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PädagogischePsychologiedigtwird.
Um
diesesBedürfnisnichtvöllig
zu
frustrierenunddamiteinaggressives
Ver
halten
zu
provozieren,wirddieTürzum
Kin
derzimmerabendsoffengelassen.HochnehmendesKindes,wenn
es
schreit,wäreeine
positiveVerstärkung
des
Schreiensundwür
de
dieWahrscheinlichkeiterhöhen,dass
es
wiederschreit,wennman
es
alleinlässt.IgnorierendesSchreienswürdezu
»Extinkti-on«
desunerwünschtenVerhaltensführen.ZurFrage,wiemandenVorsatzindieTatumsetzt,dasSchreiendesgeliebtenStammhalters,denmangernetröstenmöchte,zuignorieren,helfendieAllgemeinePsychologieoderdiePädagogischePsychologienicht
viel
weiter,möglicherweiseaberAlltagserfahrun
gen.
VerwandteunseresnachdenklichenEhepaareshaben
z.
B.
ausprobiert,wiemandie
ses
Ignorierendurchstehenkann.Ihnenhat
es
geholfen,einenZeitraumvonzehnMinutenfestzulegen,den
sie
ihrKindschreienlas
sen
wollten,bevor
sie
hingingen.TatsächlichwarbereitsnachvierMinutenimmerRuhe,
bis
aufeinmal,alsdasliebeKindwiedernassgeworden
war.
Ob
diesesVorgehenauchunserenstolzenElternhelfenwürde,
sei
dahingestellt.EmpfindetdieMurtersolches
Ver
haltenalsunerträglichtechnokratisch,wird
siees
kaumerfolgreichübernehmenkönnen.DieNachbarn,diemitkaltenDuschendasabendlicheSchreienihresKindeszubeendenversuchen,werdenmöglicherweisebalddieErkenntnisseundVerfahrensweisender
Kli-nischenPsychologie
benötigen.Wenn
sie
indiesenundanderenErziehungssituationenkrasseFehlermachen,werden
sie
einesTagesmitihremtrotzigen,bettnässenden,stotternden,aggressivenKindbeimKinderarzt,einerErziehungsberatungsstelleodereinemniedergelassenenKinderpsychologenerscheinenundfragen,wieman»diesesmissrateneKindzurVernunftbringenkönnte«.DiePädagogischePsychologiekönnteeinen(nochrelativdürftigen)Wissenshintergrundbieten,der
es
demBeraterermöglicht,gezieltnachErziehungsrnaßnahmenderElternzufragen.DenneinederspezifischenFragestellungen
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derPädagogischenPsychologiesinddie
Aus-wirkungenelterlicher(Fehl)Erziehung
aufkindlichesVerhalten.Die
Beratung
könnteeineVeränderungdieserErziehungsstrategienanstrebenundversuchen,dieEltern,nichtdasKind,»zurVernunftzubringen«.FürdieBeeinflussungderinzwischengutausgebildetenFehlverhaltensweisen
des
KindeswürdenErkenntnisseundMethodenderKlinischenPsychologiebenötigtwerden.DerÜbergangzurPädagogischenPsychologiewäredabeifließend.Dazugehöreninsbesondere
Verfah
render
pädagogischenVerhaltensmodifikati-on.
DiessindpsychotherapeutischeVerfahrenaufder
Basis
einerverhaltenstheoretischorientiertenKlinischenPsychologie,dieaufProblemeangewendetwerden,dieinErziehungssituationenauftretenund/oderdie
be
sonderseffektivzusammenmitErzieherneingesetztwerdenkönnen.»DiegleichaltrigeAnjanebenansprichtschon.WannwirdunserKindwohl
zu
sprechenanfangen?«fragensichunserestolzenEltern.
So
eineÜberlegungbetrifftzunächstdie
Entwicklungspsychologie.
Wenndie
EI
ternsichmitdiesemTeilbereichderPsycholo
gie
näherbeschäftigen,werden
sie
erkennen,dassihreFrage
viel
zuungenaugestelltist,dennwasheißt»sprechen«?Ist»da-da-da«schonsprechen?
Sie
werdenfeststellen,dassWörter,dieeinObjekt,eineSituationodereineEmotionbezeichnensollen,normalerweisezwischeneinemdreiviertelJahrundzweiJahrenauftretenunddassMädchengenerelleinenEntwicklungsvorsprungvorJungenhaben,
es
alsovöllig»normal«ist,dassdiegleichaltrigeAnjaschonbessersprechenkannalsihrSohn.DerÜbergangvonderEntwicklungspsychologiezurPädagogischenPsychologieistinunseremBeispieldurchdieFragegekennzeichnet,wiederSprachlernprozessgefördertwerdenkönnte.DieEntwicklungspsychologieistanderEntstehungpsychischerFunktionenansichinteressiert,diePädagogischePsychologiemehranderBeeinflussbarkeitdieserProzesseundeinerEntwicklungwirksamerFördermöglichkeiten.EngverbundenmitdieserFrageistauchderGegenstandder
DifferentiellenPsychologie(Persänlichkeitspsychologie).
