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KONTAKT SPERRE
Wieso Politik als ätzendund langweilig gilt
NAH KAMPF
Wie der Partei-NachwuchsWahlwerbung macht
STIMM BRUCH
Warum die einen wählen wollenund die anderen nicht
wird herausgegeben von der Bundeszentralefür politische Bildung (bpb).gibt es als Internet-Portal:www.fluter.deund vierteljährlich neu als gedrucktes Magazin.richtet sich an junge Leser. Ihnen und ihrenpolitischen Interessen, ihren Fragen, Sichtweisen, ihrenStimmen und Argumenten bietet das Magazin ein Forum.
   J  a ,
   i  c   h  w   i   l   l   d   i  e  n   ä  c   h  s   t  e  n
   4   A  u  s  g  a   b  e  n   d  e  r   Z  e   i   t  s  c   h  r   i   f   t „   f   l  u   t  e  r   “   k  o  s   t  e  n   l  o  s
  a  n  m  e   i  n  e   A   d  r  e  s  s  e   (  s .   R   ü  c   k  s  e   i   t  e   )
   f  r  e   i   H  a  u  s
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   k  o  s   t  e  n   l  o  s  e  s   P  r  o   b  e   h  e   f   t
  a  n   d   i  e   f  o   l  g  e  n   d  e   A   d  r  e  s  s  e  :
   V  o  r  n  a  m  e   /   N  a  m  e   S   t  r  a   ß  e   /   H  a  u  s  n  u  m  m  e  r   P   L   Z   O  r   t
Es ist wichtig, dass wir in einer DemokratiePolitik mitbestimmen können. Ich weiß, wo-von ich rede. Ich habe meine ersten dreißigJahre in der DDR gelebt, wo das nicht möglich war. Wieunser Leben in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aus-sieht, ist keine Frage des Schicksals. Es hängt davonab, wie wir Politik und Gesellschaft gestalten - also vonuns selbst. Teilhabe ist das A und O der De-mokratie. Das Wahlrecht ist eine Möglichkeitsich einzumischen.
Thomas KrügerPräsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
   G   1   2   0   3
Nr. 3 Juni 2002
verdankt seinen Titel der Beleuchtungstechnik.Ein Fluter schafft eine gleichmäßige Lichtverteilung undsorgt dafür, dass es großflächig hell wird.beleuchtet die Hintergründe zu wichtigenThemen dieser Zeit, liefert Argumente, Meinungen und Pro-vokationen - und präsentiert Menschen, die etwas zu sagenhaben. Nur eines gibt es bei fluter nicht: Patentrezepte.wird von Journalisten gemacht, die komplizier-te Themen anschaulich übersetzen.entsteht in Kooperation mit den Jugendseitenund -beilagen von Tageszeitungen.kann kostenlos mit der nebenstehenden Post-karte abonniert werden. Das Abonnement gilt für vier Aus-gaben. Wer das Magazin anschließend weiter beziehen will,muss sein Abonnement erneuern.
 
INHALT
Nr.03Nr.03
32
INHALTTHEMA
NETZ K@NZLER
Wer das Internet regiert
32LUST FRUST
Wieso das Jugendparlament inHalberstadt trotzdem weitermacht
38TREFF PUNKT
Wie sich Jugendräte mit Ratschlägendurchsetzen
42Lesermeinung/ Impressum58/ 59KONTAKT SPERRE
Wieso Politik als „ätzend und langweilig“ gilt
14SCHAU BÜHNE
Wie Medien und Politik zusammenwirken
46
>Hans Jürgen Beerfeltz:„... sich gegen Coca Cola behaupten“
49NAH KAMPF
Wie der Partei-Nachwuchs Wahlwerbung macht
22ÄLTESTEN RAT
Norbert Blüm, Helmut Schmidt
50PRÜF STEINE
Worum es bei der Bundestagswahl geht
52
NAH KAMPF
Plakate kleben, Gespräche mit Gleichaltrigen, Image aufpolieren.Die Nachwuchsorganisationen der Parteien kämpfen an vielenWahlkampf-Fronten. Momentaufnahmen
REPORTAGESeiten 22 - 29
LUST FRUST
Mit viel Elan und Tatendrang startete das Jugendparlament in Hal-berstadt vor drei Jahren. Inzwischen gibt es Ernüchterung, aberauch Hoffnungen für die Zukunft. Beobachtungen
