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© Uwe Fengler 
Im Krieg weinen nicht nur die Mütter 
Sie steht am Herd und rührt in einem Topf.Ab und zu schwappt etwas von der heißendunklen Fssigkeit auf andere saubereHerdplatten. Es stört sie nicht, nicht heute.Gulaschsuppe, denkt sie, Gulaschsuppehat er immer so gerne gegessen. Sie mussunbedingt fertig werden bevor er nachHause kommt. Mit einem LöffelGulaschsuppe wird er vielleicht allesirgendwie ertragen können.Sie beginnt von dem aufsteigenden Dampf zu schwitzen. Sie kann nicht wahrnehmenob es Schweiß ist oder Tränen, die da indie heiße Suppe tropfen.Endlich nimmt sie den Topf von de
 
Kochstelle, stellt ihn auf eine nicht benutzte Herdplatte.Mit dem Handrücken wischt sie sich denSchweiß von der Stirn.Als sie sich umdreht sieht sie direkt auf den gedeckten Tisch. Zwei Teller für dieSuppe, rechts daneben die Löffel. ImBrotkorb ein paar geschnittene ScheibenGraubrot. Die Wasserflasche mit zweiGläsern. Daneben der hastig aufgerisseneBrief. Tagelang hatte sie schon auf eine Nachricht von ihrem Sohn ausAfghanistan gewartet. Regelmäßig hatte er geschrieben, von seinem Leben dort indem fremden Land. Vor allem aber vonseinen Ängsten. Von seinem Heimwehauch, und immer wieder von seiner Angst.Sie denkt daran, wie schwer es ihremMann gefallen ist, ihn gehen zu lassen.Wie oft hat er in den letzten Tagen gefragt,ob es eine Nachricht gibt, wie oft ist er 
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