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Liebe Leserin, lieber Leser,
fluter ist die neue Jugendmarke der Bundeszentrale für politische Bildung.Terrorismus ist das Thema der ersten Ausgabe.Die barbarischen Terroranschläge vom 11. September haben viele Menschen inAufruhr versetzt: Wie weisen wir die Terroristen in ihre Schranken? Wie schüt-zen wir uns gegen heimtückische Attacken? Wie erhalten wir den Frieden? Wasist Frieden? Wieviel Sicherheit braucht die Freiheit, wieviel Sicherheit verträgtder Rechtsstaat? Welche Einschränkungen von Freiheit nehmen wir hin? Wie blei-ben wir tolerant gegenüber Mitbürgern fremder Herkunft? Wie behalten wir dieeine Welt im Blick mit ihren vielen Kulturen?Alle Fragen münden in der einen Frage: Wie soll die Welt beschaffen sein, in derwir leben wollen? Es ist eine Frage, die alle Menschen bewegt. Vor allem stellensie aber die Jüngeren, die in diese Welt hineinwachsen. Diskussionen über un-sere Zukunft brauchen wir wie die Luft zum Atmen: Was können und was müssenwir besser machen, was müssen wir anders machen?Alle diese Fragen haben mit Politik zu tun, mit der Chance, die uns in einer De-mokratie gegeben ist, selbst zu bestimmen, wie es weitergehen soll. Demokratieist kein Erbgut. Sie muss täglich neu verdient, definiert und gestaltet werden. Nurwer sich informiert, hat die Chance mitzureden.Mit fluter leuchten wir hinein in die Hintergründe der wichtigen Themen dieserZeit. Wir informieren und erklären, liefern Argumente und Meinungen, präsen-tieren Menschen, die im Mittelpunkt stehen, wir bieten Provokationen und ver-schweigen den Rat der Älteren nicht. Patentrezepte aber werden Sie in fluter ver-geblich suchen. Unser Ehrgeiz ist es, Ihnen und Ihren politischen Interessen,Ihren Fragen und Sichtweisen ein Forum zu geben.Die Einladung ist damit ausgesprochen: Disku-tieren Sie mit, formulieren Sie Ihre Anregungenund Anmerkungen. Das Magazin und derOnlineauftritt (s.a. Seite 58/59) warten darauf.HerzlichThomas KrügerPräsident der Bundeszentrale fürpolitische Bildung
   J  a ,
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TERRORISMUS
Bundeszentrale für politische BildungBundeszentrale für politische Bildung
Nr.01
Das Abonnement von ist kostenlos.Aber es ist ein Abonnement auf Zeit. Nutzen Siedie untenstehende Postkarte. Sie haben dannden Anspruch auf die nächsten vier Ausgabenvon fluter. Wenn danach das Magazin weiterhinIhr Interesse findet, können Sie das (kostenlo-se) Abonnement erneuern.
G1203
MASSEN-MORD
Wie der Hass entstanden ist
STIMMUNGS-UMSCHWUNG
Wie sich das Zusammenleben änderte
SCHARF-SCHÜTZEN
Warum Medien den Horror lieben (müssen)
Ein Fluter kommt immer dann zum Einsatz, wenn es großflächig hell werden soll. Auchzur Horizontausleuchtung ist der Fluter dank seiner gleichmäßigen Lichtverteilungdas Standardwerkzeug geworden ...
Text von der Homepage der Firma soundlight, Hannover
 
Menschen
STIMMUNGS-UMSCHWUNG
Wie sich dasZusammenleben verändert hat
18SELBST-BESTIMMUNG
Welche Erfahrungen jungeMuslime machten
26 ffANGST-ALLTAG
Mit Bedrohungen leben –Geschichten von Angst
34 ffSERVICE
Infos, Tipps und Adressen
26 ffwww. .de58Thomas Krüger
Das neue Jugendprogramm derBundeszentrale für politische Bildung
60Impressum59
Titelbild: Eine mit Staub bedeckte junge Frau hält sich ein Stück Stoff vor Nase und Mund, als sie nach den Terroranschlägen am 11. September auf das World Trade Center vom Unglücksort flieht 
Nr.01Nr.01
32
INHALTTHEMA
Hintergrund
MASSEN-MORD
Wie der Hass entstanden ist
8
> Wolfgang Schmidtbauer: „Es fehlt die innere Kontrolle“
11
> Ein Drehbuch des Terrors
16
> Linda Ahlers: „Kann man Leid in Zahlen ausdrücken?
