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Prognosen Social MediaKommunikation 2010
Mit Beiträgen von:Dieter Rappold(@Sierralog)Olaf Kolbrück(@off_the_record)David Nelles(@david_nelles)Bastian Scherbeck(@thehartworker)Christian Bölling (@amendedestages)Sachar Kriwoj(@sachark)Mike Schnoor(@sichelputzer
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Predictions für Social Media in 2010
 Welche wichtigen Trends und Entwicklungen werden den Markt für sozialeMedien in 2010 prägen? Hier sind meine Überlegungen dazu:
Strategie
Im Jahr 2010 werden Projekte im Kontext sozialer Medien strategisch fundiert beginnen. Bislang wurde von Unternehmen oftmals aktionistisch vorgegangenim Sinne von „wir brauchen da ein Blog“. Mittlerweile ist im Markt angekom-men, dass soziale Medien so wie vieles andere auch, Instrumente im Rahmeneiner Kommunikationsstrategie sind. Verantwortliche in Unternehmen werdendaher gefordert sein Ihre Projekte im Umfeld sozialer Medien strategisch zufundieren und nachhaltig im Kommunikationsmix zu verankern.
Marketing vs Public Relations
Social Media ist weder eindeutig dem Marketing noch eindeutig der CorporateCommunications bzw. der Public Relations zuzuordnen, sondern betrifft alsQuerschnittsmaterie mehrere Abteilungen in einer Organisation. Unternehmenmüssen die Frage der Zuständigkeit und der internen Abstimmung klären. Diealternative sind interne Grabenkämpfe, Politik und hohe Reibungsverluste.Daher muß auch die Unternehmensleitungsebene bei der Schaffung von Rah-menbedingungen für Social Media stark eingebunden werden.
Kultur
Die Anwendung sozialer Medien von Menschen in allen Bevölkerungsschichten wird die Frage nach den Auswirkungen auf unser alltägliches Arbeitsleben mas-siv verschärfen. „YouTube wird intern gesperrt“, „Ein Mitarbeiter wurde wegeneiner Facebook Message gefeuert“ – Themen wie diese werden die Spreu vom Weizen trennen und zeigen welche Unternehmen nicht nur technologische In-novation sehen, sondern auch kulturellen Wandel adressieren und bewältigenkönnen.
 Where the money goes
Das Geld der Werbekunden geht dorthin wo die Prosumer sind. Der AdvertisingShift wird sich beschleunigen und wenn Medienunternehmen keine Alternativ-strategie zum „Google Bashing“ entwickeln sieht es düster aus. Bisher nochnicht aktiv bewirtschaftet wird der Ozean der 99% KMU’s im mitteleuropäi-schen Raum und dort braucht es DIY Bewirtschaftungsmodelle im Kontext vonPerformance Marketing – oder Google AdWords bekommt den ganzen Kuchen.Parallel wird Facebook seine Anstrengungen der Monetarisierung der akkumu-lierten Aufmerksamkeit im Rahmen des 2010 bevorstehenden Börsegangesmassiv verstärken.
 Währungen
 Wer einen Return on Investment berechnen will, der braucht Kennzahlen und Währungen. Die alten Währungen (PI’s) gelten nicht mehr und auf neue hatman sich noch nicht geeinigt. Jene Unternehmen die in 2010 sechs- bis sieben-stellige Beträge in soziale Medien investieren, werden sich um individuelle in-terne Währungen, bzw. Wechselkurse bemühen. Kein Marketingentscheiderkann es sich erlauben ein neues Terrain ohne Kompaß zu betreten.
