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Glueck Und Hunger

Glueck Und Hunger

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02/07/2013

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GLÜCK UND HUNGER 
1
 
Heute möchte ich über etwas sprechen, das die meisten vonEuch wahrscheinlich mißverstehen. Obwohl Ihr alle miteinem gewissen Interesse am Buddhismus hergekommen seid,mag es doch sein, daß Ihr noch manches falsch versteht.Aus diesem Grund bitte ich Euch Eure geistigen Energien zusammeln und Eure besondere Aufmerksamkeit dem Thema dasheute besprochen wird, zuzuwenden.Das, worüber wir sprechen werden ist Glück (
sukha
). Dasist ein Wort, das sowohl im Thailändischen (
kwamsukh
) alsauch in der Palisprache (
sukha
), und sogar im Deutschen(Glück) ziemlich schwammig ist. In allen drei Sprachen hatdieses Wort viele verschiedene Anwendungen undBedeutungen. Es ist oft schwierig zu verstehen, wasMenschen genau meinen, wenn sie dieses Wort benutzen. Weildieses Thema sehr verwirrend werden kann, ist es notwendigzu einem gewissen Verständnis davon zu gelangen, und dasist der Grund, warum wir heute über Glück sprechen wollen.Grundlegend gibt es zwei Arten von Glück: Das Glück, dasim täglichen Leben gewöhnlicher Menschen auftritt und vonihnen erlebt wird, und das Glück, das entsteht, wenn dasletztendliche Ziel des Lebens verwirklicht wurde.Das sind zwei sehr verschiedene Dinge, aber wir nennen siebeide "Glück". Normalerweise vermischen wir diese zweiBedeutungsebenen, bringen sie durcheinander und sind unsnie ganz klar, worüber wir eigentlich reden.
 Welches Glück wollt Ihr?
Hier ist ein Beispiel, wie die Vieldeutigkeit diesesWortes Probleme schaffen kann. Es ist anzunehmen, daß Ihrauf der Suche nach Glück hierher gekommen seid um Dhammazu studieren und zu üben. Euer Verständnis von Glück, dasGlück, das Ihr Euch wünscht, mag jedoch nicht das selbesein wie das Glück, auf das der Buddhismus abzielt und dasaus der Ausübung des Dhamma erwächst. Wenn nun das
sukha
,das Ihr Euch wünscht, nicht das
sukha
der Dhamma-Übungist, dann steht zu befürchten, daß Ihr Enttäuschung oderNiedergeschlagenheit erleben werdet. Es ist also notwendigetwas Verständnis in dieser Angelegenheit zu entwickeln.Um Zeit zu sparen und Euch das Verständnis zu erleichtern,umreißen wir einmal den prinzipiellen Unterschied der zweiArten von Glück.Das gewöhnliche Glück, für das sich normale Menscheninteressieren, tritt dann auf, wenn ein bestimmter Hunger
1
 
Sukha:
Freude, Glück, Glückseligkeit.Wörtlich, "leicht zu ertragen"; ruhige, sanfte, angenehme Empfindungen.
Taºha,:
Hunger, Durst, Begehren, blindes Wollen, Verlangen, törichtesWünschen
 
oder ein bestimmtes Verlangen befriedigt wurde. Das istdas typische Verständnis von Glück.Im Sinne des Dhamma jedoch besteht Glück darin, daß esüberhaupt keinen Hunger oder Verlangen mehr gibt, wenn wirvon Hunger, Begehren und Wünschen vollständig frei sind.Dieser Unterschied ist der Punkt, dem wir besondereBeachtung schenken müssen:Glück aufgrund der Befriedigung von Hunger - und - Glückdurch das Fehlen von Hunger.Erkennt Ihr den Unterschied? Könnt Ihr ihn fühlen?Laßt uns bei dieser Gelegenheit auch gleich über dieWörter "
lokiya
" und "
lokuttara
" sprechen, weil sie inBezug auf die Angelegenheit, die wir heute untersuchen,von Bedeutung sind.
Lokiya
heißt: "vorgehen entsprechendweltlicher Belange und Angelegenheiten". Das heißt, in derWelt zu sein, in der Welt gefangen zu sein, der Macht unddem Einfluß der Welt zu unterliegen. Gewöhnlich wird esmit "weltlich" und "irdisch" übersetzt.
Lokuttara
, heißt:"über der Welt zu sein", sich jenseits des Macht- undEinflußbereiches der Welt zu befinden. Es kann mit"transzendent" oder "überweltlich" übersetzt werden.Nun können wir die zwei Arten des Glücks leichtermiteinander vergleichen und auseinanderhalten.
Lokiya-sukha
(weltliches Glück), das im Machtbereich der Welt
2
 gefangen ist, und von ihren Bedingungen und Begrenzungenbestimmt wird und
lokuttara-sukha
(transzendentes,weltüberschreitendes Glück), das sich außerhalb desEinflußbereichs der Welt befindet. Versucht denUnterschied dieser zwei Worte so klar wie möglich zubegreifen.Wir müssen noch genauer hinsehen.
Lokiya
bedeutet, in derWelt festzustecken, von der Welt herumgeschleift zuwerden, von weltlicher Macht und weltlichem Einflußdominiert zu werden. In diesem Zustand gibt es keinespirituelle Freiheit, es handelt sich um dasNichtvorhandensein spiritueller Unabhängigkeit.
Lokuttara
 bedeutet, ungebunden, von der Welt befreit zu sein. Dasist spirituelle Freiheit.So gibt es, um es noch einmal anders auszudrücken, diesezwei Arten des Glücks: Glück das nicht frei ist und Glückdas unabhängig ist; das Glück der Sklaverei und das Glückder Freiheit.Das ist der Punkt, von dem wir befürchten, daß Ihr ihnmißversteht. Wenn Ihr auf der Suche nach
lokiya-sukha
 hierher gekommen seid und aus diesem Grund Buddhismusstudiert, der die entgegengesetzte Art von Glückanzubieten hat, werdet Ihr enttäuscht werden. Ihr werdetnicht finden, was Ihr Euch wünscht. Die Übung des Dhamma,und das schließt eine weise meditative Übung mit ein,führt zu
lokuttara-sukha
und nicht zu weltlichem Glück.Diesen Punkt müssen wir gleich von Anfang an klarstellen.Wenn Ihr jedoch den Unterschied dieser zwei Arten von
2
 
