichen Parteienfinanzierungssysteme istdieGröße der aktiven Unterstützerschar gar nicht sowahlentscheidend,erklärt Thomas Petersen,derdie Parteien für das Institut für Demoskopie Allens-bach beobachtet:„In Deutschland geht es im Wahl-kampfnicht primär darum,Spenden einzusam-meln.“ Sein ernüchterndes Fazit:„Wahlen werdenvielleicht in 20 Jahren im Internet gewonnen.“
dg 
Sebastian Gievert,Redaktionsleiter,Politik-digital.de
   F  o   t  o  :   S   t  e  p   h  a  n   F  r   i   t  s  c   h
Die Bundestagswahl
wird wohl nicht im Web entschieden
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Sicherheit durch volle Redundanz der Infrastruktur
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