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 Roland Walter Gurski (1948 - 2008)
Mein Bruder – Sein Leben– Unser Umfeld
 Von Almuth Hauptmann-Gurski (2009)
Roland wurde in den Hungerjahren in Plauen in der SowjetischenBesatzungszone in eine Familie geboren, die schon damals auf tönernenFüßen stand.„Ich dachte, ein zweites Kind würde die Ehe kitten. Als ich denAlten so weit hatte, war er schon unterwegs“, antwortete unsere Muttermir auf die Frage, warum sie denn noch ein zweites Kind in eine wackelige Ehe gesetzt hatte.Meine Frage war von den nicht endenden Klageliedern ausgelöst worden, die unsere Mutter kennzeichneten und die unseren „verachtens- würdigenden“ Vater, dessen geldgierige „Halbwelt“-Familie, Geldmangel,zu viel Hausarbeit usw. zum Inhalt hatten.Ich habe es meinem Bruder nie gesagt, dass er mit dieser Hypothek geboren wurde. Nicht lange nach seiner Geburt hatte unser Vater mitder sowjetischen Kommandantura Schwierigkeiten und wir flüchtetennach West Berlin, wo unseres Vaters Mutter, deren Schwestern undseine Schwestern waren.Nach ein paar Monaten fanden wir eine nur halb nach den Bom-benschäden hergerichtete Wohnung in der Duisburger Straße in Wilmersdorf, wo wir dann aufwuchsen. Die Wohnung war ganz obenund mir Dreikäsehoch fiel es schwer, die 100 Stufen hinaufzulaufen.Roland wurde getragen, denn der Fahrstuhl wurde erst 1953 wieder inBetrieb genommen.Ich teilte mit meinem Bruder das „Kämmerchen“, aber meineErinnerungen daran sind nicht sehr deutlich. Im Zuge des Wiederaufbausvon 1953 wurde auch der Rest unserer Wohnung wiederhergerichtet,so dass wir 4 Zimmer plus Kämmerchen hatten.Roland war ein charmanter, unruhiger kleiner Junge, der manchmalStrahlemännchen genannt wurde. Seine langen Augenwimpern riefenviel Neid hervor. Später stießen sie an die Brillengläser, was ihm dannnicht so gefiel. Er ging in den Kindergarten, von wo ich ihn oft abholte,besonders, wenn unsere Mutter es vergessen hatte. Da musste ich mich
2010 Nachtrag Seite 15:Entmietung! Mord, Selbstmord?
 
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dann entschuldigen und nicht sie. Roland war damals zwischen vierund sechs, ich zwischen acht und zehn. Wir gingen die Eisenzahnstraßeherauf, über die Brandenburgische Straße mit den Straßenbahngleisenund kamen dann in unsere ruhige Wohnstraße, wo Kinder auf derFahrbahn spielten. Ich glaube, Roland war auch dabei gewesen, als wirSteine auf die Straßenbahngleise legten, und uns dann an dem Knallder vorbeifahrenden Straßenbahn delektierten.Zu Hause war es nicht so einfach, denn Mutter und Vater benah-men sich wie Hund und Katze. Ich weiß nicht, wieviel Roland davongemerkt hat, aber seine Unausgeglichenheit und Unruhe könnten gutdaher gerührt haben, dass die Luft bei uns fast immer zum Schneiden war.Einmal bin ich mitten in der Nacht aufgestanden und mit demTeppichklopfer nach vorn in Vaters Zimmer gestiefelt, um die Streit-hammel zu verhauen. Die Mutter hatte mich öfter mit dem Teppich-klopfer verhauen, daher. Ich kann wohl nicht älter als zehn gewesensein, also war Roland sechs.Roland ging zur Schule, war aber nicht besonders gut. Heute würdeman wohl sagen, er sei etwas dislexic, aber damals wurde das mit Unfähig-keit gleichgesetzt. Ich hatte die Grundschule mit links gemacht und da waren die mangelnden Leistungen des Kronprinzen wohl eine echteEnttäuschung. Unser Vater war ja ein Doktor der Physik und seineDissertation war offensichtlich bahnbrechend, denn seine Arbeit überSelenphotoelemente ist nach bald 70 Jahren immer noch im Angebot wissenschatlicher Literatur.1957, Roland war neun Jahre alt, sah die Trennung unserer Eltern:Vorn in seinem Zimmer der Vater, im hinteren Teil der Wohnung,hinter der abgeschlossenen Zwischentür, unsere Mutter, Roland undich. Wir fuhren in dem Jahr zusammen in die Sommerferien in einDorf in der Rhön, wo Roland auf einem Bauernhof und ich in einerFamilie untergebracht waren. Seit dieser Zeit musste ich meine Wäscheselbst, natürlich mit der Hand, waschen. Unsere Mutter verschlepptedas Waschen meiner Kleidung bis ich mich daran gewöhnt hatte, dassich da immer selbst zur Tat schreiten musste.Zu dieser Zeit, in der vierten Klasse, waren dann Rolands Schul-leistungen so schlecht, dass er diese Klasse noch einmal machen musste.Im folgenden Jahr zog unser Vater aus und wir mussten ihn einmal imMonat an einem Sonntag besuchen. Wir fuhren mit der Straßenbahn
 
