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Die Entwicklung der afrovenezolanischen und indigenen Kulturen in Venezuela. Über die Bedeutung der populären Kultur im venezolanischen geographischen Raum.

Die Entwicklung der afrovenezolanischen und indigenen Kulturen in Venezuela. Über die Bedeutung der populären Kultur im venezolanischen geographischen Raum.

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In der folgenden schriftlichen Arbeit wird die Entwicklung der populären Kultur Venezuelas in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt, die ihre Wurzeln in der afroamerikanischen Diaspora und in den Einflüssen der indigenen Völker hat.

Beide Einflüsse stehen in direktem Zusammenhang mit der gesamten populären Kultur, die die nationale Identität des venezolanischen Volkes und ihren Lebensmodus prägt und auch starken Einfluss auf die Konstituierung der Venezolanität der hier zu beschreibenden Gesellschaftsgruppen hat.

Globalisierung, neo- und postkoloniale Bedingungen, der neoliberale und kapitalistische Kurs beeinflussen die venezolanische Gesellschaft bis heute. Andererseits ist es der Emanzipationsprozess, eingeleitet durch die bolivarianische Revolution unter der Regierung von Hugo Rafael Chávez Frías seit 1999, der die Frage nach den Wurzeln und der Identität der VenezolanerInnen aufgeworfen hat. Diese steht direkt im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 1989, mit den „Caracazo“, in deren Zuge sich das Volk gegen ein Wirtschaftsmodell wie das neoliberale erhoben hat, in dem Sinne, dass auch die Frage nach der Kultur wieder belebt wurde.

Auf Fragen wie, warum die Mehrheit der Bevölkerung an Mechanismen des ethnischen und sozialen Ausschlusses leidet, nach den Wurzeln des sozialen – und kulturellen – Ausschlusses im unterdrückerischen Rassismus von Seiten der herrschende Oligarchie, die das Land für mehr als 40 Jahre regierte, versuchen die heutigen VenezolanerInnen Antworten zu finden, die ein Handeln ermöglichen.

Die gegenwärtige Frage der VenezolanerInnen: „Wer sind wir?“ ist auch eine Frage nach den Wurzeln und der Rolle ihrer Vorfahren in der Geschichte des Landes. Ihr Verlangen nach mehr Wissen über die eigene Kultur und Identität, die bewusst die afroamerikanische Diaspora und die indigenen Völker inkludiert, führt sie zu der Frage nach den Gründen für den Ausschluss, die zum Teil zu beantworten sind mit der Bedeutung des afroamerikanischen und indigenen Widerstandes in der populären Kultur auch nach 513 Jahren.

Der gegenwärtige Bedarf der Bevölkerung nach mehr Information rund um die eigenen kulturellen Manifestationen und Traditionen ist ein Thema, das in Venezuela eine gewichtige Rolle spielt.

Dass diese Manifestationen auch weiter vermittelt werden sollen, auch weil sie das Bewusstsein stärken, kommt u.a. darin zum Ausdruck, dass die staatlichen Medien zu diesem Zweck eingesetzt werden. Die Regierung versteht dies quasi als Aufgabe gegenüber der Bevölkerung.

In der vorliegenden Arbeit werden Fragen wie: „Wie sind die Sklaven nach Venezuela gekommen? Welches sind die historischen Hintergründe ihrer Kultur? Existieren wichtige Daten über die Anzahl der Sklaven, Indigenen und pardos – auch als „mestizos“ bekannt?
aufgeworfen. Auch wird die Frage nach dem Entstehen der populären Kultur durch den Marronage, in den Manifestationen innerhalb religiöser Institutionen unter den Sklaven und


Indigenen gestellt, nach deren Lebensmodus, nach Wegen der Emanzipation und Formen des Widerstands. Besonders der Beitrag afrikanischer und indigener Gruppen in der venezolanischen Religiosität wird behandelt.

So werden wir ein Stück in der kolonialen Epoche zurückgehen, um schließlich wieder in der Gegenwart anzukommen. Das heutige Venezuela erlebt, wie oben erwähnt, einen emanzipatorischen Prozess, in dem die afroamerikanischen Wurzeln ebenso wie jene der indigenen Völker und die dadurch entstandene populäre Kultur eine gewichtige Rolle spielen. Durch den bolivarianischen revolutionären Prozess gewinnen diese Menschengruppen an Bedeutung, zum ersten Mal werden die Rechte indigener Völker in ihrer Gesamtheit anerkannt, die Menschenrechte der zum Großteil benachteiligten Mehrheit der VenezolanerInnen in den Mittelpunkt gestellt und Manifestationen der afroamerikanischen Diaspora als Teil des kulturellen Reservoirs Venezuelas anerkannt, was auch in der Verfassung zum Ausdruck kommt, die ihre besonder
In der folgenden schriftlichen Arbeit wird die Entwicklung der populären Kultur Venezuelas in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt, die ihre Wurzeln in der afroamerikanischen Diaspora und in den Einflüssen der indigenen Völker hat.

