die Hälfte der Hilfesuchenden hatten bereits einmal einen Suizidversuch unternommen.“ – Serap Çileli, 2008Für ihr langjähriges und außergewöhnliches Engagement wurde Serap Çileli 2005 mitdem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und zählt damit zu den jüngsten Trägerinnendieser Ehrung in der deutschen Geschichte.
peri – Verein für Menschenrechte und Integration e.V.
hat seinen Ursprung in der Arbeit der Schriftstellerin Serap Çileli. Unter Ihrer Schirmherrschaft haben sich Frauenund Männer zusammengefunden, die sich für die Opfer der muslimisch-orthodoxenIdeologie einsetzen. Am 1. Februar 2008 wurde peri e.V. beim Vereinsregister desAmtsgerichtes Darmstadt eingetragen. Die Hauptarbeit des Vereins liegt in der Förderung von Integration und dem Schutz der Menschenrechte. Der Verein organisiertund leistet unter anderem auch Fluchthilfe und kümmert sich um die Opfer häuslicher Gewalt in Migrationsfamilien, sowie um Fälle, in denen die Jungen und Mädchen vonZwangsheirat und/oder Ehrenmord bedroht werden.
Kritik:
Durch ihre Arbeit wird Serap Çileli mit heftiger Kritik aus der muslimischenGesellschaft konfrontiert. Fast täglich erreichen sie Beschimpfungen von muslimischenMitbürgern, die sie unter anderem als „Verräterin“ und „Nestbeschmutzerin“ bezeichnen. Besonders die auflagenstärksten türkischen Zeitungen kritisiertenFrauenrechtlerinnen wie Serap Çileli und Necla Kelek .
Hürriyet-Kampagne 2005:
2005 veröffentlichte die türkische Tageszeitung Hürriyeteinen Artikel mit dem Hochzeitsfoto der Zwangsehe Serap Çilelis und bezeichnete ihreBiographie als Lüge. Serap Çileli kommentierte zur Veröffentlichung der Aufnahmen:„Beide Fotos wurden von einem Fotografen gemacht, der einen ja ständig aufgeforderthat, zu lachen, zu lächeln und auch freundlich zu wirken. Wie es innerlich in mir ging,dass ich innerlich geweint hatte, dass ich innerlich gelitten habe, hat niemandeninteressiert.“ – Serap Çileli, 2005
Kontroverse im Fall Kardelen 2009:
Am 15. Januar 2009 wurde die Leiche der erstachtjährigen Kardelen K. am Möhnesee (in Nordrhein-Westfalen) entdeckt, die ersticktund sexuell missbraucht wurde. Serap Çileli äußerte öffentlich die vorsichtigeVermutung, der Täter könne auch ein Türke sein und wurde daraufhin von dentürkischen Zeitungen Hürriyet, Sabah und Zaman stark angegriffen. Auch dietürkischstämmige AutorinHatice Akyünhat Çileli vorgeworfen, sie benutze die Tatdazu, das Misstrauen zwischen Türken und Deutschen zu vergrößern. Zu denVorwürfen hat Serap Çileli zum ersten Mal bei Johannes B. Kerner, zum Thema„Integration und Missverständnisse“ am 5. Februar 2009 kurz reagiert. In einemInterview mit der FAZ vom 9. Februar 2009 konnte sie sich ausführlich zu denGeschehnissen äußern:.„Meine Formulierungen sind nicht auf das Schicksal von Kardelen K. und ihrer Familieausgerichtet gewesen. Wir wissen vielmehr aus wissenschaftlichen Untersuchungen,dass Vergewaltiger und Sexualmörder überwiegend Männer aus dem sozialen Umfeldder Mädchen sind. [...] Ich bin wirklich froh, dass es nun einen Tatverdächtigen gibt,gleichgültig, welche Nationalität er besitzt. [...] Ich würde gerne den scheinintegriertentürkischen Bildungsbürgern und den türkischen Medien sagen, dass man in einer Demokratie auch abweichende Sichtweisen ertragen muss und sich nicht dauerndempört geben kann. Das gehört zur Meinungsfreiheit dazu.“Quelle: Serap Cileli
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