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zum Hochhaus am Lietzensee, wo er eine kleine Neubauwohnung hatte.Um 12 Uhr Mittags mussten wir bei ihm klingeln; um 19:00 Uhr mussten wir bei der Mutter zurück sein – wehe, wenn da überzogen wurde!Roland und ich nahmen das alles mit Achselzucken hin. Eigentlichhätten wir lieber gemacht, was wir wollten als da herumgeschoben zu werden. Trotzdem hat es natürlich Spaß gemacht, wenn sich der Vatermal einen Käfer mietete und wir die Gelegenheit hatten, einmal ineinem Auto zu fahren.Die Oma, unseres Vaters Mutter, spielte in unserem Leben keinegroße Rolle und andere Großeltern hatten wir nicht, da die mütterlichenGroßeltern bei unserer Mutter Geburt 45 bzw. 60 Jahre alt gewesen waren. Oft habe ich in den letzten Jahren daran gedacht, dass das eineungesunde Familienstruktur war, denn die Mutter war schon zu alt, umihrer Tochter, unserer Mutter, gelegentlich zur Seite zu stehen. DieEnkelkinder solcher alten Eltern lernen natürlich auch die Großelternnicht mehr kennen.Auf unseres Vaters Seite soll es wohl noch Gurski Verwandte(Architekten) gegeben haben, aber es hieß, sie hätten nach des GurskiGoßvaters Tod 1913 mit unserer Großmutter gebrochen. Unsere Tante Wally Gurski, die zehn Jahre lang Skatmeisterin gewesen war, wussteauch von unserer Familie nichts, denn ich erinnere mich an eine Bemer-kung ihrerseits „vielleicht stammen wir von russischen Adligen ab“, was garantiert Einbildung war, aber zeigte, dass auch ihr nichts gesagt worden war.Bis 1956 gingen wir zu Heiligabend zur Oma. Sie hatte ja signi-fikanten Hausbesitz, jeder tanzte nach ihrer Pfeife – und für denRückweg spendierte sie ein Taxi. Das war die einzige ‚Veranstaltung‘, wo unsere Eltern zusammen aus dem Haus gingen.Roland ist aber auch einmal allein dorthin gefahren. Ich habe einehandgeschriebene Notiz von vielleicht 1955 oder 56 „Bin bei Oma“. Daist er im Alter von 7 oder 8 Jahren mit der Straßenbahn 3 von Wilmers-dorf nach Schöneberg gefahren.Insgesamt war Roland leider unausgeglichen und nicht leicht zuleiten. Er kam zu den evangelischen Pfadfindern. Die Mutter glaubte,dass dieses Gruppenerlebnis dazu führen würde, dass er sich leichtereinfügte.An einem Sonntag hatten sie ein ganztägiges Pfadfindertreffenund als Roland gegen Abend mehr als eine Stunde überfällig war,
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Deutschland ist noch nicht gereinigt. Die deutsch-französische Freundschaft wurde damit erkauft, daß die Milliardenwerte der Minol-Grundstücke der elf Aquitaine zugeschanzt wurden. 'Verkauft' heißt es, aber wer hat das Geld eingesackt? Mein Bruder und ich haben es nicht bekommen. Ein Leben verbrennt an den Spätfolgen von Kanzlersache.

Woher hat denn die Roland Berger Foundation so viel Geld, daß sie eine Million einfach so entbehren kann? Oder ist es vielleicht das Geld, das Kohl auf die Schweizer Nummernkonten hat schaffen lassen, wofür ihm die Seilschaften nun das Trinkgeld spendieren? System Kohl, System Elf, oder Kanzlersache, der Missbrauch des demokratischen Prozesses wird nicht bestraft sondern fürstlich belohnt. Deuts

Wenn man bedenkt, daß es das System Kohl war, was die Ereignisse verschlimmert hat, da kann es einem schon hoch kommen, wenn man davon liest, daß der Übeltäter schon wieder eine Medaille bekommt. Bei der Medaille bleibt es natürlich nicht, er muss auch noch eine Million bekommen. Wofür? Dafür daß er die Arbeit getan hat, für die er fürstlich bezahlt worden ist und noch wird? Woher hat denn die Rol

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