Verschiedene neuere Untersuchungen zeigen aber auch, wie man es besser macht:Besser ist es, wenn man auf eine Massnahme zurückgreift, die ziemlich altväterlichtönt - nämlich auf das Wiederholen: Unmittelbar nach dem Lernen ist dasWiederholen kaum sinnvoll; s
päter einmal
und wenn einige Zeit vergangen ist,macht dies durchaus Sinn Da lohnt es sich, die Hefte und die Bücher wieder hervorzu nehmen und den Stoff zu repetieren.Das allerdings wirft dann eine sehr praktische Frage auf: Wenn wir sagen, dass manspäter einmal den Stoff repetieren muss - was genau heisst dann ‚später’? Heisstdas, dass es sinnvoll ist, den Stoff nach einem Tag zu wiederholen? Oder nach einerWoche? Oder gar erst einem Monat nach dem erstmaligen Lernen?Die Psychologie produziert zwar Tausende von wissenschaftlichen Untersuchungenpro Jahr, doch aus welchen Gründen auch immer hat sie es unterlassen, dieserFrage nachzugehen. Das ist ein ziemlich ärgerliches Versäumnis, das nun allerdingseine Forschergruppe nachgeholt hat.Diese Forschergruppe hat sich die Frage gestellt, wie man zeitlich das Wiederholenplanen muss. Gemerkt hat sie dabei, dass man keinen fixen Zeitpunkt angebenkann. Denn der Zeitpunkt, zu dem man wiederholen soll, ist von der Zeitspanneabhängig, die zwischen dem ersten Einprägen und der Prüfung liegt. Als Faustegelgilt dabei, dass die Wiederholungsphasen umso weiter voneinander entfernt seinmüssen, je weiter entfernt die Prüfung ist. Dauert es nur eine kurze Zeit, bis diePrüfung kommt, muss auch nach einer kurzen Zeit wiederholt werden; dauert eslänger, müssen auch die Zeitintervalle zwischen den Wiederholungsphasen längerangelegt sein. Und auch hier scheint es (soweit man dies heute sagen kann) eineFaustregel zu geben: Der optimale Zeitpunkt, zu dem man die Unterlagen hervorholtund repetiert, lässt sich finden, indem man die Zeit zwischen dem ersten Lernen undder Prüfung etwa durch 3 teilt - dauert die Zeit zwischen dem ersten Lernen und derPrüfung zum Beispiel 12 Wochen, tut der Student gut daran, wenn er jeweils nachrund 4 Wochen eine Wiederholungsphase ansetzt.Da zucken allerdings manche Lernende zusammen: Abgesehen davon, dass eslangweilig ist, bereits einmal gelernten Stoff zu wiederholen, braucht das ständigeRepetieren auch sehr viel Zeit - steht einem diese zur Verfügung, wenn man sich aufeine Prüfung vorbereitet?Die Antwort lautet, dass sie zur Verfügung steht und auch zur Verfügung stehen
muss
. Das Wiederholen bringt für das Lernen so viel, dass es sich für jedermannlohnt, diese Wiederholungsphasen im Voraus einzuplanen - sie müssen einenobligatorischen Teil der Prüfungsvorbereitung bilden.Gezielt zu wiederholen lohnt sich, wenn es um Dinge geht, die man auswendiglernen muss - um Wörter in einer fremden Sprache oder um Jahreszahlen in derGeschichte zum Beispiel. Doch nicht nur das: Zu den aufregenderen Ergebnissen,die die Forscher herausgefunden haben, gehört die Einsicht, dass sich dasWiederholen auch bei der Mathematik lohnt: Es zahlt sich aus, wenn man vor einigerZeit einmal geübte und beherrschte Mathematikaufgaben aufgreift und auch siewiederholt.
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