Loka:
Welt, das, was unausweichlich bricht, zerfällt und sich auflöst.
 
sukha
und damit den Zweck von Suan Mokkh
3
erkennt, werdetIhr hier nicht enttäuscht werden.Das Glück "befriedigten Hungers" und das Glück "ohneHunger", kürzer und klarer können wir das nichtdefinieren. Inwiefern sind sie verschieden? Untersuchtdiese Angelegenheit und Ihr werdet selbst erkennen wasgemeint ist.
Endloser Hunger
Nun werden wir bei unserer Untersuchung weiter bemerkenkönnen, daß das Glück, das auf der Befriedigung desHungers basiert, hoffnungslos ist, weil es nie dauerhaftbefriedigend sein kann. Die vielen Dinge, nach denen unshungert, verändern sich ständig, und kaum hat etwasunseren Hunger befriedigt, ändert es sich, und der Hungerist wieder da. So ist diese Befriedigung flüchtig undillusorisch. Und auch der Hunger selbst ändert sich undkann deshalb nie dauerhaft gestillt werden. DieseSituation bleibt ewig die Gleiche. Gerade die moderne Weltsteckt tief in diesem endlosen Problem der Schaffung vonGlück durch Wunscherfüllung gefangen.Versucht Euch vorzustellen, Ihr wärt der alleinigeEigentümer der Welt, des Universums, des gesamten Kosmos.Nun, da Ihr alles, was es gibt, besitzt, hört der Hungerauf? Kann er aufhören? Betrachtet diese Frage bitte ganzsorgfältig mit und in Eurem Geist. Wenn Ihr alles bekämet,das Ihr Euch nur irgend wünschen könntet, wäre Euer Hungergestillt? Oder würdet Ihr ein zweites Universum verlangen,nach einem dritten hungern?Betrachtet die Tatsache, daß der Hunger durch unsereVersuche, ihn zu befriedigen, nie endgültig gestillt wird.Dessen ungeachtet sind Erziehung und Fortschritt inunserer heutigen Welt einzig darauf abgestimmt mehr,"schönere" und "befriedigendere" Dinge herzustellen.Moderne Wissenschaft und Technologie sind die Sklaven desHungers. Unsere Welt fällt immer tiefer in das bodenloseLoch des endlosen Produzierens von immer verführerischerenDingen in dem Versuch, den Hunger zu befriedigen. Aber wowerdet Ihr in so einer Welt wirkliches Glück finden?Ich möchte einige Vergleiche anstellen um zu illustrieren,wie das weltliche Glück Phase um Phase voranschreitet. Derneugeborene Säugling ist glücklich, wenn er in den Armenseiner Mutter liegt und an ihrer Brust nuckeln kann. Dasbefriedigt das Baby bis es etwas älter und größer wird.Dann ist die Mutterbrust nicht mehr genug. Das Kind lerntandere Speisen und Freuden kennen. Nun ist sein Glück vonEiscreme, Bonbons und anderem ungesundem Zeug abhängig unddavon, herumzulaufen und seine kleinen Spiele zu spielen.Es wird noch älter und auch diese Dinge befriedigen das
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Ajahn Buddhada,-sas Kloster der "Garten der Befreiung" (Suan Mokkh).

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