Dieter Rappold
Der studierte Wirt-schaftwissenschaftlerist Gründer und Ge-schäftsführer der Soci-al Media Agentur vi/knallgrau GmbH in Wien
 
Leitmedium Social Media und das Endeder Suche
Social Media wird gerne zum Betriebssystem des 21. Jahrhunderts erklärt. Esist mehr als das. 2010 wird zeigen, dass Social Media so bedeutend sein wird, wie die Elektrizität, die die Welt erhellt. Wer das nicht nutzt, der lebt weiter imDunkeln.300 Millionen Mitglieder, 80 Milliarden Fotos, täglich 1 Milliarde Chat-Nachrichten - und mit jeder Sekunde wächst Facebook weiter. Ebenso wieTwitter: Kürzlich meldete die Mikrobloggingplattform über 5 MilliardenTweets. Social Media ist Mainstream. Mehr als das. Das soziale Netz ist dasneue Massenmedium der Echtzeit-Kommunikation. Nicht das Internet, son-dern Social Media wird das neue Leitmedium.Die Freunde im Social Media-Kreislauf sind zunehmend erste und vertrauens- würdigste Quelle für Informationen und Nachrichten. Social Media wird damitzugleich zum wohl größten Konkurrenten für Google. Die Suche nach Nach-richten und Informationen könnte bald wie ein lästiges Stück Arbeit aus derZeit Dampfmaschinen wirken, wenn diese Inhalte künftig ohne größere Mühemit Unterstützung des eigenen Social Media-Ökosystems zum Nutzer finden.Profitieren werden davon eben Dienste wie Twitter und Facebook. Sie werdendie Vormacht von Google im Web 2010 noch nicht brechen, aber weiter unter-höhlen.Noch suchen Verbraucher nach Produkten und werden dazu bei Google mit Anzeigen bedient, um die Konsumenten zu entsprechenden Angeboten zu lot-sen. Doch das ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg hin zu einem Informati-onsfluss, in dem die Suche sozialisiert wird und Nachrichten und Informatio-nen den Nutzer in Echtzeit finden. Durch die Gespräche, die Nutzer in sozialenNetzwerken und im Lifestream selbst führen, die sie anstoßen und beobachten. Wenn sich der soziale Lifestream als Königsweg zum Auffinden von Informati-onen etabliert, ist das Geschäftsmodell von Google auf lange Sicht gefährdet.Dass Google die Bedrohung erkannt hat, zeigen Entwicklungen wie das Kolla- borationstool Google Wave oder Google Sidewiki, mit dem man für anderesichtbar einer Website zusätzliche Informationen und Kommentare hinzufügenkann. Der Versuch von Google und allen voran der Suchmaschine Bing vonMicrosoft, nun nicht nur die Kurznachrichten von Twitter, sondern auch dieSeiten des sozialen Netzwerks Facebook zu erfassen, wirkt da wie der Versuch,dem elektrischen Licht durch größere Kerzen zu begegnen.Mit der Akzeptanz des sozialen Lifestreams steigt die Aufmerksamkeit für ein-zelne Nutzer, normale Menschen und professionelle Autoren, die zum Teilschon jetzt bei Twitter mehr Follower haben als manch eine Zeitung Auflage.Mit mehr und mehr relevanten Informationen, die der Nutzer über seine Netz- werk-Kontakte erhält, und je leichter diese sich verbreiten und wahrnehmbar werden, desto schneller schwindet auch die Bedeutung von Massenmedien alserste Adresse für Inhalte.Künftig klicken Menschen morgens nicht mehr als erstes auf Spiegel Onlineoder Bild.de, um das neueste des Tages zu erfahren. Stattdessen werfen sie beim Frühstückskaffee ein Blick auf Twitter oder Facebook, um zu sehen, wasihre Freunde relevant finden. Sie sind dem Verbraucher immer näher als jedeZeitung, Radio- oder TV-Station. Die sozialen Netzwerke sind damit der neue
Olaf Kolbrück 
Olaf Kolbrück, 44, istReporter Internet & E-Business bei der Mar-keting-FachzeitschriftHorizont. Als Redak-teur betreut er Themenrund um Marketing,Medien und SocialMedia. Außerdemmoderiert er den Mar-keting-Blog Off-The-Record.de.

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