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GESCHICHTE DES SCHULZWANGSIN DEUTSCHLAND
© 2008 Zusammengestellt von Hans Balthasar (Pseudonym)
DIE HEUTIGEN SCHULGESETZE SIND DAS ERBE DES NATIONALSOZIALISMUS
„Wenn wir nichts dagegen tun, wer soll es dann tun?“ 
 
Sophie Scholl
Diese Zusammenstellung zeigt die Historie der deutschen Schulpflicht bis hin zumsystematisch staatlich erzwungenen Schulbesuch der Gegenwart in Deutschland auf.Wesentliches Fazit ist dabei die Tatsache, dass die heutigen
Schulgesetze das Erbe desNationalsozialismus
sind. Die Geburtsstunde des deutschen Schulzwangs mit seinenfaktisch angewandten „Maßnahmen“ der Erzwingung muss auf den 6. Juli 1938 datiertwerden, den Tag des Inkrafttretens des Reichsschulpflichtgesetzes.Daher ist die vorliegende Arbeit zum
70. Jahrestag des Schulzwangs in Deutschland (6.Juli 2008)
all den FAMILIEN gewidmet, welche aufgrund Ihrer persönlichenBildungsvorstellungen Deutschland bereits verlassen mussten.Das „Handbuch des Schulrechtes“ schreibt zu Recht zusammenfassend: „Die Schulpflichtwar bis ins 20. Jahrhundert hinein, genau genommen
KEINE
Pflicht zum Besuch eineröffentlichen Schule, sondern nur eine Unterrichts-Pflicht.“
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Früher wurde im Rechtsdeutsch immer von ,Schulzwang’ gesprochen, heute finden wir diesuggestiv höflichere Formulierung „Schulpflicht“. Die Schulpflicht ist keine Erfindung derDemokratie, sondern des fürstlichen Absolutismus
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.„Die Schreib- und Leseschulen und die Rechenschulen des Spätmittelalters bildetenebenso wie die Küster- und
SONNTAGSSCHULEN der REFORMATION 
die Vorstufe derVolksschule.“In diesen Sonntagsschulen der Reformation fand das Lernen von Lesen und Schreiben mitder Bibel statt. Durch das Lesenkönnen und durch das Verstehen der Heiligen Schrift hattedas allgemeine Volk, Kinder wie Eltern, zum ersten Mal die Möglichkeit an Hand des WortesGottes die Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus zu erkennen, welche ihnen in derdamaligen Zeit durch die Katholische Kirche vorenthalten wurde.„Zum ersten Mal erwähnt wird der Begriff
Volksschule 
1779
, sie wurde auchElementarschule, Landschule, Dorfschule oder Armenschule genannt. Als Begründer desVolksschulwesens in deutschen Ländern (Deutschland) gilt der preußische König FriedrichWilhelm I. (1683-1740). 1717 erließ er das Edikt zur allgemeinen Schulpflicht. Er bestimmte,daß Kinder vom fünften bis zum zwölften Lebensjahr in die Schule gehen und erst entlassenwerden sollten, wenn sie lesen und schreiben konnten. Ebenso musste der Katechismusauswendig gelernt werden.Friedrich II. von Preußen (1712-1786) reformierte das Schulwesen. Die Dauer derSchulzeit wurde im „Königlichen-Preußischen-General-Landschul-Reglement“ vom 12. August
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Stein E., Roell M.: Handbuch des Schulrechts. a. Seite 52-53
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Wikipedia zum Begriff Volksschule: http://de.wikipedia.org/wiki/Volksschule
 
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1763 auf acht Jahre festgelegt. Das Generallandschulreglement, welches der TheologeJohann Julius Hecker maßgeblich vorbereitet hatte, bildete die Grundlage für die Entwicklungdes
preußischen Volksschulwesens 
.“Dies ist zwar für Historiker selbstverständlich, wird aber sehr häufig in der Geschichte derEntstehung der Schule gerne anders dargestellt. So lesen wir unter anderem in einem Buchzur Darstellung der Geschichte der Schule in Deutschland von einem Befürworter derSchulpflicht folgendes:„Die Errichtung einer öffentlich beaufsichtigten schulischen Elementarerziehung der Jugendund ihre Absicherung durch
Schul- bzw.
 
