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B. Nicht-tarire Handelshemmnisse in Frankreich undDeutschland ausgehend vom Holzmaschinen-Fallunterbesonderer Berücksichtigung der Cassis de Dijon Rechtsprechung
Was ist eine nicht-tarifäre Handelshemmnis? Was sagt die „Cassis deDijon” Rechtsprechung? (I). Im „Holzmaschinen-Fall” handelt es sich um dietechnischen Normen in Frankreich und in Deutschland (II). Dann ist esinteressant die Grundsätze der Vorbeugung anwendbar auf Arbeitsmittel (III)und der Gesundheitschutz und die Sicherheit an Arbeitsstten (IV) zustudieren.
I.
Nicht-tarifäre Handelshemmnisse und die Cassis deDijon Rechtsprechung
Es ist wichtig zu bestimmen, was ein Handelshemmnis (1), und ein nicht-tarifäres Handelshemmnis (2) ist. Die Rechtsprechung Cassis de Dijon präzisiertdie Rechtfertigungen für die Handelsbeschränkungen (3).1) Definition des Begriffes HandelshemmnisseDer Ausdruck „Handelshemmnisse“ besteht aus zwei Wörter: „Handel“und „Hemmnisse“. Unter Handel versteht man den Kauf und Verkauf vonWaren. Er kann national oder international sein. Ein Hemmnis ist etwas, dashemmt, beschränkt. Daher sind die Handelshemmnisse Behinderungen, die die(internationale) Handelsbeziehungen erschweren. Der Begriff des „Handels“ istnicht auf bestimmte Formen des Absatzes beschränkt, sondern erfasstsämtliche Arten wirtschaftlicher Tätigkeit einschließlich des Betreibens vonNiederlassungen. Die „Eignung“ zur Beeinträchtigung des zwischenstaatlichenHandels verlangt nicht die Feststellung einer tatsächlichen Beeinträchtigung,sondern nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit, mit der die Beeinträchtigungeintreten kann. Zudem muss diese Beeinträchtigung „spürbar“ sein, wobei dieSpürbarkeit der Handelsbeeinträchtigung nicht mit der ebenfalls erforderlichenSpürbarkeit der Wettbewerbsbeschränkung verwechselt werden darf.Es gibt verschiedene Handelshemmnisse: die tarifären 
(
Exportzölle,Importzölle, Exportsubventionen) und die nicht-tarifären Handelshemmnisse.2) Nicht-tarifäre HandelshemmnisseIm Jahre 1985 veröffentlichte die europäische Kommission ein Weißbuch.In diesem forderte sie, dass die Mitgliedstaaten der europäischen Gemeinschaftnicht nur die körperlichen und fiskalischen, sondern auch die technischenHindernisse beseitigen. Die technischen Hindernisse sind im Vertrag nichtvorgesehen. Exportbeschränkungen, Einfuhrquoten, verschiedene technische
 
oder rechtliche Vorschriften sind nicht-tarifäre Handelshemmnisse. DieseHindernisse können auch auf Verwaltungsebene auftreten. Die technischen undverwaltungsmäßigen Handelshemmnisse sind Behinderungen desinnergemeinschaftlichen, freien Verkehrs und ergeben sich aus staatlichenRegelungen. Die Vorschriften variieren je nach Ort der Vermarktung undVerbrauch der Erzeugnisse. Des Weiteren sind sie an Formalitäten gebundenund warden Prüfungen unterzogen. Die nicht-tarifären Handelshemmnissehaben negative Auswirkungen auf den gemeinsamen Markt. Wenn einWirtschaftssubjekt seine Erzeugnisse in einem Mitgliedstaat verkaufen will,muss es sich immer nach den Vorschriften des jeweiligen Mitgliedstaatesrichten. Im Falle der Nichterfüllung der nationalen Vorschriften kann dies zuSanktionen führen. Artikel 23 I EG besagt: „Grundlage der Gemeinschaft ist eine Zollunion,die sich auf den gesamten Warenaustausch erstreckt; sie umfasst das Verbot,zwischen den Mitgliedstaaten Ein- und Ausfuhrzölle und Abgaben gleicherWirkung zu erheben, sowie die Einführung eines Gemeinsamen Zolltarifsgegenüber dritten Ländern”. Der Vertrag „umfasst das Verbot, zwischen denMitgliedstaaten Ein- und Ausfuhrlle und Abgaben gleicher Wirkung zuerheben”. Durch das Verbot tarirer Handelshemmnisse zwischen denMitgliedsstaaten stellen diese nicht länger ein Problem dar.Um das Problem der nicht-tarifären Handelshemmnisse zu lösen,wurden verschiedene Lösungen in Betracht gezogen. Bis Anfang der achtzigerJahre wandte die Kommission die Technik der Harmonisierung durch Richtlinienan. Die technischen Normen der Mitgliedstaaten, die übermäßig detailliert undoft unterschiedlich waren, wurden durch gemeinschatliche Vorschriftenersetzt. Dieser Versuch der Rechtsangleichung war nicht sehr erfolgreich. DieTexte waren äußerst lang und detailliert, weswegen dieses Vorgehen insStocken geraten ist. Die Rechtsprechung des EUGH hat die Lücken ausgefüllt.3) Die Rechtsprechung Cassis-de-Dijon Die „Dassonville” Entscheidung hrte zur Definition des Begriffs Maßnahmen gleicher Wirkung(a). Das Urteil Keckgrenztnichtdiskriminierende Verkaufsbeschränkungen vom Verbot des Artikels 28 EG(b) ab. Das Urteil „Cassis de Dijon” präzisiert die Rechtfertigungen für dieHandelsbeschränkungen (c).
