unserer Abreise nach Kiew ging. Es war so: Ciganovic sprach in einem fort, es wird schonworden, aber wir müssten uns gedulden, und so war es von einem Tag zum anderen. Ich gabmeinen Plan schon auf und dachte, es werde aus all dem nichts werden, als eines TagesKazimirovic aus dem Auslande zurückkehrte. Jetzt kam Ciganovic sofort zu uns und sagte,dass wir Bomben und Revolver bekommen werden.Dr. Perisic: War es Dir möglich zu schliessen, dass e r gerade zum Zwecke dieses Attentatesin s Ausland reiste?
Cabrinovic
: Das weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass Princip dagegen war, dass noch jemandin s Vertrauen gezogen werde, aber Ciganovic sagte, dass dieser Kazimirovic einverlässlicher Mensch sei und wir zu ihm Ver trauen haben könnten. Er sagte, er sei ein guter Mensch und auch ein guter Freund des Tankosic.Präsident: Wissen Sie noch etwas von ihm?
Cabrinovic
: Ich weiss nichts mehr.Präsident: Gab es hier in Sarajewo Personen, welche darum wussten? oder glauben Sie, dasses sonst Personen gab, die in die Sache eingeweiht w aren?
Cabrinovic
: Davon will ich nicht reden. Ich werde diese Geheimnisse mit ins Grabnehmen.Präsident: Wie heisst jener dritte Student, von dem Sie am Samstag erzählten, dass er vomAttentate wusste, jener, d er von Belgrad abreiste?
Cabrinovic
: Ich weiss nicht, wie er heisst.Präsident: Wie? und Sie haben so genau erzählt?
Cabrinovic
: Ich weiss, dass er Kazimirovic heisst. Er ist kein Student, sondern er hat einegeistliche Akademie vollendet. Er ist eine angesehene Persönlichkeit in Belgrad.Dr. Premuzic: Wie alt ist er?
Cabrinovic
: Er ist ein Kamerad des Tankosic und mag 30 bis 40 Jahre alt sein.Präsident: Erzählen Sie, was war mit ihm?
Cabrinovic
: Ich sagte zum Ciganovic, dass ich bereit sei. Er antwortete, dass er sehen werde.Als wir davon sprachen, man müsse das Attentat ausführen, aber dass man Waffen dazu brauche, sagte er, es gebe Leute, welche die Mittel geben würden; e r werde mit ihnen reden.Später sagte er mir, dass er mit Tankosic reden werde und mit diesem Kazimirovic, der einFreimaurer ist, und etwas wie ihr Vorsteher war. Dieser reiste gleich darauf ins Ausland. Er bereiste den ganzen Kontinent. Er war in Russland und in Frankreich. Als ich Ciganovicfragte, was es mit der Sache sei, antwortete er immerfort, ja wenn dieser kommt. Damalserzählte mir Ciganovic, dass die Freimaurer schon vor zwei Jahren den Thronfolger zum Todverurteilt hätten, aber dass es keine Menschen gebe, die dies ausführten. Nachher, als er mir die Browningpistole und die Patronen gab, sagte er mir, dass dieser Mensch gestern abendsangekommen sei. Ich wusste, dass seine Reise ins Ausland damit in Verbindung stand unddass er so was wie Konferenzen mit anderen abhielt.Präside nt: Hat das Ciganovic auch dem Princip gesagt? War Princip gegenwärtig, als IhnenCiganovic das sagte?
Cabrinovic
: Princip war mehrmals zugegen.Präsident: Was sagte Princip dazu, dass auch dieser es wusste?
Cabrinovic
: Dem Princip war es nicht lieb, dass jener es wüsste, aber Ciganovic sagte, dassman ohne diesen (Kazimirovic) nichts tun könne.Präsident: Sind das nicht Fabeln, die Sie erzählen?
Cabrinovic
: Das ist reine Wahrheit, und hundertmal wahrer, als alle Eure Dokumente über die Narodna Odbrana".
Quelle: "Petrus - Blätter" vom 14. und 25. September 1915 ("Der Mord von Sarajewound die Freimaurerei" oder „Der Prozeß gegen die Attentäter von Sarajevo“ von Prof. Pharus und Kohler,S.11-15,33,58,79,162
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