• Embed Doc
  • Readcast
  • Collections
  • CommentGo Back
Download
 
Die Kunst des Flirtens
von cbvetter@rbg.informatik.th-darmstadt.de (Chris Vetter)
Da ist sie endlich. Sie haben die Frau entdeckt, mit der Sie anbandeln möch-ten. Was Sie nicht tun dürfen, ist, sich sofort auf sie zu stürzen (außer, ich rateIhnen in bestimmten Situationen ausdrücklich dazu!). Worauf es in den erstenSekunden ankommt, ist der Augenkontakt. Denn mit einem Blick und einemLächeln können Sie oft mehr erreichen, als mit allen guten Sprüchen, die Siein diesem File finden. Oder Sie können im ersten Augenblick alles kaputt-machen. Dann nämlich:
 
wenn Sie Ihre Mundwinkel bewußt zu einem 08/15 Lächeln hoch-ziehen: Ihre Augen verraten jeder Frau sofort, ob das Lächeln, daßSie ihr schenken, von Herzen kommt oder ob es allein dazu dienensoll, sie ‘abzuschleppen’.
 
wenn Sie sie mit sturem Gesichtsausdruck anstarren.
 
wenn Sie sie mit Ihren Blicken ausziehen.
 
wenn Sie sie mit Ihren Blicken abschätzen, als sei sie ein Gegen-stand, den Sie kaufen möchten.
 
wenn Sie ihr schmachtende Blicke zusenden.
 
wenn sie sie ansehen und sich dabei mit der Zunge über die Lippenfahren.
 
wenn Sie ihr zunicken oder ihr mit einer Handbewegung bedeuten,daß sie zu Ihnen kommen soll.
 
wenn Sie sie mit Ihren Blicken verschlingen.Was Sie hingegen lernen müssen, wenn Sie es nicht schön können, ist dieKunst des Flirtens: Das heißt, benutzen Sie die Sprache der Augen! Dabeikönnen Sie freundlich oder verschmitzt lächeln, Sie können ihre Blicke auf-fangen und sie beantworten. Wenn Sie sich dann irgendwann aufraffen, zu ihrzu gehen, schauen Sie sie an, wenn Sie mit ihr sprechen. Ohne ihr unverwandtin die Augen (geschweige denn in den Ausschnitt) zu starren, versteht sich.Geben Sie sich natürlich.Oder vielmehr, verhalten Sie sich so, wie Sie sind: charmant (aber nichtschmierig), selbstbewußt (aber nicht arrogant), freundlich (aber nichtängstlich).Den Blick, mit dem sie Ihren beantwortet, zu interpretieren, dürfte Ihnen,selbst wenn Sie nur ein Quentchen Menschenkenntnis besitzen, nicht schwer-fallen. Jeder von uns, auch wenn er nicht Psychologie studiert hat, erkenntinstinktiv, was ein anderer ihm mit Blicken zu verstehen gibt. Daraus, ob derBlick, den sie Ihnen schenkt, auffordernd, fröhlich einladend, kühl, mitleidig,verführerisch, abwertend, kalt, freundlich, unentschlossen, fragend, abwei-send, ermunternd, böse, forsch, kess, geheimnisvoll, verschmitzt, liebevoll,verschwörerisch oder warnend ist, resultiert Ihr weiteres Verhalten. Wenn Siemit einem kühlen Blick bedacht werden, ist noch nicht alles verloren. Aber Siemüssen in solch einem Fall taktisch anders vorgehen, als wenn sie Ihnen eineneinladenden Blick zuwirft. In den meisten Fällen können Sie sogar den Blick,den sie Ihnen schenkt, als Ausgangspunkt zum Anbandeln nehmen:
 
»Sie schauen mich so böse an, ich glaube, Sie müssen mich mitjemanden verwechseln, der Ihnen mal auf den Fuß getreten ist...«
 
»Sie haben ein so nettes Lächeln, daß ich mir gedacht habe, ichkann es riskieren, Sie anzusprechen, ohne daß sie mir gleich eineOhrfeige versetzen.«
 
2
 
»
Sie schauen mich so kritisch an, sitzt meine Krawatte nicht richtig -oder stimmt sonst irgend etwas nicht?
«
 
