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202 Antisemitismusbericht 2013 SIG GRA

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05/07/2014

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Antisemitismusbericht des SIG und der GRA
 für die deutschsprachige SchweizAusgabe 2013
Rapport sur l’antisémitisme de la FSCI et de la GRA
pour la Suisse alémaniqueEdition 2013
 
2
Antisemitismus lässt sich nicht wie etwa die Temperatur in Celsius und Fahrenheit exakt messen. Da nur ein Teil aller antisemitischen Vorfälle erfasst oder gemeldet wird, sagt die Zahl registrierter Vorfälle nur wenig über die Verbreitung antisemitischer Einstellungen aus. Aktuelle repräsen-tative Umfragen dazu fehlen in der Schweiz. Doch trotz der Schwierigkeit bei der Messung steht eines fest: Eine Häufung antisemitisch motivierter Übergriffe und das Erstarken extremis-tischer Bewegungen verunsicherten in den letzten Jahren viele Jüdinnen und Juden in Europa. In Osteuropa und in Griechenland gewinnen rechtsextreme Bewegungen an Einfluss und hetzen offen gegen Minderheiten, in Frankreich kam es auch 2013 zu besorgniserregenden antisemitischen Angriffen. Im Gegen-satz dazu verlieren die Rechtsextremis-ten in der Deutschschweiz an Bedeu-tung und antisemitische Übergriffe blieben eher die Ausnahme. Ist die Schweiz also eine Insel der Fried- fertigkeit? Können wir uns entspannt zurücklehnen, oder gehen die beunru-higenden antisemitischen Tendenzen in Europa auch die Schweiz etwas an? Diesen Fragen geht der vorliegende Antisemitismusbericht 2013 nach.Der Schwerpunktartikel thematisiert die verschiedenen antisemitischen Ten-denzen in Europa und untersucht, was die Herausforderungen für die Schweiz sind. Es werden die 2013 in der Deutschschweiz registrierten antisemi-tischen Vorfälle dargestellt und analy-siert. Professor Andreas Zick, Leiter des Bielefelder Instituts für interdiszip-linäre Konflikt- und Gewaltforschung, betont im Interview, dass sich die Schweiz nicht zu sehr in Sicherheit wiegen sollte. Er zeigt auf, wie sich die Wirtschaftskrise auf antisemitische Einstellungen auswirkt, welche gesell-schaftlichen Gruppen besonders anfäl-lig für antisemitisches Gedankengut und welche Präventionsmassnahmen am effektivsten sind.Es gibt kein Patentrezept, mit dem man alle Facetten und Formen von Anti-semitismus bekämpfen kann. In einem ersten Schritt geht es darum, hinzu-schauen und die Probleme zu benen-nen. Der vorliegende Antisemitismus-bericht tut das. Doch die Probleme zu benennen allein reicht nicht: Ziel ist, Antisemitismus vorzubeugen und not-falls entschlossen zu bekämpfen. SIG und GRA sind im Kampf gegen Antise-mitismus und Rassismus mit praxisbe-zogenen Projekten aktiv: Die GRA ent-wickelt im Projekt «Frühkindliche Bildung zur gegenseitigen Toleranz» eine «Spiel- und Lernbox». Diese soll Kinder, Betreuungspersonen und Eltern dazu anregen, sich mit den The-men Andersartigkeit und Toleranz aus-einanderzusetzen und in diesen Berei-chen positive Werte zu vermitteln. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Experten im Bereich der frühkindlichen
Vorwort
 
3
Bildung und Trägerschaften von Kin-derbetreuungsinstitutionen erarbeitet. Der SIG führt seit über zehn Jahren erfolgreich das «Likrat-Dialogprojekt» durch. Dabei besuchen vom SIG ge-schulte und ausgebildete jüdische Jugendliche Schulklassen, um mit nichtjüdischen Jugendlichen ins Ge-spräch zu kommen und Vorurteile abzu-bauen. Dabei konnten in bisher über 400 Begegnungen bereits rund 8000 Jugendliche erreicht werden. Zudem organisiert der SIG Weiterbildungsrei-sen für Lehrer nach Auschwitz, und die GRA bietet finanzielle und organisato-rische Unterstützung bei Reisen von Schulklassen nach Auschwitz.Bei der Wertevermittlung Unterstüt-zung leisten, aufklären und da reagie-ren, wo Toleranz und Offenheit mit den Füssen getreten werden: Das haben wir uns zur Aufgabe gemacht, und dafür stehen wir ein. Schlussendlich aber liegt die Verantwortung bei jedem Ein-zelnen. Toleranz und Offenheit lassen sich nicht staatlich verordnen. Es ist Aufgabe jedes einzelnen Mitglieds der Gesellschaft, auch schon den jüngsten Mitgliedern diese Werte zu vermitteln und dort dagegen vorzugehen, wo sie missachtet werden.
Sabine Simkhovitch-Dreyfus, Vizepräsidentin SIG Ronnie Bernheim, Präsident GRA

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