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110801_Offener Brief an irisches Unternehmen wegen eventueller Übernahme von Agrexco

110801_Offener Brief an irisches Unternehmen wegen eventueller Übernahme von Agrexco

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01. August 2011: Offener Brief an irisches Unternehmen wegen eventueller Übernahme von Agrexco
Posted on August 1, 2011 by
Palestinian BDS National Committee
 Carl McCann Vorsitzender von Total Produce Charles McCann Building Rampart Road Dundalk Irland 29. Juli 2001 Sehr geehrter Carl McCann, Wir, die unterzeichnenden Vertreter der palästinensischen Zivilbevölkerung, darunter Bauernverbände, Landwirtschaftsorganisationen und Volksausschüsse, möchten unsere große Besorgnis zum Ausdruck bringen über Berichte, dass Total Produce den Kauf von Agrexco in Erwägung zieht, ein israelisches Unternehmen, das mitschuldig ist am Besatzungsregime, der Kolonialisierung und dem Apartheidsystem Israels. Wir schreiben Ihnen, um Sie zu warnen bezüglich der Mittäterschaft von Agrexco an israelischen Kriegsverbrechen und illegalen Aktivitäten in den auf besetztem  palästinensischen Land errichteten Kolonialsiedlungen sowie um Sie auf die erhebliche Beeinträchtigung des Images und der Rentabilität von Agrexco durch die breite und entschlossene weltweite Boykottbewegung gegen Agrexco aufmerksam zu machen. Wir bitten Sie dringend, auf diese schlecht durchdachte Idee zu verzichten, nämlich ein Unternehmen zu kaufen, welches die meisten der illegalen Produkte aus israelischen Kolonialsiedlungen vertreibt und dem ein sehr schwerer finanzieller Schlag versetzt wurde
 – 
 teils durch den energischen Boykott, der ohne Zweifel weitergehen wird, egal wer die neuen Eigentümer sein mögen. Der Erwerb von Agrexco kann von Palästinensern und internationalen Unterstützern eines gerechten Friedens nur als Signal gewertet werden, Israels Straflosigkeit Vorschub zu leisten und seine schweren Verstöße gegen internationales Recht und der Rechte der Palästinenser vertuschen zu helfen. Es ist außerdem eine schwere Beleidigung für die palästinensische Zivilbevölkerung, die fast einstimmig zu Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen Israel aufgerufen hat, solange bis Israel seine Verpflichtungen gemäß internationalem Recht in vollem Umfang erfüllt. Die überwältigende Mehrheit der palästinensischen Landwirtschaftsorganisationen haben zu einem umfassenden Boykott von Agrexco aufgerufen und ihre volle Unterstützung für  juristische Maßnahmen gegen Agrexco in Frankreich und anderen Ländern zugesagt 
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 Der Kauf von Agrexco würde die Komplizenschaft Ihres Unternehmens an den Verstößen Israels gegen internationales Recht bedeuten und es demnach zu einem legitimen Ziel für
 
 juristische Schritte und breitem Boykott machen. Agrexco, ein halbstaatliches israelisches Exportunternehmen, ist zutiefst mitschuldig an Verletzungen internationalen Rechts. Die Agrexco Exportfirma ist ansässig in illegalen, ausschließlich jüdischen Siedlungen in  besetzten palästinensischen Gebieten und dorther stammen auch ihre Produkte. In einer Gerichtsverhandlung im Jahre 2006 sagte der damalige Generaldirektor von Agrexco UK, Amos Orr, aus, dass 60-70% der von Agrexco vertriebenen landwirtschaftlichen Produkte in israelischen Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet angebaut wurden
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 Fotografien von Forschern zeigen Logos von Agrexco auf Packhäusern für Landwirtschaftsprodukte in illegalen Siedlungen.
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 Human Rights Watch porträtierte Agrexco in einer ihrer Publikationen mit dem Titel Separate and Unequal und schilderte genau die systematische Diskriminierung der Palästinenser durch Israel. Der Bericht erklärt, wie Agrexco von der israelischen Besatzung palästinensischen Gebietes  profitiert und stellt fest, dass für die durch Agrexco exportierten Erzeugnisse Wasser verwendet wird, das von Palästinensern gestohlen wurde. 
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 Auf diese Weise profitiert Agrexco direkt von der fortgesetzten Kolonialisierung  palästinensischen Landes und seiner Ressourcen und der damit einhergehenden militärischen Brutalität und den Verletzungen palästinensischer Menschenrechte und liefert für all dies wirtschaftliche Anreize. Im Rahmen der juristischen und ethischen Verantwortung von Unternehmen trägt eine Firma die Verantwortung für alle ihre kommerziellen Unternehmungen, die möglicherweise Menschenrechte, Arbeitsnormen oder umweltpolitische Standards verletzen. Der Internationale Gerichtshof bestätigte in seinem Urteil von 2004 über die illegale israelische Mauer, dass Staaten eine juristische Pflicht haben, von Geschäftsbeziehungen abzuhalten, die zu der Aufrechterhaltung der illegalen, durch Israel geschaffenen Situation  beitragen.
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 Dies schließt Geschäfte mit Agrexco ein. Renommierte internationale Rechtsexperten haben bestätigt, dass Unternehmen wie Agrexco sowie individuelle Direktoren und Mitarbeiter dieser Unternehmen sowohl als Haupttäter als auch als mitschuldige Komplizen für Verstöße gegen internationales Recht zur Rechenschaft gezogen werden können. Personen, die Landwirtschaftsprodukte aus den illegalen israelischen Siedlungen abwickeln oder in Empfang nehmen, können strafrechtlich gemäß innerstaatlicher Rechtsvorschriften im Zusammenhang mit dem Umschlag von Diebesgut zur Verantwortung gezogen werden.
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 Als GLOBALGAP-Mitglied muss es Total Produce unzweifelhaft sehr an der Rückverfolgbarkeit seiner Produkte auf betrieblicher Ebene gelegen sein. Israelische Exporte und insbesondere Agrexco-Produkte wurden routinemäßig falsch gekennzeichnet, israelische Exportfirmen und Beamte haben Partnerregierungen und
 