»
Wenn Sie immer so verbissen wegschauen, kann ich Sie gar nichtanl
ä
cheln...
«
 
»
Wenn Blicke t
ö
ten k
ö
nnten, h
ä
tte ich Ihren gerade nicht
ü
berlebt.Weswegen wollten Sie mich umbringen?
«
Das Ziel all Ihrer Bem
ü
hungen ist es, ihr ein L
ä
cheln zu entlocken. WennIhnen das gelungen ist, haben Sie das Eis gebrochen und sind auf dem bestenWeg, sie etwas n
ä
her kennenzulernen. Aber seien Sie vorsichtig, treten Sienicht gleich zu nahe! Mit anderen Worten: Wenn Sie es geschafft haben, mitihr die ersten Worte zu wechseln, bewahren Sie k
ö
rperliche Distanz. EineArml
ä
nge Abstand ist das mindeste. Kommen Sie auch um Himmels willennicht auf die Idee, an ihr herumzugrabschen, Ihre Hand auf ihre Schulter (oderum ihre Taille) zu legen oder sie bei der Hand fassen zu wollen. Keine Fraumag es, wenn jemand ihr gleich auf die Pelle r
ü
ckt. Lassen Sie ihr vielmehr einwenig Zeit, mit Ihnen warm zu werden. Wenn Sie ihr sympathisch sind, ergibtsich der erste, fl
ü
chtige K
ö
rperkontakt schon ganz von selbst. Sie werdenschon sp
ü
ren, ob und wann Sie ihr n
ä
herr
ü
cken d
ü
rfen. Halten Sie im Prinziplieber zehn Minuten l
ä
nger Abstand, als da
ß
Sie ihr zehn Sekunden zu fr
ü
h zunahe kommen. Letzteres f 
ü
hrt lediglich zu einer automatischen Abwehr- undSchutzreaktion, die Ihre gesamte Vorarbeit in Sekundenschnelle zu Nichtemachen kann.Wenn bis hierher alles glattgegangen ist, k
ö
nnen Sie zur dritten Phase desAnbandelns
ü
bergehen: Sie schlagen Ihr einen
Ortswechsel
vor. Wenn Sie sieauf einer Party im Wohnzimmer kennengelernt haben und sie dazu bereit ist,mit Ihnen in die K
ü
che zu gehen (um nachzuschauen, ob von dem kaltenBuffet noch etwas
ü
briggeblieben ist), haben Sie aller Wahrscheinlichkeit nachgute Chancen. Wenn Sie sie in einer Diskothek getroffen haben und sie mitIhnen in den Vorraum geht (weil sie bei der lauten Musik nicht versteht, wasSie ihr sagen wollen), haben Sie auch schon fast gewonnen. Wenn Sie sie ineiner Kneipe treffen und sie das Lokal mit Ihnen gegen einen Biergarten aus-tauscht, wissen Sie ebenfalls, da
ß
sie sich gern in Ihrer Gesellschaft befindet.Und wenn sie sich von Ihnen, wenn Sie sie in einem Museum oder sonstwotreffen, zu einem Kaffee oder Drink einladen l
äß
t, k
ö
nnen Sie auch gutenMutes sein.Und wenn die Phase III aus Zeitgr
ü
nden nicht durchf 
ü
hrbar ist, m
ü
ssen Siesich vorerst darauf beschr
ä
nken, Ihre Telefonnummer auszutauschen. DamitSie sich m
ö
glichst bald wieder treffen und Ihre erste kurze Unterhaltung fort-setzen k
ö
nnen...
BEI WEM KLINGELT’S - DAS TELEFON
Einer der kritischsten Momente des Anbandelns ist der, wenn es darum geht,Telefonnummern auszutauschen. Sie k
ö
nnen ihr nat
ü
rlich jederzeit Ihre Tele-fonnummer geben. Aber ob sie sie auch benutzt, h
ä
ngt davon ab, ob sie eman-zipiert genug ist, einen Mann anzurufen. Und nat
ü
rlich davon, wie stark ihrVerlangen ist, Sie wiederzusehen. Es kann nat
ü
rlich auch vorkommen, da
ß
Siezwar gerne
ihre
Telefonnummer h
ä
tten, aber die eigene nicht herausr
ü
ckenwollen. In solchen F
ä
llen sind Sie vermutlich verheiratet oder leben mit eineranderen Frau zusammen). Da hilft nur eines: Lassen Sie sich, wenn Sie sienicht schon haben, Gesch
ä
ftskarten drucken. So wirken Sie seri
ö
s und sind f 
ü
rsie erreichbar, ohne da
ß
Sie gleich in Teufels K
ü
che kommen. Was Sie sichhingegen auf keinen Fall leisten k
ö
nnen, ist, ihr nur Ihre B
ü
ronummer auf einen Zettel zu schreiben.
 