PROJEKTESeiten 38 - 41
KONTAKT SPERRE
Junge Leute sind auf Distanz zum Politikbetrieb. Politisch aktiv sindviele von ihnen trotzdem – auch wenn sie ihr Engagement andersnennen und begreifen. Eine Bestandsaufnahme
HINTERGRUNDSeiten 14 - 19STIMM BRUCH
Warum die einen wählen wollen und die anderen nicht
4FLAGGE ZEIGEN
Wofür sich junge Promis einsetzen
10
Svenja Heinecke:
„Der ideale Politiker überschätztsich nicht und ist ehrlich20
Carsten Guhr:
„Nur weil ich Bürgermeister bin, muss ichmich doch nicht wie ein Sechzighriger verhalten“35
Andreas Steyer:
„Wir möchten mit unserer Jugendparteizur Bundestagswahl antreten36
Claudia Pertzsch:
„Manchmal denke ich, ich habe esdreifach schwer: jung, weiblich, blond37ÜBER SETZEN
> Wie junge Aussiedler deutsche Politik kennenlernen
44
> Wo jungendliche Ausländer wählen
45
ARGUMENTEHINTERGRUNDREPORTAGEMENSCHEN
Liebe Leserin, lieber Leser,
Es ist Wahl-Zeit, eine wichtige Zeit der Demokratie. DasWahlvolk kann die, die es im Parlament vertreten sollen, neubestimmen. Das Wahlvolk kann sein Vertrauen neu verteilen,die Weichen anders stellen. Die Parteien buhlen um seineGunst. Sie rücken die eigenen Positionen, Personen und Pro-gramme ins rechte Licht und den politischen Gegner in einmöglichst schlechtes.Es ist Wahlkampf. Beschimpfungen, Entgleisungen, Fouls,vielleicht sogar „Schlammschlachten“, werden dazugehören.Der Politikbetrieb zu Wahlkampfzeiten erfährt harsche Verur-teilungen. Immer schon und immer wieder. Trotzdem sagtPeter Radunski, ein erfahrener Wahlkampfmanager: „Wahl-kämpfe waren noch nie so fair wie heute.“Das Vorurteil ist stabil: Politik ist ein schmutziges Ge-schäft, Politik verdirbt den Charakter. In einer Image-Ranglis-te der Berufe landen Politiker ganz weit unten, eingerahmtvon Autoverkäufern und Immobilienmaklern. Dieses Schick-sal teilen sie übrigens mit ihren europäischen Kollegen. Ver-wunderlich: Europa hat die längste Friedensepoche seinerGeschichte hinter sich, die Bürger genießen Freiheiten undviele Rechte, der Wohlstand ist im Vergleich zu anderen Tei-len dieser Erde gewaltig. Die Demokratie ist eine Erfolgsge-schichte, es gibt nichts Besseres.61,2 Millionen Deutsche haben am 22. September 2002das Recht zu wählen, davon 2,5 Millionen zum ersten Mal.Die Experten bescheinigen gerade den Jüngeren ein heftigesDesinteresse. Politik findet für sie auf unerreichbaren undundurchschaubaren Ebenen statt. Politik steht in ihren Au-gen unter dem Generalverdacht, dass sie die jugendlichenPerspektiven nicht richtig bedenkt. Viele Jugendliche verab-schieden sich offensichtlich von der Einsicht, dass nur dereine Chance in der Demokratie hat, der sich für seine Inte-ressen tatkräftig selbst einsetzt. Wer alle Verantwortung aufden mühsamen und komplizierten politischen Betrieb ab-wälzt, der tut sich nichts Gutes. Oder um es mit Luisa ausRostock (siehe Seite 4) zu sagen: „Ich möchte nicht zu denJugendlichen gehören, die nicht wählen gehen und sichhinterher aufregen.“
Dieter Golombek 
PROJEKTE
www..de im Juni
unter anderem mit folgenden Themen:
Parteien online
Wie sieht der Wahlkampf im Netz aus?
Wahlbeobachter in Weißrussland
Wo muss ich hier denPräsidenten wählen?
Medien in Italien
Eine Florenzer Zeitschrift sorgt sich um dieChancengleichheit bei den Wahlen
Wähler-Wünsche
Ein Wahlforscher und die immer gleiche Frage:Was will der Wähler?