Beide Einflüsse stehen in direktem Zusammenhang mit der gesamten populären Kultur, die die nationale Identität des venezolanischen Volkes und ihren Lebensmodus prägt und auch starken Einfluss auf die Konstituierung der Venezolanität der hier zu beschreibenden Gesellschaftsgruppen hat.

Globalisierung, neo- und postkoloniale Bedingungen, der neoliberale und kapitalistische Kurs beeinflussen die venezolanische Gesellschaft bis heute. Andererseits ist es der Emanzipationsprozess, eingeleitet durch die bolivarianische Revolution unter der Regierung von Hugo Rafael Chávez Frías seit 1999, der die Frage nach den Wurzeln und der Identität der VenezolanerInnen aufgeworfen hat. Diese steht direkt im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 1989, mit den „Caracazo“, in deren Zuge sich das Volk gegen ein Wirtschaftsmodell wie das neoliberale erhoben hat, in dem Sinne, dass auch die Frage nach der Kultur wieder belebt wurde.

Auf Fragen wie, warum die Mehrheit der Bevölkerung an Mechanismen des ethnischen und sozialen Ausschlusses leidet, nach den Wurzeln des sozialen – und kulturellen – Ausschlusses im unterdrückerischen Rassismus von Seiten der herrschende Oligarchie, die das Land für mehr als 40 Jahre regierte, versuchen die heutigen VenezolanerInnen Antworten zu finden, die ein Handeln ermöglichen.

Die gegenwärtige Frage der VenezolanerInnen: „Wer sind wir?“ ist auch eine Frage nach den Wurzeln und der Rolle ihrer Vorfahren in der Geschichte des Landes. Ihr Verlangen nach mehr Wissen über die eigene Kultur und Identität, die bewusst die afroamerikanische Diaspora und die indigenen Völker inkludiert, führt sie zu der Frage nach den Gründen für den Ausschluss, die zum Teil zu beantworten sind mit der Bedeutung des afroamerikanischen und indigenen Widerstandes in der populären Kultur auch nach 513 Jahren.

Der gegenwärtige Bedarf der Bevölkerung nach mehr Information rund um die eigenen kulturellen Manifestationen und Traditionen ist ein Thema, das in Venezuela eine gewichtige Rolle spielt.

Dass diese Manifestationen auch weiter vermittelt werden sollen, auch weil sie das Bewusstsein stärken, kommt u.a. darin zum Ausdruck, dass die staatlichen Medien zu diesem Zweck eingesetzt werden. Die Regierung versteht dies quasi als Aufgabe gegenüber der Bevölkerung.

In der vorliegenden Arbeit werden Fragen wie: „Wie sind die Sklaven nach Venezuela gekommen? Welches sind die historischen Hintergründe ihrer Kultur? Existieren wichtige Daten über die Anzahl der Sklaven, Indigenen und pardos – auch als „mestizos“ bekannt?
aufgeworfen. Auch wird die Frage nach dem Entstehen der populären Kultur durch den Marronage, in den Manifestationen innerhalb religiöser Institutionen unter den Sklaven und


Indigenen gestellt, nach deren Lebensmodus, nach Wegen der Emanzipation und Formen des Widerstands. Besonders der Beitrag afrikanischer und indigener Gruppen in der venezolanischen Religiosität wird behandelt.

So werden wir ein Stück in der kolonialen Epoche zurückgehen, um schließlich wieder in der Gegenwart anzukommen. Das heutige Venezuela erlebt, wie oben erwähnt, einen emanzipatorischen Prozess, in dem die afroamerikanischen Wurzeln ebenso wie jene der indigenen Völker und die dadurch entstandene populäre Kultur eine gewichtige Rolle spielen. Durch den bolivarianischen revolutionären Prozess gewinnen diese Menschengruppen an Bedeutung, zum ersten Mal werden die Rechte indigener Völker in ihrer Gesamtheit anerkannt, die Menschenrechte der zum Großteil benachteiligten Mehrheit der VenezolanerInnen in den Mittelpunkt gestellt und Manifestationen der afroamerikanischen Diaspora als Teil des kulturellen Reservoirs Venezuelas anerkannt, was auch in der Verfassung zum Ausdruck kommt, die ihre besonder

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09/08/2009

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Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien NIG – Neues InstitutsgebäudeUniversitätsstraße 7/ IV. Stock 
 
Die Entwicklung der afrovenezolanischen und indigenen Kulturenin Venezuela.
Über die Bedeutung der populären Kultur im venezolanischengeographischen Raum.
Von Zoraida Dairiela Nieto Hérnandez 
 
