Wohin steuert die Tandemokratie von Wladimir Putin und DmitriMedwedew?Wohin steuert die Tandemokratie von Wladimir Putin und DmitriMedwedew? Ist Putin de facto noch – oder Medwedew schon Präsident?Regieren ihre Verwaltungsbehörden miteinander oder gegeneinander?Eine Analyse von Andreas Heinemann-Grüder, Historiker undPolitikwissenschaftler am Institut für Politikwissenschaften derHumboldt-Universität Berlin.
Von Andreas Heinemann-Grüder / maiak.info
Winston Churchill beschrieb Russland als Rätsel, eingepackt in einMysterium innerhalb eines Geheimnisses. Dass die russische Politikwieder der Nimbus des Geheimen umgibt, ist eine Folge bewussterIntransparenz.Das unter Wladimir Putin errichtete Regime hält die Ergebnisoffenheitvon Politik unter Kontrolle, zentralisiert die Macht, beutet Ressourcenaus statt zu investieren und unterwirft die Innenpolitik den Imperativender Sicherheit. Gesellschaftlicher Pluralismus existiert durchaus, eineeigenständige Vertretung dieser Interessen wird jedoch unterbunden.Die Tandemokratie von Putin und MedwedewDurch die Art, wie das Präsidentenamt 2008 von Wladimir Putin an DmitriMedwedew übergeben wurde, vermied man ein Problem jedesautoritären Regimes, nämlich die Nachfolgekrise. Die Nachfolge wurdewie eine Geheimdienstoperation organisiert.Dass <em>Wladimir Putin</em> nicht eine dritte Amtszeit anstrebte undsich dem Ruf widersetzte, zum "nationalen Führer" aufzusteigen – beideswäre ohne bedeutenden Widerstand möglich gewesen –, spricht dafür,dass Putin das von ihm installierte Regime auch über das unmittelbarePräsidentenamt hinaus stabilisieren wollte. Wäre das Regime alleinpersonalistisch, hätte Putin entweder das Präsidentenamt nichtabgegeben oder auf zeremonielle Aufgaben beschränkt.
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