zer eingehen wollte. Dies ist durch Auslegung gemäß §§ 133, 157 BGB zuermitteln. Offenkundig waren in dem Geschäft mehrere Verkäufer anwe-send. Dem A musste somit bewusst sein, dass diese Verkäufer im Auftragdes Ladeninhabers handeln, der wohl zunächst unbekannt blieb. A, der dieSchuhe kaufen wollte, wird beabsichtigt haben, mit demjenigen zu kontra-hieren, der dazu befugt war und der auch in der Lage war, die aus einemKaufvertrag resultierenden Verpflichtungen zu erfüllen. In der Regel sinddies jedoch nicht die Ladenangestellten, sondern der Inhaber. Vertragspart-ner des A sollte somit der Ladenbesitzer sein. Die wesentlichen Vertrags-bestandteile sind hinreichend bestimmt, A hat ein Angebot abgegeben, dasdurch Zustimmung angenommen werden konnte.Der Ladenbesitzer selbst erklärte die Annahme nicht. Fraglich ist, ob der Verkäufer 1 die Annahme erklärte. Der Verkäufer 1 erklärte die Annahmedes Angebots nicht ausdrücklich. Die Äußerung kann aber auch durchschlüssiges Handeln erfolgen. Bestandteile einer Willenserklärung sind der objektive und der subjektive Tatbestand.
Annahme
Der objektive Tatbestand liegt vor, wenn ein objektiver Beobachter aus demVerhalten des Erklärenden auf die Äußerung eines Rechtsfolgewillensschließen kann. Das Einpacken der von A ausgewählten Schuhe in einenSchuhkarton durch Verkäufer 1 könnte demnach die schlüssige Kundgabeeines Geschäftswillens sein. Maßgeblich ist, wie ein objektiver Beobachter das Handeln des Verkäufers aufgefasst hätte. Ein objektiver Beobachter inder Rolle des A wird das Einpacken als Zeichen dafür auffassen, dass diePhase des unverbindlichen Anprobierens und Beratens nunmehr abge-schlossen ist. Das Einpacken stellte zugleich eine Vorbereitungshandlungdafür dar, dass A das gewählte Paar Schuhe bald mitnehmen kann. Wäredie Phase des Anprobierens noch nicht abgeschlossen, hätte der Verkäufer die Schuhe zunächst beiseite gestellt, um A sofort weitere Schuhe zeigenzu können. Die anprobierten, aber nicht verkauften Schuhe hätte er nachEnde der Beratung wegräumen können. Für einen objektiven Betrachter muss das Einpacken der Schuhe in den Karton somit zugleich als Ende der Beratungen und Abschluss des Kaufvertrages aufgefasst werden.
Objektiver Tatbestand
Der subjektive Tatbestand besteht aus den Elementen Handlungswille, Er-klärungsbewusstsein und Geschäftswille. Der Verkäufer 1 handelte beimEinpacken der Schuhe bewusst, hatte also einen Handlungswillen. Aufga-be eines Verkäufers ist es, Waren an Kunden zu verkaufen. Er wird daher sein Verhalten darauf ausrichten, bei der ersten sich ihm bietenden Gele-genheit einen Vertragsabschluss herbeizuführen. Es ist deshalb anzuneh-men, dass Verkäufer 1 mit dem Einpacken zugleich den Abschluss desKaufvertrages erreichen wollte. Ihm muss auch klar gewesen sein, einerechtlich erhebliche Handlung vorzunehmen, somit liegt das Erklärungsbe-wusstsein vor. Verkäufer 1, dessen Aufgabe es war, Schuhe zu verkaufen,wollte auch die von A ausgewählten Schuhe für 200 EUR an ihn verkaufen,es lag also auch der Geschäftswille vor.
Subjektiver Tatbestand
Durch das Einpacken der Schuhe hat Verkäufer 1 somit die Annahme desAngebotes des A erklärt. A war beim Einpacken der Schuhe anwesend undkonnte dieses beobachten. Die Annahmeerklärung des Verkäufers ist A zu-gegangen und damit nach § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB analog wirksam ge-worden.
Zwischenergebnis
Leave a Comment