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Richtige Fragen stellen…
 
Oftmals ist es schwierig, die richtigen Fragen zu stellen. Oftmalskommen wir nicht weiter als zu oberflächlichen Meinungen, welchenicht einmal in die Nähe des Kerns der Sache kommen. Dies kann nur schwer anders sein, da wir in dieser Gesellschaft beinahe kein Raumhaben, um die richtigen Fragen zu stellen. Denn das Geplappere der Politiker und Mächtigen, scheint alles beherrschend zu sein.
 
Wenn wir Raum wollen um Fragen zu stellen, müssen wir ihn uns nehmenund dies kann nicht ohne Schlag oder Stoß passieren. Jahrelanghörten wir beinahe nichts über Dinge die innerhalb der Mauern vonden Gefängnissen in diesem Land passieren. Natürlich war dasGefängnis nie weit weg. Wir alle haben einen Freund oder Familienmitglied, welches in den Knast gesteckt wurde. Und doch bliebes still.
 
Im letzten Jahr wurde die Stille deutlich durchbrochen, denn Gefangenehaben sich den Raum genommen, um ihren Stimmen Gehör zu verschaffen. Siekamen auf verschiedene Weisen in Aufstand, gingen in Konfrontation mitden Wärtern und der Polizei, schlugen die Infrastruktur der verhassten Institution kaputt und versuchten, sie in Feuer und Flammenaufgehen zu lassen. Viele Gefangene probierten individuell oder kollektiv zu flüchten und ihren Durst nach Freiheit zu stillen.
 
Durch diese Agitation wird es möglich, die richtigen Fragen zustellen. Wer füllt die Gefängnisse? Wie kommt es, dass ein Großteilder Gefangenen für Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Überfall etc.eingesperrt ist? Wenn wir beginnen, uns selbst diese Fragen zu stellen,
 
erkennen wir schon bald, dass das Gefängnis nichts anderes ist, alsein Instrument des Staates, um die Armen unter der Knute zu halten. Umdie Aufständischen zu isolieren, um die Macht und die Reichen zubeschützen. Und dann beginnen wir zu begreifen, dass dieseGesellschaft auf zwei Dingen basiert: Ausbeutung und Herrschaft.
 
Oft kommen Gefangene aufgrund konkreter Umstände (Misshandlung,Isolation, schlechtes Essen, wenig Laufzeit...) in Aufstand. So habenunlängst etwa 60 Gefangene den Innenplatz in Dendermonde besetzt, umeine Anzahl Forderungen zu stellen. Kurz darauf passierte dasselbeim Gefängnis von Merksplas und vor weniger als zwei Monaten bracheine regelrechte Meuterei im Gefängnis von Ardenne aus; Wir teilenihre Revolte und zeigen unsere Solidarität, indem wir auch vonaußerhalb gegen das Gefängnis kämpfen- zusammen mit ihnen, alsMittaeterInnen in einem Kampf für Freiheit.
 
Die Geschichte beginnt und endet jedoch nicht bei den Gefängnissen.Täglich werden Menschen deportiert, weil sie nicht die richtigeAufenthaltsbewilligung haben. Diese Unerwünschten werden in Campseingesperrt, die sie ‘geschlossene Zentren’ nennen und so die Leuteauf ihre Ausschaffung warten. Unter konstanter Bedrohung einer Deportation, werden sie (selbst wenn sie zeitlich regulariserit sind)gezwungen, elende Arbeitsumstände hinzunehmen, welche den Umständen,von denen sie geflüchtet sind, nur zu ähnlich sehen. Auf dieseWeise sichert sich das System eine Masse an günstigenArbeitskräften. Auch in diesen Zentren brechen ab und zu Revoltenaus und probieren Menschen auszubrechen. Auch hier setzt sich unsereSolidarität allen Grenzen, Nationen und Staaten entgegen.
 
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