Unterrichtspflicht
, ebenso der spätere Schulzwangund die Bestrafung
haben in Deutschland ihre Ursprünge in den wohlfahrtsstaatlich-polizeilichen Maximen des aufgeklärten Absolutismus.
 Die Berechtigung des Staates, den einzelnen Menschen letzten Endes durch die Drohungund den Vollzug staatlicher Gewalt in die Schule zu zwingen, ist seitdem zwar verschiedenbegründet, sie ist jedoch kaum prinzipiell in Zweifel gezogen worden.“
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 Die Fürsten wollten alle Untertanen im Sinne des Staates zu braven Bürgern und dieJungen zu guten Soldaten erziehen. „Zum ersten Mal, soviel ich sehe, ist das Prinzip desSchulzwangs in der weimarischen Schulordnung von 1619 ausgesprochen worden.“
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Was waren die Motive des deutschen Kaiserreiches und infolge der anderen europäischenStaatsmächte außer Wohltaten für ihr Volk noch? Damals gab es noch keinen Schulzwang,sondern es wurde - noch weitgehend subsidiär – eine Schulpflicht etabiliert. Wie wurde derErfolg von Volksbeschulung seinerzeit gemessen? Staaten führen Krieg und messen sich imKrieg, und so sollte auch Deutschlands Sieg über Frankreich 1870/71 Maßstab für denfragwürdigen Erfolg pflichtgemäßer Volksbeschulung sein. So zu lesen in der BayrischenLehrerzeitung vom 14. März 1873, die ausführt: „Der deutsche Schulmeister hat gesiegt!“ Dashat Methode. Jedenfalls erfolgte die Veröffentlichung unter der Kapitelüberschrift
Pädagogik und Methode 
. „Der militärische Sieg Deutschlands im Krieg gegen Frankreich (1870/71) wurdeu.a. als Erfolg, der auf der Schulpflicht basierenden deutschen Volksschule gewertet.Frankreich, Belgien, England u.a. westeuropäische Länder führten daraufhin ebenfalls dieSchulpflicht ein.“
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 Auch wenn der Hausunterricht trotzdem immer noch ein Nischendasein führen durfte, giltdoch, daß sich der entwickelte Schulzwang nicht hehren demokratischen Zielen der Gleichheitoder Chancengleichheit dienen sollte, sondern ein zentrales Steuerungselement war, mitdenen der Staat die Bevölkerung in seinem Sinn formte. „Die Schulpflicht ist das Kind desAbsolutismus“
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Winter E.: Schulpflicht und Schulzwang: Überlegungen zur Strafwürdigkeit der Verletzung derSchulbesuchspflicht. 1978, Seite 408
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Paulsen, Friedrich: Das deutsche Bildungswesen in seiner geschichtlichen Entwicklung. Leipzig 1912,Seite 85
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URL:http://www.paedI.ewf.uni-erlangen.de/schulmuseum/ka_410.htm, gesehen Januar 2008
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Moller, Hans: Die Schulpflicht des Rechtsaltertums. Wolfratshausen 1991, Seite 39
 
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Deswegen führt auch ein direkter Weg vom Schulzwang in den Nationalsozialismus
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,dieser Nationalsozialismus, der es sich zu nutze machte, daß alle Kinder sowieso nach derVorgabe des Staates lernen mussten und er lediglich die RESTE ALLER FREIENALTERNATIVEN in Privatschulen, Alternativschulen und UNTERRICHT ZU HAUSE beseitigenoder gleichschalten musste. „Stattdessen hat die allgemeine Schulpflicht unterZurückdrängung der Privatschulen und Hausunterricht den Weg zur Ideologisierung derSchule durch den Nationalsozialismus geöffnet.“
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 Alle Kinder werden im Namen von Toleranz und Integration extrem INTOLERANT in dieSchule gezwungen. Wir rühmen uns in Deutschland unserer Toleranz, haben aber inWirklichkeit in einigen Bereichen mehr strafbewehrte Gesetze und weniger Freiheiten als zuKaisers Zeiten.Um aufzuzeigen, dass
der Schulzwang in Deutschland ein Erbe desNationalsozialismus ist
, sollte jeder Bürger unseres Landes folgendes wissen:
Vor 1938 war in Deutschland trotz aller Schulpflichtgesetze der Unterrichtzu Hause (= als Hausschule, oder Hausunterricht sprich Homeschooling)immer als Ausnahme zulässig! Deshalb sprach man bei der Schulpflichtimmer im Sinne von UNTERRICHTSPFLICHT!
Deutschland, das seit Einführung der Schulpflicht in Preußen 1717 schon immer diestriktesten Gesetze diesbezüglich hatte, kannte zur Zeit der Weimarer Verfassung 1919 unddes endgültigen preußischen Schulpflichtgesetzes von 1927 kein Verbot des Privat- oderHausunterrichtes und dieser war immer noch sehr verbreitet. In der sogenanntenPaulskirchenverfassung, der Reichsverfassung vom 28. März 1849, findet sich derHausunterricht, wie man ihn damals bezeichnete, in § 154 noch im MENSCHENRECHTS-KATALOG: „Der häusliche Unterricht unterliegt keiner Beschränkung.“
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 In allen strikten preußischen Regelungen war der Heimunterricht trotzdem immer weitererlaubt, z. B. im „General-Land-Schul-Reglement“ Preußens vom 12.1.,1763 (§ 15) oder in der„Schulordnung für Elementarschulen der Provinz Preußen“ vom 14.5.1845 (§ 1), ebensofinden wir folgendes in der „Kabinettsorder betr. Die Schulzucht“ vom 14.5.1825: „Eltern oderderen gesetzliche Vertreter, welche nicht nachweisen können, daß Sie für den nötigenUnterricht der Kinder in ihrem Haus sorgen, sollen erforderlichen Falls durch Zwangsmittel undStrafen angehalten werden, jedes Kind, nach zurückgelegtem fünften Jahre, zur Schule zuschicken.“
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Der radikale DEUTSCHE Schulzwang wurde in dieser FORM erst 1938 vonden Nationalsozialisten eingeführt, um die deutsche Jugend ALLEIN zukontrollieren.
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auch nachzulesen in Froese, Leonhard: Deutsche Schulgesetzgebung. Band I: Brandenburg, Preußen undDeutsches Reich bis 1945. Weinheim. 1968, Seite 40-43
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Moller, Hans: Die Schulpflicht des Rechtsaltertums. Wolfratshausen 1991, Seite 40
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Goldmann, Wilhelm: Deutsche Verfassungen. München 1974, Seite 32. (Die staatliche Schulaufsichtfindet sich in § 153)
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Froese, Leonhard: Deutsche Schulgesetzgebung. Band I: Brandenburg, Preußen und Deutsches Reich bis1945. Weinheim 1968, Seite 107; Seite 155; Seite 152.

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