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Dinara (16):
„Als ich die Bilder aus NewYork im Fernsehen sah, dachte ich zuerst anden Film „Independence day“. Das waren diegleichen Bilder, die Szenen fast identisch, nurdass sie jetzt Realität geworden waren.“Auch
Robert (19)
konnte zunächst nichtfassen, was passiert war: „Ich hab's nichtglauben wollen, was da im Fernsehen gezeigtwurde. Das war so irreal, so unnatürlich. Ich
NACH WIRKUNG
Ines (18)
„Für mich waren die Terroranschläge ein ganz persön licher Angriff auf meine Familie und meine Freunde.“
Der Schock vom 11. September sitzt tief bei den Schülerndes St. Augustin-Gymnasiums in Grimma bei Leipzig. KatrinFunke hat mit ihnen gesprochen – direkt nach den Terroran-schlägen und Wochen später. Die 15- bis 19-Jährigen stehenstellvertretend für viele Jugendliche in Deutschland.
konnte mir das Ganze nicht vorstellen, zumalich ein Jahr zuvor erst in New York gewesenwar.“
Sebastian (18)
nickt. Auch er war ein Jahrzuvor mit seinem Vater in der Stadt gewesen,die nun vom Terror gezeichnet ist: „Ich habeauf dem Empire-State-Building gestanden undüber New York geschaut. Als ich die Bilder vom11. September gesehen habe, dachte ich, dasist schon krass, und gleichzeitig wurde mir be-wusst, was für ein Glück ich hatte“.Für
Ines (18)
waren die ersten Stundennach den Anschlägen „die Hölle“. Sie war aufder Couch bei laufendem Fernseher einge-nickt, als sie die Nachrichten aus New Yorkaufschreckten. „Da hieß es plötzlich: Flug-zeuge entführt! Und ich dachte nur: Oh Gott,meine Eltern... Die waren da nämlich geradein den Urlaub geflogen. Sie waren glückli-cherweise nicht in den entführten Maschinen.Aber ich hatte auch Angst um meine Gastfa-milie in den USA, zu der ich seit dem letztenSchüleraustausch regelmäßig Kontakt habe.Ich habe noch am selben Abend in die Staa-ten gemailt und gesagt, dass es mir wahnsin-nig Leid tut, dass wir hier so hilflos sind. Fürmich waren die Terroranschläge ein ganz per-sönlicher Angriff auf meine Familie und mei-ne Freunde.“Inzwischen sind Wochen vergangen seitder Katastrophe von New York. Die GrimmaerGymnasiasten sind nicht mehr nur betroffenund schockiert. Neue Ängste vor Krieg und wei-terer Zerstörung sind ebenso dazu gekommen,wie bei einigen auch eine kritische Distanz zuramerikanischen Antwort auf den Terror.
Dinara:
„Ich wollte in den Wochen danachunbedingt mit jemandem reden. Ich war da-mals gerade im Praktikum, doch meine Ar-beitskollegen hat das kaum interessiert. Dablieben mir nur meine Eltern als Diskussions-partner. Und ich habe viele Expertenrundenzum Thema im Fernsehen verfolgt.“
Tobias (18)
:„Wir haben in den ersten Wo-chen danach in der Schule fast nur darübergeredet. Dabei wurden auch Aggressionengegen Amerika laut. Da gab es Stimmen, diegesagt haben: Irgendwie hat Amerika dasauch verdient. Natürlich nicht die vielen Op-fer, das ist klar, aber irgendwie denke ich auch,dass die USA eine gewisse Mitverantwortungfür die Katastrophe haben.“Auch
Maria (15)
erlebte die Wochen da-nach im Theater-Praktikum: „Dort hat ein älte-rer Schauspieler zu mir gesagt: Wer Wind sät,wird Sturm ernten – da bekam ich Angst“.
ARGUMENTEinfo
Brücke der Freundschaft nach New York
Was nutzen Gefühle der Anteilnahme und Verbundenheit, wenn sie nicht ausgedrückt werden?DieInitiative „Step 21“ will mit ihrem „Book of Friendship“ eine Brücke der Freundschaft von Deutsch-land nach New York schlagen. Wer seine persönlichen Ängste, Hoffnungen und Visionen nach denTerroranschlägen in den USA ausdrücken möchte, kann dies mit Fotos, Collagen, Gedichten oderTexten tun. Aus den besten Beiträgen entsteht ein „Book of Friendship“ für New Yorker Jugendli-che. Einsendeschluss ist der 31. 12. 2001.
Nähere Informationen bei Helga Stieff, Step 21, Tel.: 040 / 378 59 618, E-Mail: Stieff.Helga@step.21.de oder unter www.step21.de.
Dinara (16)Robert (19) Sebastian (18) Ines (18) Tobias (18) Maria (15)
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