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Die Pariser Kommune

Die Pariser Kommune

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12/26/2013

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Die Pariser Kommune
Marlis Meergans, Eberhard Noll
Die 72 Tage der Pariser Kommune
 
Inhaltsverzeichnis
1.1Arbeitend leben oder k¨ampfend sterben!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21.2 Die Versch¨arfung der Klassengegens¨atze unter Napoleon III. . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.1 Kein Gewehr darf in den H¨anden der Bourgeoisie bleiben! . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52.2 Die Gewerkschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62.3 Die Demokratischen Klubs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72.4 Die Nationalgarde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
3.1 Der 4. September . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93.2 Nieder mit Trouchu! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
5.1 Der ’Frieden’ mit Preußen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
6.1 Der 18. M¨arz und die Reaktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
8.1 Die Finanzpolitik der Kommune . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
11.1 Die Provinzaufst¨ande . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
12.1 Statistik des Terrors der Maiwoche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
 
1 Vorgeschichte
Die Pariser Kommune war das Ergebnis der versch¨arften Klassenk¨ampfe zwischen Bourgeoisie und auf-strebenden Proletariat; sie ist zu sehen als Konsequenz der revolution¨aren Vergangenheit Frankreichs seit1789 und im besonderen der Jahre 1830 bis 1870.Liest man einen Bericht ¨uber die Kommun“ so meinteder Kommunarde Vaillant,der beim 18. M¨arz (1871; die Red.) beginnt, so hat man den Eindruck einerspontanen und folglich unverst¨andlichen Entstehung von mehr oder weniger genauen Fakten. Die Ge-schichte der Kommune wird erst verst¨andlich durch die Geschichte der Ereignisse, die ihr vorausgegangensind und sie hervorgebracht haben.“
1
Vom 27. bis 29. Juli 1830 st¨urzte das aufsteigende B¨urgertum und die junge franz¨osische Arbeiter-schaft, das durch den Wiener Kongress erneut an die Macht gelangten bourbonischen K¨onigshaus und denfeudalen Adel. Damit war vor allem der franz¨osischen Grossbourgeoisie der Weg zur politischen Macht(die ¨okonomische hatte sie bereits) in Frankreich geebnet, deren Oberhaupt nun der B¨urgerk¨onig LouisPhilippe wurde.Nach der Julirevolution, als der liberale Bankier Laffitte seinen Comp`ere (Helfershelfer;die Red.), im Triumph auf das Hotel de Ville (Rathaus von Paris; die Red.) geleitete, ließ er das Wortfallen: von nun an werden die Bankiers herrschen!“
2
Die Julirevolution stellte den Sieg der Finanzbourgeoisie ¨uber die Großgrundbesitzer dar. Die Fi-nanzleute und Bankiers, wie Laffitte und P`erier, Humann und Rothschild, beherrschten von nun an denStaat, nachdem sie zum Teil schon vor ihrer Macht¨ubernahme sich mit dem Adel verm¨ahlt hatten undsomit buchst¨ablich die Macht im Staat als Mitgift ¨ubernommen hatten. In den folgenden Jahren bis1848 schloß die Finanzbourgeoisie ein B¨undnis mit den Eisenbahnk¨onigen und ¨ubernahm zum Teil selbstgroßen Eisenbahnbesitz.Keine Gesellschaft kann eine Aristokratie entbehren“, erkl¨arte der Großindustrielle Jaubert im Jahre1836, jede Regierung braucht eine. Wollen sie wissen, welche die der Juliregierung ist, es ist die derGroßindustriellen; sie sind der Lehnsadel der neuen Dynastie.“
3
Die franz¨osische Industrie entwickelte sich ¨uberaus rasch und verdr¨angte mehr und mehr die manuelleArbeit. Diese Entwicklung des Kapitalismus f ¨uhrte gleichzeitig zu einer ungeheuren Ausbeutung des Pro-letariats. Die grassierende Arbeitslosigkeit in den St¨adten fiel zusammen mit deren ¨Uberbev¨olkerung. DieArbeitsbedingungen, unter denen bis zu 16 Stunden am Tage auch Frauen und Kinder zu Hungersl¨ohnenarbeiten m¨ußten, waren katastrophal. Die Unzufriedenheit der Arbeiterklasse f ¨uhrte schließlich zu Unru-hen, die in den Lyoner Aufst¨anden der Jahre 1831 und 34 gipfelten. Sie standen unter der Parole,
1.1Arbeitend leben oder k¨ampfend sterben!“
Es liegt kein Grund vor“, gestand sogar das großb¨urgerliche “Journal des D´ebats“ angesichts des offenenAusbruch der gesellschaftlichen Widerspr¨uche,die Dinge zu verhehlen. (...) Der Lyoner Aufstand hatein wichtiges Geheimnis aufgedeckt: Den Kampf innerhalb der Gesellschaft zwischen der Klasse derBesitzenden und der Klasse der Besitzlosen.“
4
Aber auch auf dem Land charakterisierte die Not die Lage der Bauern. Es gab ungef ¨ahr 3.750.000 Bau-ern, die durchschnittlich 5 Hektar besaßen, 350.000 die jeweils 35 Hektar besaßen und schließlich 100.000Großgrundbesitzer, die das Los der kleinen Bauern unertr¨aglich machten. (Abgaben an den Staat unddie Großgrundbesitzer sowie Wucher- und Hypothekenzinsen). Trotz der Not war der Großteil der Land-bev¨olkerung, wie sich auch sp¨ater zeigen sollte, reaktion¨ar gesinnt. Der Grund hierf ¨ur ist einerseits in derv¨olligen Abgeschlossenheit der franz¨osischen Landbev¨olkerung vom ¨offentlichen Leben zu sehen. Ande-rerseits ist die Bauernschaft die Ereignisse der franz¨osischen Revolution von 1789 und dem Aufkommeneiner neuen revolution¨aren Klasse - dem Proletariat - in den politischen Hintergrund ger¨uckt. M¨ude vomRevolutionswirrwar der Jahrhundertwende hatte es sich mit seinem Schicksal abgefunden und war jederrevolution¨aren Bewegung feindlich gesinnt.In den St¨adten trug die Not der Arbeiterklasse zu seiner Bewußtseinswerdung und Organisiertheitbei. Einer ihrer theoretischen F¨uhrer war der Schlosser Pierre Moreau, der in seiner SchriftDie Reformder Mißst¨ande des Gesellschaftsvereinswesens und die Verbesserung der Lage der Arbeiter“ die Gr¨undungvon Gewerkschaften als Interessenvertreter des Proletariats forderte.
1
Zitiert nach. M. Dommanget, Edouard Vaillant, Paris 1956 S.395
2
K. MarxDie Klassenk¨ampfe in Frankreich 1848-50“ Berlin 1951 S.29
3
Zitiert in: Pariser Kommune 1871, Berichte und Dokumente von Zeitgenossen, Berlin 1931, S.280-283
4
ebenda
2

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