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WEB 2.0
Die Erfolgsstorys desWeb 2.0aus den Alpen
Popurls.com
Popurls („Every URL will be popular for 1.5seconds“) präsentiert auf einen Blick dieZusammenfassung der in diesem Moment„heißen“ Inhalte von Plattformen wie Digg,YouTube, Del.icio.us oder Flickr. Es ist ein pri-vates Projekt des Linzer UnternehmersThomas Marban und klar auf englischsprachi-ge Märkte ausgerichtet, wo Popurls einenrelativ hohen Bekanntheitsgrad genießt. Die1,5 Millionen monatlichen Page-Impressions –ein beachtlicher Wert angesichts derTatsache, dass die Website im Wesentlichennur aus einer Seite besteht – werden vom US-Spezialvermarkter Federated Media bewirt-schaftet.
Twoday.net
Twoday ist die den deutschsprachigen Marktdominierende Weblog-Plattform und war vorfünf Jahren der erste österreichischeGehversuch im Web 2.0. Sie wurde von derWiener Webagentur Knallgrau entwickelt, dieauch die internationale BloggingplattformBlogr.com betreibt sowie auf Twoday ba-sierende Kunden-lösungen wie Weblife.at, Polylog.tv oder denCommunitybereich von DerWesten.de ent-wickelt hat. Siehe das Interview mit Knallgrau-Gründer Dieter Rappold auf Seite 13.
Bikemap.net
Bikemap („DeineRadrouten im Web“) ist eineauf Google Maps basierende Anwendung, aufder Radfahrer ihre Lieblingsrouten sammelnkönnen. Sie ist aus der Zusammenarbeit desWiener Social-Software-Spezialisten HelgeFahrnberger mit dem deutschen Radreise-veranstalter Peter Eich entstanden. Diegemeinsame Firma Toursprung.com hat mitRunmap.de auch eine Variante für Lauf-sportler entwickelt und arbeitet an derErschließung weiterer, auf Werbung im touri-stischen Umfeld abzielender Nischen.Bikemap wurde von Medien wie FAZ, WDR, Ö3oder dem Standard begeistert aufgenommenund ist wenige Monate nach Start bereits diegrößte Radroutensammlung im deutschenSprachraum.
FatFoogoo.com
Auf FatFoogoo könnenSpieler von Onlinespielenwie World of Warcraft oderSecond Life mit virtuellenGütern handeln – also etwaAccounts, Avatare oderWaffen von anderen Spielernersteigern. In diesen interna-tional kommerziell sehrattraktiven, aber technolo-gisch und rechtlich komplexenMarkt haben sich bislang nurwenige Startups vorgewagt, dementspre-chend wird die weitere Entwicklung vonFatFoogoo weltweit mit Spannung beobachtet.FatFoogoo, zu Deutsch der „fette Kugelfisch“,ist eine Gründung der Wiener Software-spezialisten Martin Herdina und Daniel Petri.
Tupalo.com
Entwickelt von den Wahlwienern ClemensBeer und Mike Borras, gibt Tupalo („Stuff inyour neighborhood“) dem Benutzer dieMöglichkeit, seine Lieblingslokale, -geschäfteund sonstige Orte in seiner Stadt zu sammelnund zu bewerten, wodurch langsam ein Lokal-und Stadtführer für die jeweiligen Städte ent-steht.Neben Wien sindhauptsächlich in einigen deutschenund amerikanischen Städten starke lokaleCommunities entstanden, in Dutzenden weite-ren werden die Aktivitäten ausgebaut. Beerund Borras arbeiten derzeit daran,Seedfinanzierung und strategische Partner-schaften für eine weitere Expansion zu gewin-nen.
Soup.io
Soup („Your online scrapbook“) ist einAggregator, mit demman sich in wenigenKlicks einen persön-lichen Life-Feed (die„Suppe“) aus allenQuellen zusammen-stellen kann, in dieman als Web-2.0-Junkie täglich publi-ziert: Blogs, SocialBookmarks, Micro-blogging, Video- undPhoto-Sharing etc.Soup ist noch relativ jung, wurde jedoch
 Am „Web 2.0“ wird nicht nur in Deutschland oder den USA gebaut. In den letzten Jahren entstanden auch in Österreich eine Reihe bemerkenswerter Social-Media-Plattformen – die international auch beachtliche Erfolge feiern.Ein Blick hinter die Kulissen der sozialen Medien.
 
WEB 2.0
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bereitsvon schwergewichtigenBranchenblogs aus dem SiliconValley wie Techcrunch oderMashable mit wohlwollendenBerichten geadelt. Hinter Soup ste-hen Christopher Clay und EsadHajdarevic aus der Wiener Hacker-schmiedeMetalab.