3Das w
ü
rde sie - zu Recht - sofort mi
ß
trauisch machen, und Sie k
ö
nnen sich dieM
ü
he gleich sparen. (W
ä
hrend Sie, wenn Sie ihr die Gesch
ä
ftskarte zeitlichgeschickt
ü
berreichen, ohne weiteres
vergessen
k
ö
nnen, Ihre Privatnummerdarauf zu schreiben...)Wenn
sie
Ihnen ihre Telefonnummer nicht geben m
ö
chte, kann das
ä
hnlicheGr
ü
nde haben. Entweder sie ist verheiratet oder sie ist in festen H
ä
nden, ausdenen sie gerade im Begriff ist herauszurutschen. Wenn Sie also nur ihre B
ü
ro-nummer bekommen, h
ü
ten Sie sich vorerst davor, sich Hals
ü
ber Kopf in dieDame zu verlieben. Denn es kann durchaus sein, da
ß
sie in Ihnen - zun
ä
chstwenigstens - nicht viel mehr als eine willkommene Abwechslung sieht.Wenn sich solche Komplikationen ergeben, ist es am besten, Sie treffen soforteine feste Verabredung f 
ü
r einen Tag. Wenn Sie die allerdings platzen lassen,kann es passieren, da
ß
Sie die Gute nie wieder sehen.Ach ja, es gibt nat
ü
rlich noch einen anderen Grund, aus dem sie Ihnen ihreTelefonnummer nicht geben will: Sie hat, so ungern Sie das h
ö
ren m
ö
gen,kein Interesse an Ihnen... Wie Sie mit solch einer Niederlage am besten fertigwerden, das steht in einem anderen File.
ABGEBLITZT? DER ZWEITE ANLAUF
Es gibt Frauen und Situationen, da lohnt es sich, selbst wenn man eine Abfuhrbekommen hat,
am Ball
zu bleiben. Wenn
sie
also nicht gerade garstig war(dann interessiert sie Sie sowieso nicht mehr!), k
ö
nnen Sie versuchen, dochnoch eine Br
ü
cke zu bauen. Wie Sie das machen, ist zum gro
ß
en Teil situa-tionsbedingt, deshalb kann ich Ihnen an dieser Stelle nur mit Anregungen,nicht mit fix und fertigen Rezepten dienen. Als generelle Regel gilt nur eins:Bem
ü
hen Sie sich, sie zum Schmunzeln oder Lachen zu bringen. Dann habenSie schon so gut wie gewonnen. Spr
ü
che, die Sie bringen k
ö
nnen, lauten etwaso:
 
»
Wollen Sie mich wirklich einfach so abblitzen lassen?
 
»
Ich wei
ß
ja selbst, da
ß
ich nicht perfekt bin, aber einiges an mir istgarantiert exzellent.
«
 
»
Sieht so aus, als h
ä
tten Sie mich gerade rechtzeitig erwischt. Ichwar gerade drauf und dran, mal wieder Selbstvertrauen zu kriegen.
«
 
»
Okay. Sie verstehen mich nicht, und ich verstehe Sie nicht. Washaben wir wohl noch alles gemeinsam?
«
 
»
Es ist auch zu vertrackt. Wenn Sie gleich weg sind, f 
ä
llt mirbestimmt noch etwas Gutes ein, was ich sagen k
ö
nnte. Aber dannist es zu sp
ä
t.
«
 
»
K
ö
nnen Sie mir bitte ganz kurz schriftlich geben, da
ß
ich trotzmeiner Bem
ü
hungen keine Chance bei Ihnen hatte? Vielleicht gibtMathias mir dann seine Freundin...
«
(tut Mathias selbstverst
ä
ndlichnicht, denn er ist ja froh, selbst eine Frau zu haben!)Was in diesem File, wie Sie sich sicherlich schon denken k
ö
nnen, auf garkeinen Fall fehlen darf, sind Verhaltensweisen, die Sie als Gentleman nie undnimmer zeigen d
ü
rfen. Dazu geh
ö
ren patzige Spr
ü
che wie:
 
»
Sie sollen froh sein, da
ß
ich
ü
berhaupt mit Ihnen reden will.
«
 
»
So einen Mann wie mich finden Sie bestimmt nicht mehr.
«
 
»
Ich habe den Spruch sowieso nicht so gemeint.
«
Es kann nat
ü
rlich auch sein, da
ß
Sie in die delikate Situation geraten,irgendwo (bei sich oder bei ihr) mit der Frau allein zu sein. Manchmal ergibt es
of 00

Leave a Comment

You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...
You must be to leave a comment.
Submit
Characters: ...