Partnerfirmen konsequent in die Irre geführt, indem sie Sachverhalte über die aus den illegalen Siedlungen der besetzten Westbank stammenden Produkte verschleierten. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass solche israelischen Produkte die Bedingungen nicht erfüllen, die einen Anspruch auf Vorzugsbehandlung gemäß dem Assoziationsabkommen zwischen der EU und Israel rechtfertigen, und hat israelische Ausfuhrbehörden für ihre Intransparenz bei der Bearbeitung von Anfragen vonseiten der Vertreter der Europäischen Union kritisiert.
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 Die britische Regierung hat ihre Zweifel zum Ausdruck gebracht bezüglich der Rückverfolgbarkeit von Produkten m
it dem Label „Made in Israel“ und äußerten
außerdem Besorgnis darüber, dass Kunden nicht sicher sein können, dass die derart gekennzeichneten Güter nicht aus illegalen Siedlungen stammen.
9
 Beweismittel von Forschern dokumentieren, dass Agrexco selbst an der vorsätzlichen falschen Kennzeichnung von Produkten aus den illegalen israelischen Siedlungen beteiligt ist.
 Durch die zentrale Rolle, die Agrexco bei der militärischen Besatzung palästinensischen Gebietes und den sie begleitenden täglichen Verletzungen der Menschenrechte der Palästinenser spielt, ist das Unternehmen zu einem Hauptziel der an die südafrikanische Boykottbewegung angelehnte BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) gegen Israel geworden, solange, bis es internationales Recht einhält. Der erhebliche Reputationsverlust und die Marktanteileinbußen von Agrexco sind wesentlich auf diese Bewegung, die vom irischen Gewerkschaftskongress sowie einer Reihe von  prominenten irischen Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Glaubensgemeinschaften und Landwirtschaftsverbänden unterstützt wird, zurückzuführen. Agrexco Geschäftslokale wurden europaweit immer wieder blockiert und bestreikt, in Frankreich wurden gegen das Unternehmen erfolgreich gerichtliche Schritte unternommen. Über 20 Kampagnen und Organisationen aus 13 europäischen Ländern haben sich vor kurzem dazu entschlossen, gegen Agrexco mit koordinierten Aktionen vorzugehen.
 Proteste in Supermärkten und öffentliche Aufklärung durch Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften haben vom Kauf der Agrexco-Erzeugnisse abgehalten, was offenbar Produzenten in Israel dazu veranlasste, von deutlichen Umsatzeinbußen nach Israels Massaker 2008-09 in Gaza zu berichten. 
 Die Tatsache, dass sich viele Landwirte höchstwahrscheinlich zumindest teilweise infolge der ausgedehnten Boykottkampagne gegen dieses Unternehmen und seiner Artikel von Agrexco abwenden, trägt wesentlich zur derzeitigen finanziellen Krise des Unternehmens bei. Wir als palästinensische Führung der Kampagne gegen Agrexco können mit absoluter Sicherheit behaupten, dass jedes Unternehmen, das Agrexco kauft oder für Agrexco Finanzmittel bereitstellt, in der gleichen Weise in den Fokus der Kampagne geraten wird. Wir nehmen mit Interesse den hohen Stellenwert zur Kenntnis, den die Verantwortung von Unternehmen in Ihren Jahresberichten und Ihrer Online-Präsenz einnimmt.

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