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Ministerium fürSchule und Weiterbildungdes Landes Nordrhein-Westfalen
Das achtjährige Gymnasium in Nordrhein-Westfalen.
Schulzeitverkürzung gelingt.
NorDrHeiN-WestFaleN
MACHT SCHULE.
 
Liebe Eltern,liebe Schülerinnen und Schüler,im breiten Konsens der Parteien sowie der Eltern- undLehrerverbände entschloss sich Nordrhein-Westfalen2004 für die Verkürzung des gymnasialen Bildungs-gangs.Die Umstellung eines seit Generationen vertrauten Lern-rhythmus auf einen auf acht Lernjahre angelegten Bil-dungsgang ist mehr als die bloße Streichung eines Lern- jahres.Sie erfordert eine Überprüfung der Lehrpläne,neue Strukturen des Schultages und ein Umdenken beider Gestaltung des Unterrichts.Inzwischen hat unser „renoviertes“ Gymnasium schonGestalt angenommen.Die Stundentafel sieht neben denStunden für die einzelnen Fächer zusätzliche Stunden(Ergänzungsstunden) vor,die den Schulen Freiräume fürdie Gestaltung des Unterrichtsangebots und zur gezieltenindividuellen Förderung eröffnen.Neue schlankere Lehr-pläne wurden eingeführt,zusätzliche Lehrkräfte für denpersonellen Mehrbedarf wurden eingestellt sowie Mittelfür räumliche Investitionen bereitgestellt („1.000-Schu-len-Programm“).Vielfältige Beispiele aus den anderenLändern wurden auf ihre Tauglichkeit für Nordrhein-West-falen geprüft und gegebenenfalls einbezogen,um diesenUmstellungsprozess zu bewältigen und Anfangsschwie-rigkeiten zu überwinden.Dass das Gymnasium seit 2005 trotz (oder wegen?) allerVeränderungen an Beliebtheit noch einmal zugelegt hat,beweisen die Übergangsquoten von der Grundschule:Wechselten in 2004 36,5 Prozent der Grundschülerinnenund -schüler zum Gymnasium,so waren es in 2008 statt-liche 38,6 Prozent.Die vorliegende Broschüre informiert über das neue acht- jährige Gymnasium,über die Ziele modernen Unterrichts,über die neuen Lernzeiten und über die Möglichkeiten derSchulen,ihre Schülerinnen und Schüler zu fördern sowieÜberforderung und Stress zu vermeiden.
Barbara SommerMinisterin für Schule und Weiterbildungdes Landes Nordrhein-Westfalen
VorwortInhalt
Weniger Sitzenbleiber
Die Anzahl nicht versetzter Schülerinnenund Schüler in der Sekundarstufe I desGymnasiums ist gesunken.Die Quotebeträgt aktuell nur noch 1,5 Prozent.Vorsieben Jahren lag sie noch bei 3,9 Prozent.Das Schulministerium und Lehrerverbän-de haben im vergangenen Jahr gemein-sam die Initiative „Komm mit! Fördernstatt Sitzenbleiben“ gestartet.Landesweitbeteiligen sich freiwillig bereits 412 wei-terführende Schulen daran,weitere 400sollen nun folgen.
VorwortDas achtjährige GymnasiumSeite3Moderner Unterricht –Konzentration auf das WesentlicheSeite4Lernen in neuen StrukturenSeite6Mehr Zeit für Übung und VertiefungSeite9Individuelle Förderung für alleSeite10Anstrengung und Erholungim richtigen Rhythmus Seite12Hausaufgaben als LernzeitSeite13Ein Jahr im AuslandSeite14Abschlüsse auf dem Weg zum AbiturSeite15
Titelfoto: Konrad-Duden-Gymnasium,Wesel — Foto: Christof Wolff
 
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Das Gymnasium hat nach wie vor
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eine zweijährige Erprobungsstufe(5.- 6.Klasse)
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eine Mittelstufe (7.- 9.Klasse)
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eine dreijährige Oberstufe(10.- 12.Klasse).Neu ist,dass die Mittelstufe (7.- 9.Klasse) drei Jahre umfasst.Sie istalso ein Jahr kürzer als früher.DieSekundarstufe I endet bereits nachder neunten und nicht erst nach derzehnten Klasse.Die zehnte Klassebildet jetzt die Einführungsphase dergymnasialen Oberstufe.
Um ein Lernjahr voraus
Die Ergebnisse der Lernstandserhe-bungen im neunjährigen Gymnasiumsowie die zentralen Prüfungen amEnde der „alten“ Klasse 10 habengezeigt: Schülerinnen und Schülerdes Gymnasiums sind den Schülerin-nen und Schülern der übrigen Schul-formen am Ende der Klasse 10 deut-lich voraus.Im achtjährigen Gymna-sium erreichen die Schülerinnen undSchüler am Ende der Sekundarstufe I(Klasse 9) denselben Lernstand wiedie Schülerinnen und Schüler derHaupt-,Real- und Gesamtschulen,die am Ende der Klasse 10 in diegymnasiale Oberstufe wechseln.Im neunjährigen Gymnasium wurdenGrundlagen für die Anforderungen inder Qualifikationsphase der Ober-stufe – das sind die beiden letztenJahre vor dem Abitur – schon biszum Ende der Sekundarstufe I (Klas-se 10) vermittelt.Im verkürzten Bildungsgang wird diesystematische Vorbereitung auf wis-senschaftspropädeutisches Arbeiteninsgesamt auf die Einführungsphase(Klasse 10) der Oberstufe konzentriert.Entsprechend wurden die neuen Kern-lehrpläne der Sekundarstufe I voneinigen fachlichen Inhalten und As-pekten der fachlichen Vertiefung ent-lastet.Um sicherzustellen,dass alle Schüle-rinnen und Schüler die erforderlichenKompetenzen am Ende der Ein-führungsphase erreichen,bieten dieSchulen in der neuen Einführungs-phase zusätzlichen Vertiefungsunter-richt an.
Das achtjährige Gymnasium
Wie kommt es,dassdie leistungsfähigstenNationen in der Weltes schaffen,ihre Kin-der die Schulen mitsiebzehn und die Hoch-schulen mit vierundzwanzig abschlie-ßen zu lassen? Es sind - wohlgemerkt -gerade diese Länder,die auf demWeltmarkt der Bildung am attraktiv-sten sind.Warum soll nicht auch in Deutschlandein Abitur in zwölf Jahren zu machensein? Für mich persönlich sind dieJahre,die unseren jungen Leuten bis-her verlorengehen,gestohlene Le-benszeit.“
Der damalige Bundespräsident RomanHerzog in seiner berühmten Rede "Aufbruchins 21.Jahrhundert" aus dem Jahr 1997Ältere Schülerinnen und Schüler helfen jüngeren: Tutoren-Programm am Essener Leibniz-Gymnasium.
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