... außerdem Buch- und Filmtipps zum Thema „Wahlen“
Zum Titelbild: „Die Jugendlichen entfernen sich nicht etwa bewusst vom politischen System, sie lassen es mehr und mehr links liegen“ sagt Ju- gendforscher Arthur Fischer. Das Foto zeigt eine Besuchergruppe im Reichstag in Berlin 
PROVOKATIONEN
Alex, Franz Müntefering, Herbert Riehl-Heyse,Helmut Schmidt, Jürgen Todenhöfer, Antje Vollmer
30, 56
 
Nr.03
54
Nr.03
MENSCHEN
Fabian:
Ich geh´ nicht wählen, und ich kann euch genau sagen warum.Weil ich nämlich so meine Vision habe: Würde ich jetzt mit Stoiber undSchröder und allen anderen Parteivorsitzenden eine Viertelstunde in die-sem Raum sitzen, und zwar allein, und ich würde zu jedem von denensagen: Erklären Sie mir bitte, was Sie persönlich für mich tun, wenn ichSie wähle! Da erzählt mir doch jeder von denen dasselbe! Jeder!
Luisa:
Die kriegen sich so in die Haare, dass sie sich kloppen.
Fabian:
Nein, denn du gehst mit jedem alleine in den Raum.
Alex:
Und jeder erzählt dir, was du hören willst.
Fabian:
Natürlich! Das ist es doch! Jeder sagt mir, wenn ich meinetwe-gen sage, ich will studieren, dann sagt der: Jaaa, wir werden die Bafög-Sätze erhöhen von den Studenten, die aus den unteren Schichten kom-men, damit die ein bisschen mehr kriegen, und mehr Kindergeld, undwir fördern das Wohngeld, wir machen die Behördengänge einfacher,und alles wird gut. Das würde mir doch jeder sagen.
Zwei Stimmen aus einer Diskussionsrunde von Ju-gendlichen, die alle im September das erste Mal zurWahl gehen könnten und von sich sagen: „Politik in-teressiert mich nicht“. Eines unterscheidet sie: Die ei-ne Hälfte will im September wählen gehen, die ande-re Hälfte nicht. Sie stehen stellvertretend für viele Al-tersgenossen – ausgewählt von einem Rostocker For-schungsinstitut. Alexandra von Streit, Soziologin undMit-Autorin der Shell-Jugendstudie, hat die Diskussi-on moderiert und aufgezeichnet.
Alex:
„... und jeder erzählt Dir, was Du hören willst.“
Sind Wahlkampfaussagen nur heiße Luft? Fabian, Luisa,Alex und Anne-Katrin stellen sich ein Gespräch mitführenden Politikern vor – auf Augenhöhe.
Anne-Katrin:
Und wenn du mit Anzug reingehen würdest...
Fabian:
... dann wird er mir etwas vollkommen anderes erzählen. Ichkomme da rein mit Anzug und sage, ich studiere Jura und mein Vaterist dies oder das, dann erzählt dieser Typ mir irgendwas vollkommen an-deres. Dann wird er mir sagen: Jaaa, mit dem Standort hier, das wirdschon alles, und in die Wirtschaft pumpen wir alles rein, und wir machenalles gut! Er wird mir sagen: Morgen scheint die Sonne, der Regen istvorbei und alles blüht, ohne Regen!
Fabian, 19 Jahre, hat vor kurzemAbitur gemacht und will ins Aus-land gehen. Es stört ihn, dassDeutschland „so gespalten ist, inOst-West, in Jung-Alt, in Arm-Reich“. Sein Berufswunsch: Colle-getrainer in den USA.
Die meisten Jugendlichen gehen wählen – aber es werden weniger: Auf die Frage nach ihrer Wahlbe- teiligung antworteten vor drei Jahren nur noch 64 Prozent der jungen Leute mit Ja – 1996 zuvor wa- ren es noch 76 Prozent – so das Ergebnis der Shell-Jugendstudien 1997 und 2000 
Warum die einen wählen wollen ...und die anderen nicht
„Ich möchte nicht zu den Jugendlichen gehören, die nicht wählen gehen und sich hinterher darüber aufregen,dass alles Scheiße ist in Deutschland“,meint Luisa. Fabian erwidert:„Ich muss mich doch nicht mit Sachenauseinandersetzen, die mich nicht bewegen und auf mich keinen Einfluss haben.“
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