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
………………………………………………………………………...S. 3
Historischer Teil I
.S. 51.1. Historische Bevölkerungsentwicklung in Venezuela ……………………...S. 5Indigene Völker …………………………………………………………………...S. 5Afrikaner ………………………………………………………………………….S. 81.2. Einfluss der historischen Bevölkerungsentwicklung auf die Kultur imheutigen Venezuela ……………………………………………………………….S. 10
Historischer Teil II
………………………………………………………………S. 162.1. Die Sklaverei in Venezuela. Der Sklavenhandel …………………………….S. 162.2. Der Marronage als Überlebensstrategie. Seine Bedeutung für die Wahrungvon Traditionen …………………………………………………………………...S. 192.3. Von woher kamen die Sklaven nach Venezuela? …………………………S. 222.4. Sklavenaufstände in Venezuela ……………………………………………...S. 232.5. Leben der Sklaven und Emanzipation ……………………………………….S. 26
Religiosität
…………………………………………………………………….S. 293.1. Die afrikanische Diaspora in der populären Religiosität Venezuelas ………..S. 293.2. Indigene Traditionen in der populären Religiosität Venezuelas ……………..S. 32
Nationale Identität und populäre Kultur
S. 334.1. Tradition und Innovation in der populären Kultur ……………………….......S. 334.2. Die populäre Kultur im Widerstand ………………………………………….S. 35
Conclusio
…………………………………………………………………………S. 38Bibliografie ……………………………………………………………………….S. 41
Einleitung
In der folgenden schriftlichen Arbeit wird die Entwicklung der populären Kultur Venezuelas
 
in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt, die ihre Wurzeln in der afroamerikanischenDiaspora und in den Einflüssen der indigenen Völker hat.Beide Einflüsse stehen in direktem Zusammenhang mit der gesamten populären Kultur, diedie nationale Identität des venezolanischen Volkes und ihren Lebensmodus prägt und auchstarken Einfluss auf die Konstituierung der Venezolanität der hier zu beschreibendenGesellschaftsgruppen hat.Globalisierung, neo- und postkoloniale Bedingungen, der neoliberale und kapitalistische Kurs beeinflussen die venezolanische Gesellschaft bis heute. Andererseits ist es der Emanzipationsprozess, eingeleitet durch die bolivarianische Revolution unter der Regierungvon Hugo Rafael Chávez Frías seit 1999, der die Frage nach den Wurzeln und der Identitätder VenezolanerInnen aufgeworfen hat. Diese steht direkt im Zusammenhang mit denEreignissen des Jahres 1989, mit den „Caracazo“, in deren Zuge sich das Volk gegen einWirtschaftsmodell wie das neoliberale erhoben hat, in dem Sinne, dass auch die Frage nachder Kultur wieder belebt wurde.Auf Fragen wie, warum die Mehrheit der Bevölkerung an Mechanismen des ethnischen undsozialen Ausschlusses leidet, nach den Wurzeln des sozialen – und kulturellen – Ausschlussesim unterdrückerischen Rassismus von Seiten der herrschende Oligarchie, die das Land für mehr als 40 Jahre regierte, versuchen die heutigen VenezolanerInnen Antworten zu finden, dieein Handeln ermöglichen.Die gegenwärtige Frage der VenezolanerInnen: „Wer sind wir?“ ist auch eine Frage nach denWurzeln und der Rolle ihrer Vorfahren in der Geschichte des Landes. Ihr Verlangen nachmehr Wissen über die eigene Kultur und Identität, die bewusst die afroamerikanischeDiaspora und die indigenen Völker inkludiert, führt sie zu der Frage nach den Gründen für den Ausschluss, die zum Teil zu beantworten sind mit der Bedeutung des afroamerikanischenund indigenen Widerstandes in der populären Kultur auch nach 513 Jahren.Der gegenwärtige Bedarf der Bevölkerung nach mehr Information rund um die eigenenkulturellen Manifestationen und Traditionen ist ein Thema, das in Venezuela eine gewichtigeRolle spielt.Dass diese Manifestationen auch weiter vermittelt werden sollen, auch weil sie dasBewusstsein stärken, kommt u.a. darin zum Ausdruck, dass die staatlichen Medien zu diesemZweck eingesetzt werden. Die Regierung versteht dies quasi als Aufgabe gegenüber der Bevölkerung.In der vorliegenden Arbeit werden Fragen wie: „Wie sind die Sklaven nach Venezuelagekommen? Welches sind die historischen Hintergründe ihrer Kultur? Existieren wichtigeDaten über die Anzahl der Sklaven, Indigenen und pardos – auch als „mestizos“ bekannt?aufgeworfen. Auch wird die Frage nach dem Entstehen der populären Kultur durch denMarronage, in den Manifestationen innerhalb religiöser Institutionen unter den Sklaven undIndigenen gestellt, nach deren Lebensmodus, nach Wegen der Emanzipation und Formen desWiderstands. Besonders der Beitrag afrikanischer und indigener Gruppen in der venezolanischen Religiosität wird behandelt.So werden wir ein Stück in der kolonialen Epoche zurückgehen, um schließlich wieder in der 

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