a) Maßnahmen gleicher Wirkung: die Dassonville-Formel”
Der EUGH legt den Begriff „Maßnahmen Gleicher Wirkung” in Artikel 28EG in umfassender Weise aus. Im Jahr 1974 hat er die klassische Definition desBegriffs im Fall Dassonvillegegeben: Jede Handelsregelung derMitgliedstaaten, die geeignet ist, den innergemeinschaftlichen Handelunmittelbar oder mittelbar, tatsächlich oder potentiell zu behindern, ist als
 
Maßnahme gleicher Wirkung wie eine mengenmäßige Beschränkunganzusehen”.Im Fall „Dassonvilleging es im Ausgangsverfahren vor einem belgischenGericht um die Strafverfolgung gegen Händler, die schottischen Whisky inFrankreich gekauft und nach Belgien eingeführt hatten. Ihnen wurde zur Lastgelegt, dass sie keine Ursprungsbescheinigung der britischen Zollbehördenhatten. Damit hatten sie gegen belgische Vorschriften verstoßen. Der EUGHqualifizierte derartige Formalitäten zum Nachweis der Echtheit desimportierten Erzeugnisses, die sich nur Direktimporteure ohne Schwierigkeitenbeschaffen können, als eine vertragswidrige Maßnahme gleicher Wirkung.
b) Die Ausgrenzung nichtdiskriminierenderVerkaufsbeschränkungen vom Verbot des Artikels 28EG: die „ Keck-Formel”
Der EUGH hat in ständiger Rechtsprechung bestätigt, dass die„Dassonville-Formel” unterschiedslos auf inländische und eingeführte WarenAnwendung findet. Er hat klargestellt, dass der Grad derHandelsbeeinträchtigung gleichgültig ist. Das Urteil im Fall „Keck” im Jahre1993 brachte eine Präzisierung der „Dassonville-Formel”. Der EUGH behauptet,dass Artikel 28 EG nur Beschränkungen des Warenhandels zwischen denMitgliedstaaten, nicht aber Beschränkungen des Handels schlechthin verbietet.Im Fall „Keck” ging es um ein fransisches Verbot, Waren unter demEinkaufspreis weiter zu veräußern. Nach der „Keck-Rechtsprechung” stellennationale Bestimmungen keine Maßnahmen gleicher Wirkung im Sinne desArtikels 28 EG dar, die als „bestimmte Verkaufsmodalitäten”1.die Verkaufs- oder Absatzmodalitäten von Waren regeln und
2.
für alle betroffenen Wirtschaftsteilnehmer unterschiedslos gelten, dieihre Tätigkeit im Inland ausüben und3.die den Absatz der inländischen Erzeugnisse und der Erzeugnisse ausanderen Mitgliedstaaten rechtlich wie tatsächlich in gleicher Weiseregulieren.c
) Immanente Schranken des Artikels 28 EG: die Cassisde Dijon-Formel”
Die Urteile Dassonvilleund „Keck” betreffen das Verbot dermengenmäßigen Beschränkungen und der Maßnahmen gleicher Wirkung. DerEUGH hat in gleicher Weise die Rechtfertigung für die Handelsbeschränkungenpräzisiert. Der EG-Vertrag verbietet die Handelsbeschränkungen im Sinne vonArtikel 28 ff. EG nicht absolut. Artikel 30 EG behandelt die Ausnahmen von demVerbot der mengenmäßigen Beschränkungen und der Maßnahmen gleicherWirkung. Es handelt sich um Ausnahmen, die die öffentliche Sittlichkeit,Ordnung und Sicherheit, der Schutz der Gesundheit und des Lebens vonMenschen, Tieren oder Pflanzen betreffen. Der Artikel führt auch den Schutz
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