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Lichtassoziierte Krankheiten Im Alter

Lichtassoziierte Krankheiten Im Alter

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06/13/2010

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Lichtassoziierte Krankheiten im Alter
Alexander WunschEinleitungLicht und die Vorgänge des Lebens sind auf der Erde innig miteinander verknüpft. Fast je-des Lebewesen schöpft seine Energie aus dem Licht der Sonne, an das die meisten Tiereund Pflanzen ideal angepasst sind. Auch der Mensch trägt eindeutige Zeichen, die sich imLaufe der Evolution in seinen Körper eingeprägt haben, so z.B. die verschiedenen Pig-mentierungen von Augen, Haaren und Haut, wie man sie als Anpassung an die örtlichenLichtbedingungen in großer Vielfalt über den Erdball verteilt findet. Bis vor 130 Jahren wa-ren die wichtigsten Lichtquellen Sonne und Mond, beide spielen z.B. für die chronobiologi-sche Anpassung an die Umgebung eine zentrale Rolle. Im Zuge von Verstädterung undIndustrialisierung haben die natürlichen Lichtsignale mehr und mehr an Bedeutung verlo-ren und wurden durch künstliche Lichtquellen ersetzt. Der zivilierte Mensch verbringt sta-tistisch betrachtet über 90% der Zeit in geschlossenen Räumen und ist damit primär demEinfluss von Kunstlicht ausgesetzt. Dieses Kunstlicht kann das natürliche Sonnenlicht nie-mals ersetzen, daher hat sich der Begriff der "biologischen Dunkelheit" gebildet: UnsereAugen nehmen das Kunstlicht zwar wahr,unserem Körper ist das jedoch nicht genug. EinTeilder lichtabhängigen Krankheiten entsteht dann, wenn der Körper zu wenig natürlichesSonnenlicht bekommt, der andere Teilkann durch ein Zuviel an Kunstlicht hervorgerufenwerden.LichtmangelkrankheitenDiese Gruppe lichtabhängiger Erkrankungen wird durch das Fehlen von Sonnenlicht her-vorgerufen und zeigte sich seit Beginn der Industrialisierung. Klassische Dunkelkrankhei-ten waren damals Tuberkulose und Rachitis, beide werden heute nicht mehr mit Sonnen-licht, sondern im Fall der Tuberkulose mit Antibiotika und im Fall der Rachitis mit Hormo-nersatztherapie (Vitamin D) behandelt. Vitamin D wird durch UV-Anteile im Sonnenlicht inder Haut gebildet und ist nicht nur für den Knochenstoffwechsel von zentraler Bedeutung,sondern auch für Immunsystem, Herz-Kreislauf-Organe und Gefäße. Neueste Studien zei-gen auf, dass Vitamin D vor den meisten Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowieMultipler Sklerose und Osteoporose schützt.Lichtüberschuss-KrankheitenZuviel Sonnenlicht ist ebenfalls ungesund und kann zu Sonnenbrand, Sonnenstich, Haut-krebs sowie zu Augenerkrankungen wie Grauem Star und Altersbedingter Makuladegene-ration (AMD) führen. Neueste Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass auch zu viel Kunst-licht nachteilige Wirkungen hat, besonders dann, wenn seine Spektralverteilung stark vonder natürlicher Lichtquellen abweicht. Besonders die modernen Fluoreszenzlampen undEnergiesparlampen weisen unnatürlich starke Blauanteile auf, die sowohl für die Netzhautdes Auges als auch für die Homöostase im Hormonsystem nachteilige Wirkungen haben.In diesem Zusammenhang muss man auch die Empfehlungen von Lichtplanern und Licht-technikern kritisch hinterfragen, die in Richtung immer höherer Farbtemperaturen in derAllgemeinbeleuchtung gehen. Je höher der circadiane Wirkungsfaktor einer Kunstlicht-quelle ist, desto größer ist ihr Potential, eine systemische Stressreaktion im Organismusauszulösen und die Netzhaut des Auges zu schädigen, was verstärkt für alte Menschenund AMD als Grunderkrankung zutrifft.FazitGute Architektur und Lichtplanung für die Lebensräume älterer und alter Menschen solltenicht nur auf Kunstlicht vertrauen, sondern in erster Linie für echtes Tageslichtsorgen undleichten Zugang zu sonnenlichtdurchfluteten Bereichen ermöglichen.

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