17GOTTES WILLE
Was ist der Islam?Was glauben die Moslems?
20
> Islamistische Extremisten weltweit
25TODES-WAFFEN
Was uns bedrohen kann
38ANTI-TERROR
Wie neue Gesetze für mehr innereSicherheit sorgen sollen
40TERROR-JAHRE
Wie die „Rote Armee Fraktion“ dieDemokratie herausforderte
52
> Silke Maier-Witt: „Die Menschheit zu retten undGewalt anzuwenden, das geht nicht“
55SERVICE
Infos, Tipps und Adressen
10 ff
MASSEN-MORD
Woher kommt der neue Terrorismus?Wer sind die Drahtzieher?Wieentsteht der Hass?Was droht uns noch?Fast drei Monate nach denTerroranschlägen eine Analyse
HINTERGRUNDSeiten 8 - 15
STIMMUNGS-UMSCHWUNG
3,2 Millionen Muslime leben in Deutschland. Wie sieht ihr Alltag seitdem 11. September aus?Streiflichter, Erfahrungsberichte,Gespräche und Interviews
MENSCHEN Seiten 18 19
SCHARF-SCHÜTZEN
Wenn der Terrorismus zum Dauerthema wird und den Journalistendie Fakten ausgehen. Ursachen und Beispiele, warum Medien denHorror lieben (müssen)
ARGUMENTESeiten 32 - 33
ArgumenteInes (18)
„Für mich waren die Terroranschläge ein ganzpersönlicher Angriff auf meine Familie und meine Freunde“4
Kurt Kister
HÖLLEN-TOR6
Valentin Nann
Ground Zero im Kopf29
Uwe Wittstock
ANGST-LUST30
Hans Leyendecker
SCHARF-SCHÜTZEN32
Regine Hildebrandt, Erhard Eppler,Heiner Geissler
ÄLTESTEN-RAT50
Peter Schneider, Henryk M. Broder und BECK
PROVOKATION56SERVICE
Infos, Tipps und Adressen
5
Reportage
GOOD BYE
Auf dem Weg in die USA – trotz aller Bedenken
42SERVICE
Infos, Tipps und Adressen
49
 
ARGUMENTEHINTERGRUNDREPORTAGEMENSCHEN
Liebe Leserin, lieber Leser,
der 11. September 2001 macht Geschichte, eine mör-derische Attacke fordert die Welt heraus. Der perfekt or-ganisierte Unfall ist zum Mittel der Kriegsführung von Ter-roristen geworden – für die der Zweck offensichtlich alleMittel heiligt. Schrecken wollen sie verbreiten, wir sollenuns nicht mehr sicher fühlen dürfen. Jeder neue großeUnfall wird auf absehbare Zeit im Verdacht stehen, vonTerroristen inszeniert zu sein. Wir müssen lernen, mit derAngst umzugehen.Ein Krieg um Afghanistan – gerichtet gegen ein Regi-me, das den Terror begünstigt. Ein Krieg, nicht geführt,um einem geschundenen Volk noch mehr Leid zuzufü-gen. Krieg – möglicherweise Kriege – wird es geben, umdem Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Bombenund Gewehre allein werden den Frieden nicht bringen.Die neue Weltinnenpolitik muß ihre Rezepte noch finden,um die unheilvolle Verbindung von Armut und religiösemFanatismus zu bekämpfen.Die Anschläge der Terroristen haben uns ein neues Ge-fühl für die eine Welt vermittelt, in der wir leben. Es machtwenig Sinn, sich in der eigenen (heilen) Welt zu verkrie-chen. Elend, Korruption, Diktaturen und die Abwesenheitvon Menschenrechten in weiten Teilen der Welt sind trau-rige Wahrheit. Wir sind herausgefordert. Mitten unter unsleben Menschen, die in ihrer Not bei uns Zuflucht gesuchthaben. Diese Flüchtlinge, Asylanten und ausländischenArbeitnehmer brauchen unsere Toleranz, unser Verständ-nis, unsere Hilfe. Wir dürfen sie nicht zu Tätern stempeln,nur weil einer der Haupttäter von New York mitten unterihnen war. Fanatiker aber verdienen keine Toleranz: Siehaben nicht das Recht, unsere Nachbarn zu sein.