123people.com
123people – „Finde jeden, den du (nochnicht) kennst“ – ist eine Personensuch-maschine des vom 3united-MitgründerMarkus Wagner aufgebauten Inkubatorsi5invest. Sie aggregiert Fundstellen zueinzelnen Personen wie Texte, Fotos undVideos aus dem Web, Telefonbucheinträgeoder Profile aus Social Networks wie Xing undFacebook. 123people erschließt damit dieSuchmöglichkeiten erfahrener Internetnutzerauch für weniger erfahrene und nimmt aminternational sehr heiß umkämpften Wettlaufum den Markt der Personensuche teil.
ichkoche.at
ichkoche.at ist eine Rezeptesuchmaschine ausdem Hause der Styria Medien AG. Die Rezeptewurden ursprünglich aus den bereits erschie-nenen Koch- und Kulinarikbüchern der Styria-Verlage zusammengetragen. Web 2.0 kommtmit den Usern ins Spiel. Diese können Rezepteuploaden, einen Blog anlegen, Bilder undVideos auf ihre Sites stellen. Nachdem mansein Profil angelegt hat, kann man kulinarischGleichgesinnte finden. Geschäftsführer istOliver Olschewski. Er verantwortet gemein-sam mit Daniel Greineder die Finanzierungder Site durch Werbeschaltungen. Alle Inhalteder Seite sind für die User frei zugänglich –auch ohne Registrierung.
Geschäftsmodelle im Web 2.0: mit Trial and Error leben
Dieter Rappold,Geschäftsführer der  Agentur Knallgrau
Dieter Rappold, Geschäftsführer der auf Social Softwarespezialisierten Agentur Knallgrau, im Interview überkommerzielle Chancen und Herausforderungen des Web2.0. Knallgrau hat vor fünf Jahren mit der Weblogplatt-form Twoday.net die erste „Web-2.0-Plattform“ des Landesentwickelt. Rappold bloggt selbst unter sierralog.com.
 Verwenden Sie selbst den Begriff „Web 2.0“?
Dieter Rappold:
Ja, ich akzeptiere den Begriff aus einerVermarktungsperspektive. Er ist der Versuch, eine kom-plexe Materie in ein Schlagwort zu verpacken. Da dasWissen hier sehr heterogen verteilt ist, erleichtert er denMarktteilnehmern zumindest, glaubhaft von ein unddemselben Thema zu sprechen.
Twoday ist dieser Tage fünf Jahre alt geworden – was sindIhre Erfahrungen aus dieser Zeit? Was hat funktioniert,was ging schief?
Twoday.net ist der Beweis, dass in Österreich durchausinnovative Webprojekte möglich sind, wenn wir auch mitder ursprünglichen Zielsetzung, ein kommerziell erfolg-reiches Weblogportal zu machen, gescheitert sind. DiePlattform hat jedoch einen enorm hohen Wert fürKnallgrau, sowohl aus Marketingperspektive als auch inihrer Funktion als Lernraum für uns.
Wie beurteilen Sie Werbung im Web 2.0 in Österreich?Warum kann man auf Twoday nicht werben?
Wir haben Twoday bislang nicht für Onlinewerbung geöff-net, weil uns die Zeit und die Kapazität fehlen, uns pro-fessionell darum zu kümmern. Generell bin ich derAnsicht, dass in Österreich weder Kunden nochMediaagenturen annähernd bereit sind, das Potenzial vonWerbung auf und mit Social Media zu erkennen oder zubewerten. Hier hinken wir international hinterher.
Wo finden sich die tragfähigen Geschäftsmodelle – wiekann man mit Social Media Geld verdienen?
Wir müssen hier mit Trial and Error leben, denn es liegenkeine fertigen Antworten am Tisch. Alle bis hin zuFacebook sind dabei, Dinge auszuprobieren und ausihnen zu lernen.
Medienhäuser wie Holtzbrinck oder Burda sind inDeutschland auf Einkaufstour im Web 2.0 – kann dieseStrategie aufgehen?
Diese Einkaufstouren sind ein schwieriges Konzept, dennman kann eine Web-2.0-Plattform kaufen, muss aber alsOrganisation auch in der Lage sein, die entsprechendeOffenheit leben zu können. Grundsätzlich sehen wir welt-weit eine Granularisierung der Medienmärkte, der Trendgeht zur Nische. Auch in Österreich wird es Nischen-produkte geben, die für einen Medienkonzern, der auf-merksam genug ist, interessant sein können.
Wie sehen Sie die diesbezüglichen Aktivitäten der öster-reichischen Verlagshäuser?
Bemüht, aber sehr von Zurückhaltung und Angstgeprägt. Als positive Ausnahmen fallen mir Styria unddas Vorarlberger Medienhaus ein.
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