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Die Stellung Kambodscha’s in der Agrarwirtschaft Südostasien: der Einfluß vonBinnen- und Außenmärkten auf die Produktion und EinkommenI Problematik
 
Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in den Entwicklungsländern und besonders auchin Südostasien sind nach wie vor noch groß. Ihr Zündstoff weist darauf hin, daß die bisherigen Bemühungen in der Entwicklungspolitik weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung noch geführt haben. Sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum habensich die Lebensbedingungen sogar verschlechtert. Der Wandel zur Liberalisierung in der Agrarpolitik einzelner südostasiatischer Länder wie Kambodscha, Laos, Vietnam und Burmazu Ende der achtziger Jahre und der daraus resultierende Anstieg der Agrarproduktion kannauch vermuten lassen, daß selbst unter den gegebenen Produktionstrukturen undtechnologischen Bedingungen die kleinbäuerliche Landwirtschaft ihre Kapazitätsgrenze nochnicht erreicht hat. Aber auch die mit Vorrang betriebene industrielle Entwicklung trug wenigzur Schaffung und breiteren Streuung der Kaufkraft bei. Eine begünstigte kapitalintensiveInvestitionspolitik konnte nur vergleichsweise wenige industrielle Arbeitsplätze schaffen. Inden Städten konnte eine im Vergleich zum ländlichen Raum zwar günstigere, aber aufgrundder Landflucht nur unzureichende Steigerung der Realeinkommen erzielt werden. Damit sank die Kaufkraft der betroffenen Bevölkerungsgruppen und zwar sowohl im Produktions- alsauch im Konsumbereich.Gerade in Kambodscha hat sich die geringe Dynamik des landwirtschaftlichen Sektors alseines der Haupthemmnisse für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erwiesen. Trotz desgrößten Anteils des Agrarsektors, der in den letzten Jahrzehnten festzustellendenWertschöpfung zur gesamten Bruttowertschöpfung Kambodschas leistet und in dem 69,5%der aktiven Bevölkerung in der Landwirtschaft, die ca. 47% des Sozialproduktserwirtschaftet, arbeitet und der Förderung der nationalen Agrarentwicklung waren dieProbleme in der Landwirtschaft nicht zu überwinden. Gründe dafür können sein: Als die RoteKhmer in die westlichen und nordwestlichen Gebiete des Landes zurückgedrängt wurden,hinterließen sie das Land auf dem Punkt Null. Das Wirtschaftsembargo der USA gegenVietnam
 
traf nach der Besetzung Kambodschas in den achtziger Jahren auch die Khmer. Von1
 
 humanitärer Hilfe der Vereinten Nationen und privater Gruppen abgesehen, blieb es vomWesten aus Solidarität mit der USA von Krediten und Entwicklungshilfe völligabgeschnitten. Dadurch wurde auch der Wiederaufbau des Landes ebenfalls stark beeinflußt.Die alte Regierung hat sich um die Erhöhung der Produktivität aller Produktionen und dieVerbesserung der ökonomischen Lage der Produzenten im Land nur wenig gekümmert.Ursache hierfür ist die von der zentralen Bürokratie festgelegte sozioökonomischeEntwicklungspolitik. Es wurden Vorgaben und Pläne für die Produktion ausgearbeitet, ohnedie spezifischen wirtschaftlichen Verhältnisse der Betriebe zu beachten. Die hohen Kosten,die Ineffizienz der dafür gegründeten staatlichen Vermarktungsgesellschaften und dieVernachlässigung der bäuerlichen Landwirtschaft, bei oftmals fehlgeleiteten Investitionen instaatliche Agrarunternehmen, sowie in die Exportkulturen, haben gleichermaßen dieSteigerung der landwirtschaftlichen Produktion und der Realeinkommen verhindert. Diedadurch bedingte Steigerung der Nahrungsmittelsimporte, bei einer gleichzeitigenVerschlechterung der Terms of Trade für die kambodschanischen Exportprodukte in denachtziger Jahren, führte zu zunehmenden Zahlungsbilanzdefiziten. Die fast Abhängigkeit vonden Devisenerlösen aus der Landwirtschaft führte zur Einschränkung der notwendigenImporte von Kapitalgütern, Rohmaterialien und Ersatzteilen für den sekundären Bereich,insbesondere für die landwirtschaftliche Verarbeitungsindustrie, so daß sich der niedrigeEntwicklungsstand der Landwirtschaft auch direkt und indirekt hemmend auf dieEntwicklung der anderen Wirtschaftssektoren und damit der Gesamtwirtschaft auswirkte. Diefestgestellte geringe Leistungsfähigkeit des Agrarsektors in Kambodscha ist außerdem darauf zurückzuführen, daß deren Produktionszweige noch weitgehend subsistenzwirtschaftlichorganisiert sind und damit kaum marktwirtschafliche Züge trägt. Es ist klar darauf hingewiesen, daß in Ländern, in denen die Subsistenzwirtschaft noch vorherrscht, der Marktfür diese Agrarprodukte noch von geringer Bedeutung ist. Nach der wirtschaft- und politischen Liberalisierung im Land ist die derzeitige Regierungaufs äußerste bemüht, ein positives Investitionsklima zu schaffen und besonders ausländischeFirmen anzulocken, die längerfristig im Land investieren, und sie ist unter Umständen auf Kredite angewiesen, um das Land aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu befreien. Für denAgrarsektor gibt sich die Regierung auch besonders Mühe, die Verbesserung der Reis-,Kautschuk-, Holz- und Fischproduktion im Land mit der neuen Technologie sowie neuemManagement zu transformieren, um die Versorgung der Bevölkerung mit eigener Produktion2
 