Dieter Golombek 
 
Nr.01Nr.01
54
Dinara (16):
„Als ich die Bilder aus NewYork im Fernsehen sah, dachte ich zuerst anden Film „Independence day“. Das waren diegleichen Bilder, die Szenen fast identisch, nurdass sie jetzt Realität geworden waren.“Auch
Robert (19)
konnte zunächst nichtfassen, was passiert war: „Ich hab's nichtglauben wollen, was da im Fernsehen gezeigtwurde. Das war so irreal, so unnatürlich. Ich
NACH WIRKUNG
Ines (18)
„Für mich waren die Terroranschläge ein ganz persön licher Angriff auf meine Familie und meine Freunde.“
Der Schock vom 11. September sitzt tief bei den Schülerndes St. Augustin-Gymnasiums in Grimma bei Leipzig. KatrinFunke hat mit ihnen gesprochen – direkt nach den Terroran-schlägen und Wochen später. Die 15- bis 19-Jährigen stehenstellvertretend für viele Jugendliche in Deutschland.
konnte mir das Ganze nicht vorstellen, zumalich ein Jahr zuvor erst in New York gewesenwar.“
Sebastian (18)
nickt. Auch er war ein Jahrzuvor mit seinem Vater in der Stadt gewesen,die nun vom Terror gezeichnet ist: „Ich habeauf dem Empire-State-Building gestanden undüber New York geschaut. Als ich die Bilder vom11. September gesehen habe, dachte ich, dasist schon krass, und gleichzeitig wurde mir be-wusst, was für ein Glück ich hatte“.Für
Ines (18)
waren die ersten Stundennach den Anschlägen „die Hölle“. Sie war aufder Couch bei laufendem Fernseher einge-nickt, als sie die Nachrichten aus New Yorkaufschreckten. „Da hieß es plötzlich: Flug-zeuge entführt! Und ich dachte nur: Oh Gott,meine Eltern... Die waren da nämlich geradein den Urlaub geflogen. Sie waren glückli-cherweise nicht in den entführten Maschinen.Aber ich hatte auch Angst um meine Gastfa-milie in den USA, zu der ich seit dem letztenSchüleraustausch regelmäßig Kontakt habe.Ich habe noch am selben Abend in die Staa-ten gemailt und gesagt, dass es mir wahnsin-nig Leid tut, dass wir hier so hilflos sind. Fürmich waren die Terroranschläge ein ganz per-sönlicher Angriff auf meine Familie und mei-ne Freunde.“Inzwischen sind Wochen vergangen seitder Katastrophe von New York. Die GrimmaerGymnasiasten sind nicht mehr nur betroffenund schockiert. Neue Ängste vor Krieg und wei-terer Zerstörung sind ebenso dazu gekommen,wie bei einigen auch eine kritische Distanz zuramerikanischen Antwort auf den Terror.
Dinara:
„Ich wollte in den Wochen danachunbedingt mit jemandem reden. Ich war da-mals gerade im Praktikum, doch meine Ar-beitskollegen hat das kaum interessiert. Dablieben mir nur meine Eltern als Diskussions-partner. Und ich habe viele Expertenrundenzum Thema im Fernsehen verfolgt.“
Tobias (18)
:„Wir haben in den ersten Wo-chen danach in der Schule fast nur darübergeredet. Dabei wurden auch Aggressionengegen Amerika laut. Da gab es Stimmen, diegesagt haben: Irgendwie hat Amerika dasauch verdient. Natürlich nicht die vielen Op-fer, das ist klar, aber irgendwie denke ich auch,dass die USA eine gewisse Mitverantwortungfür die Katastrophe haben.“Auch
Maria (15)
erlebte die Wochen da-nach im Theater-Praktikum: „Dort hat ein älte-rer Schauspieler zu mir gesagt: Wer Wind sät,wird Sturm ernten – da bekam ich Angst“.
ARGUMENTEinfo
Brücke der Freundschaft nach New York
Was nutzen Gefühle der Anteilnahme und Verbundenheit, wenn sie nicht ausgedrückt werden?DieInitiative „Step 21“ will mit ihrem „Book of Friendship“ eine Brücke der Freundschaft von Deutsch-land nach New York schlagen. Wer seine persönlichen Ängste, Hoffnungen und Visionen nach denTerroranschlägen in den USA ausdrücken möchte, kann dies mit Fotos, Collagen, Gedichten oderTexten tun. Aus den besten Beiträgen entsteht ein „Book of Friendship“ für New Yorker Jugendli-che. Einsendeschluss ist der 31. 12. 2001.
Nähere Informationen bei Helga Stieff, Step 21, Tel.: 040 / 378 59 618, E-Mail: Stieff.Helga@step.21.de oder unter www.step21.de.
Dinara (16)Robert (19) Sebastian (18) Ines (18) Tobias (18) Maria (15)
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