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Grundlegung Zur Metaphysik Der Sitten

Grundlegung Zur Metaphysik Der Sitten

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Published by: Johannes De Silentio on Feb 24, 2014
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Kant-W Bd. 7 7Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Immanuel Kant
GrundlegungzurMetaphysikderSitten
Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke
 
Kant-W Bd. 7 11Vorrede
Vorrede
Die alte griechische Philosophie teilte sich in dreiWissenschaften ab: Die
 Physik 
, die
 Ethik 
, und die
 Logik 
 
. Diese Einteilung ist der Natur der Sache voll-kommen angemessen, und man hat an ihr nichts zuverbessern, als etwa nur das Prinzip derselben hinzuzu tun, um sich auf solche Art teils ihrer Vollständig-keit zu versichern, teils die notwendigen Unterabtei-lungen richtig bestimmen zu können.Alle Vernunfterkenntnis ist entweder
 material
, undbetrachtet irgend ein Objekt; oder
 formal
, und be-schäftigt sich bloß mit der Form des Verstandes undder Vernunft selbst, und den allgemeinen Regeln desDenkens überhaupt, ohne Unterschied der Objekte.Die formale Philosophie heißt
 Logik 
, die materialeaber, welche es mit bestimmten Gegenständen undden Gesetzen zu tun hat, denen sie unterworfen sind,ist wiederum zwiefach. Denn diese Gesetze sind ent-weder Gesetze der
 Natur 
, oder der
 Freiheit 
. Die Wis-senschaft von der ersten heißt
 Physik 
, die der andernist
 Ethik 
; jene wird auch Naturlehre, diese Sittenlehregenannt.Die Logik kann keinen empirischen Teil haben, d.i.einen solchen, da die allgemeinen und notwendigenGesetze des Denkens auf Gründen beruheten, die von
Digitale Bibliothek Sonderband: Kant: Werke
 
Kant-W Bd. 7 11Vorrede
der Erfahrung hergenommen wären; denn sonst wäresie nicht Logik, d.i. ein Kanon für den Verstand, oderdie Vernunft, der bei allem Denken gilt und demon-striert werden muß. Dagegen können, sowohl die na-türliche, als sittliche Weltweisheit, jede ihren empiri-schen Teil haben, weil jene der Natur, als einem Ge-genstande der Erfahrung, diese aber dem Willen desMenschen, so fern er durch die Natur affiziert wird,ihre Gesetze bestimmen muß, die erstern zwar als Ge-setze, nach denen alles geschieht, die zweiten als sol-che, nach denen alles geschehen soll, aber doch auchmit Erwägung der Bedingungen, unter denen es öftersnicht geschieht.Man kann alle Philosophie, so fern sie sich auf Gründe der Erfahrung fußt,
 empirische
, die aber, solediglich aus Prinzipien a priori ihre Lehren vorträgt,
reine
 Philosophie nennen. Die letztere, wenn sie bloßformal ist, heißt
 Logik 
; ist sie aber auf bestimmte Ge-genstände des Verstandes eingeschränkt, so heißt sie
 Metaphysik 
.Auf solche Weise entspringt die Idee einer zwiefa-chen Metaphysik, einer
 Metaphysik der Natur 
 undeiner
 Metaphysik der Sitten.
 Die Physik wird alsoihren empirischen, aber auch einen rationalen Teilhaben; die Ethik gleichfalls; wiewohl hier der empiri-sche Teil besonders
 praktische Anthropologie,
 derrationale aber eigentlich
 Moral
 heißen könnte.
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