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Die Zierde Der Geistlichen Hochzeit

 
 
 
 
 
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«Seht, der Bräutigam kommt, geht hinaus, um ihm zu begegnen" (Mt 25,6). Diese Worte, welche uns der heilige Matthäus, der Evangelist, überliefert, sprach Christus zu seinen Jüngern und zu allen Menschen im Gleichnis von den Jungfrauen. Der Bräutigam ist Christus und die menschliche Natur ist die Braut, die Gott geschaffen hat zum Bild und Gleichnis seiner selbst. Er hatte sie anfänglich an den höchsten, schönsten, reichsten und herrlichsten Ort des Erdreiches gestellt, nämlich ins Paradies. Und er hatte ihr alle Kreaturen unterworfen, und er hatte sie geschmückt mit Gnade. Er hatte an sie ein Gebot gerichtet, damit sie in Gehorsamkeit sich hätte verdienen können, mit ihrem Bräutigam dauerhaft und fest in ewiger Treue verbunden zu sein und nie mehr in irgendeine Bedrängnis oder Sünde zu fallen.
Dann aber kam der Hinterlistige, der Feind aus der Hölle, der darüber neidisch war. Er erschien in der Gestalt einer schlauen Schlange, und er verführte das Weib, und beide gemeinsam verführten den Mann, der als Stammvater die ganze Menschheit in sich trug. So betrog er die Natur, die Braut Gottes, mit bösartigem Rat. Sie aber wurde verbannt in ein fremdes Land, arm und elendiglich; und gefangen, bedrückt und durch ihre Feinde bedrängt, schien es, wie wenn sie nie mehr ins Vaterland noch in die Versöhnung zurückkehren könne. Als es aber Gott schien, die Zeit sei gekommen, und er sich des Leidens seiner Geliebten erbarmte, da sandte er seinen eingeborenen Sohn zur Erde in einen reichen Palast und glorreichen Tempel, das war der Leib der glorreichen Jungfrau Maria. Hier vermählte er sich mit der Braut unserer Natur und vereinigte sie mit seiner Person durch das reinste Blut der edlen Jungfrau. Der Priester, welcher die Braut traute, das war der Heilige Geist. Der Engel Gabriel überbrachte die Ankündigung, und die glorreiche Jungfrau Maria gab ihre Einwilligung. So hat Christus, unser getreuer Bräutigam, unsere Natur mit sich vereint und uns aufgesucht in fremdem Land; und er hat uns durch himmlische Sitten und vollkommene Treue unterrichtet.
Er hat sich abgemüht und gekämpft gegen unsere Feinde wie ein Held; und er hat unser Gefängnis aufgebrochen und den Kampf gewonnen, und unseren Tod hat er getötet mit seinem Tod und uns erlöst mit seinem Blut und uns befreit durch die Taufe mit seinem Wasser (Joh 19,34), und mit seinen Sakramenten und Gaben hat er uns reich gemacht, auf daß wir - wie er sagt «hinaus gehen», ausgestattet mit allen Tugenden, und ihm begegnen im Tempel der Glorie und ihn genießen ohne Ende in der Ewigkeit. Nun spricht Christus, der Meister der Wahrheit: „Seht der Bräutigam kommt, geht hinaus, ihm zu begegnen." Mit diesen Worten lehrt uns Christus, unser Geliebter, vier Dinge. Im ersten Wort gibt er uns ein Gebot:“Seht." Diejenigen, die blind bleiben und dieses Gebot mißachten, sind alle verdammt.
Als nächstes erklärt er uns, was wir sehen werden: das Kommen des Bräutigams. Als drittes lehrt und gebietet er, was wir tun sollen; er sagt nämlich" geht hinaus». Viertens sagt er, wir sollen «Ihm entgegen» gehen. Damit verweist er den Nutzen und Gewinn all unserer Werke und unseres ganzen Lebens, denn dieser besteht in der liebevollen Begegnung mit dem Bräutigam. Jedes dieser Worte wollen wir nun auf drei verschiedene Arten deuten und auslegen. Erstens im allgemeinen Sinne, nämlich im Bezug auf ein beginnendes Leben, welches das jetzige Leben genannt wird und welches eine notwendige Voraussetzung ist für alle Menschen, die gerettet werden wollen.Zum zweiten wollen wir dieselben Worte auslegen für ein inwendiges, gehobenes und Gott begehrendes Leben, welches viele Menschen dank ihren Tugenden und der Gnade Gottes erreichen. Zum dritten wollen wir sie im Zusammenhang mit einem überwesentlichen, Gott schauenden Leben erklären, welches wegen seiner Erhabenheit und Vortrefflichkeit nur wenige Menschen in dieser Weise erreichen oder schmecken können.

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Date Added

09/17/2009

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