 zu sichern. Um die sozioökonomische Lage der Bevölkerung und die staatliche Einnahme zuverbessern, bemüht sich die Regierung Kambodscha’s ebenfalls mit allen Kräften um dieSanierung der agrarischen Be- und Verarbeitungsbetriebe sowie um die Privatisierung der staatlichen Agrarbetriebe und deren Unternehmen im Land. Die Reform der Steuer, vor allemder Mehrwertsteuer, und die Ausführung der neuen Gesetze über ausländische Investitionender Regierung sind gleichermaßen für die Agrarentwicklung sehr wichtig. Sie könnendarüber hinaus auf eine allgemeine Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichenRaum und insbesondere auf die Stärkung lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufeausgerichtet sein. Angesichts der begünstigen und soliden Rahmenbedingungen in der landwirtschaftlichen Produktion und der spürbaren Produktionssteigerungen wurde diezeitige Aufgabe der Regierung im Agrarsektor, indem die Intensität und den Umfang desagrarischen Exports erhöht wurden, und die Liberalisierung des agrarischen Außenhandel, z.B. beim Handel von Reis, Kautschuk und tierischer Erzeugnisse, geleitet. Die letzte erwähnteAgrarmarktspolitik der Regierung kann hiermit auch vermutet werden, daß sie eventuell zur Verbesserung der Produktionstruktur und der Einkommen der landwirtschaftlichenProduzenten im Land sowie zur Preianhebung der betroffenen Agrarproduktion führt. Nach verschiedenen Analysen lassen sich die deutlichen Produktionssteigerungen in einigenLändern, neben der Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen, erkennen, daßattraktive Preise eine zentrale Rolle für die Steigerung der Agrarproduktion spielen. Der vereinzelt festgestellte, gegenüber dem kurzfristigen Angebotsverhalten deutlich höherenlangfristigen, Angebotselatizitäten deuten nach Koester darauf hin, daß höhere Preise dieVoraussetzung für die Nutzung technischer Innovationen und die Wirksamkeit verbesserter landwirtschaftlicher Dienstleistungen sind. Insofern sind attraktive Preise für einenachhaltige Steigerung der Agrarproduktion und für die schrittweise Verbesserung der Einkommen der Landwirtschaft ebenso von Bedeutung wie Verbesserungen beiVermarktungs- und Dienstleistungsstrukturen. Ebenfalls sind die technischen undinstitutionellen Innovationen in anderen Sektoren zur Erhöhung der Kommerzialisation desAgrarsektors zurückzuführen. Reale Steigerungen der Erzeugerpreise wie auch diePreisstruktur müssen sich jedoch am Kriterium der Economies of Scale messen lassen, wobeials Orientierungsgrößen einerseits die Weltmarktpreise und andererseits im Hinblick auf dieinländischen Nachfragen die Preiselastizitäten der konkurrierenden Nahrungs- undExportkulturen im Land dienen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß regional3
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