Sie
unterscheidetAusmaßundUrsacheninterindividuellerDifferenzeninderAusprägungpsychologischbedeutsamerVariablen.FürdieUntersuchungihrerFragestellungenbenötigt
sie
Tests,mitdenendasAusmaßderUnterschie
de
zwischenPersonenindefiniettenVariablenmessbarwird.ImRahmeneinerpädagogisch-psychologischfundiertenBeratungkönntensolche
Messverfahren
verwendetwerden,umdieNotwendigkeitvongezieltenFördermaßnahmenimEinzelfallfestzustellenundumdenErfolgderFörderungzuüberprüfen.Gäbe
es
fürEinjährigeeinenSprachentwicklungstest,könntendieElterneinenPsychologenbitten,damitihrKindzuuntersuchen,umabzuklären,obihreSorge,dassdieSprachentwicklungihresKindes
ver
zögertsei,begründetist.SchließlichkönnendieElternunseres
Bei
spielsauchTheorienundErgebnisseder
So-
zialpsychologie
zurKlärungihrerFrage
he
ranziehen.Dabeiwirduntersucht,welchenEinflussdasVerhaltenunddieAnwesenheitandererMenschen
bzw.
GruppenvonMenschenaufeinIndividuumhabenkönnen.
Sie
würden
z;
B.
verstehen,dassnichtnurihrKindvonihnenlernt,sonderndass
sie
selbstauchdurchdieReaktionenihresKindesaufihreVerhaltensweiseninihremVerhaltenbeeinflusstwerden.
Sie
würden
u.
a.erfahren,dass»typischmännlicheVerhaltensweisen«beiJungendurchdieVorstellungdavon,wasinunsererGesellschaft»männlich«ist,mitbeeinflusstwerden,weildieKontaktpersonendesJungenentsprechendeVorbilder
lie
fern
bzw.
entsprechendeVerhaltensweisenfördern.
1.2DieEntwicklungderPäda-gogischenPsychologie
VerlassenwirnundieSichtweisederEltern
bei
derBetrachtungderPädagogischen
Psy-
GegenstandderPädagogischenPsychologiechologieundihreVerbindungen
zu
anderenpsychologischenTeildisziplinenundnehmenwireinehistorischePerspektive
ein.
DiePädagogischePsychologiegehöttzu
den
ältestenZweigenderPsychologie.
Neben
demInteresseampsychischKrankenund
an
denMöglichkeiten,
ihm
zuhelfen,warenes-vermutlichmitgrößererBreitenwirkungFragestellungenzur
Erziehung,
vorallemderErziehung
in
derSchule,diezurEntwicklungderPsychologiealswissenschaftlicheDisziplinbeigetragenhaben.Dasbedeutetallerdingsnicht,dassPsycholo
gie
zunächstvorwiegend
als
PädagogischePsychologiebetriebenwurde,ausdersichdannspeziellepsychologischeFragestellungenentwickelten.ImGegenteil,dieProblemederErziehungspraxisverhalfenderGrundlagenforschunginderPsychologie,vorallemalsoderAllgemeinenPsychologie,zwar
mit
zudenerforderlichenForschungsressourcen(Schubeius,1990,
S.l1),
diePädagogischePsychologie,diedarausentstand,war
aber
ehereine»verkürztePsychologie
für
Pädago
gen«
(Ewert,1979,
S.
16),
d.
h.
dieErgebnis
se
derAllgemeinenPsychologiewurdenlediglich
intuitiv
aufProbleme
der
Erziehungspraxisübertragen.Inzwischenwissenwir,dassdieszuwenigist,umpsychologischeErkenntnisse
für
diePraxis
des
Erziehenszuerhalten.DieHoffnung,LehreroderElternwürdenschonirgendwiepsychologische
Er
kenntnisseangemessenauf
ihre
Erziehungspraxisübertragen,erwiessich
als
trügerisch.DiePädagogischePsychologiemusstedeshalbzueinemeigenständigen
Teilbereich
derPsychologiewerden.
Es
isteineAufgabederPädagogischenPsychologie,
zu
überprüfen,obpsychologischeErkenntnisse
bei
derLösungvonErziehungsproblemehelfen
kön-
nen.ManchepsychologischenFragestellungenentstehenerstausderSichtweisederPädagogischenPsychologie.Weinert(1967,S.22)bezeichnete
die
PädagogischePsychologieals
»das
Insges3mterfahrungswissenschaftlicher
Befunde
und
Fragestellungen,diezurpsychologischen
Er-
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