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24 JANUAR 2010
Von der Hinteren Bleiche zum Ministerpräsi-denten: vor dem Nikolaustag bescherte dieStaatskanzlei dem LesBiSchwulen Kultur -und Kommunikationszentrum Mainz e.V.
(LBSK) bereits ein erstes Präsent für den
Gabentisch. Bei der Preisverleihung des"Brückenpreis 2009" des Landes Rheinland-Pfalz am 4. Dezember wurde der Verein der"Bar jeder Sicht" für sein "BürgerschaftlichesEngagement gegen soziale Benachteiligung,Ausgrenzung und Diskriminierung" ausge-zeichnet worden. Der Brückenpreis wird seit2008 jährlich von einer Jury in fünf verschie-denen Kategorien an Vereine und Gruppen
für ihr ehrenamtliches Engagement verliehen.
Neben einer symbolischen Brücke ausPlastik als Trophäe bekam der Vorstand ausden Händen von Ministerpräsident KurtBeck einen mit 2.000 EUR dotierten Scheck
"als finanzielle Unterstützung für sein Engage-
ment" überreicht. Bei seiner Laudatio über
das ehrenamtliche Engagement der "Bar
jeder Sicht" tat sich Kurt Beck anfangs nicht
nur schwer, den sperrigen Namen des LBSK -
Symbolische Brücke
Mainzer Zentrum bekommt Preis für soziales Engagement
 SZENE
MAINZ/WIESBADEN
Neu bei Schwuguntia
Neuer Vorstand für das schwul-lesbische Urgestein
Die Mitgliederversammlung des VereinsSchwuguntia e.V. hat Ende November einenneuen Vorstand gewählt. Fast der komplette
alte Vorstand ist nicht mehr aktiv - nur
Angela Lauterbach ist weiter mit dabei. Dieneuen Vorstandsmitglieder sind ThomasHolstein, Marcel Weber, Martina Hoeber undTanja Nerge. Das neue Team rund um den
neuen Vorsitzenden Thomas Holstein
(vorher SCHWUBS Mainz) wünscht sich
Anregungen für zukünftige Aktivitäten.
Schwuguntia ist das Urgestein unter denschwullesbsichen Vereinen in Mainz undist seit 17 Jahren mit Veranstaltungen wieSommerschwüle, mit Tanzrausch unddem Chor "Die Uferlosen" aktiv. Mitglie-der und Vorstand treffen sich jeden erstenDienstag im Monat in der "Bar jeder Sicht".Neu Interessierte sind eingeladen, einfach
vorbeizukommen und daran teilzunehmen.
(cos)
LesBiSchwules Kultur - und Kommunikations-
zentrum - ohne Zögern auszusprechen. Inseiner allgemeinen Eröffnungsrede über denBrückenpreis als sein "besonderes Anliegen
des Miteinander, der Solidarität und Nächsten-
liebe" schaffte es der SPD-Ministerpräsidentnicht ein einziges Mal das Thema sexuelleDiskriminierung zu erwähnen. Kurz vor derdirekten Preisübergabe an den Vorstand desLBSK vor ca. 60 geladenen Gästen betonteBeck: "Die Arbeit des Vereins für Schwule
und Lesben, ihre Freunde und Familien-
mitglieder ist ins Beratungsangebot der StadtMainz aufgenommen worden." Nach der
Preisverleihung dankte der LBSK dem
Ministerpräsidenten in einem zu zweit lautvorgelesenen Offenen Brief und wertete denBrückenpreis "als Zeichen der Unterstützung
auf dem Weg der Gleichstellung." Sie erinner-ten den Ministerpräsidenten aber auch daran,
 dass es immer noch eine viermal höhereSelbstmordrate unter homosexuellen Jugend-lichen gebe und für ein Drittel aller Lesben
und Schwulen eine Diskriminierung am
Arbeitsplatz. Für die Aufgabe "den Dialog
zu suchen und Aufklärung zu betreiben" benö-
tige der LBSK "auch in Zukunft finanzielleRessourcen." Dabei zähle der Verein weiter-hin auf den SPD-Ministerpräsidenten unddie Landesregierung."Wir sind stolz wie Oskar darüber", freutesich Regina Petri beim anschließenden Im- biss im Foyer des Festsaals ohne Minister-präsident. "Wir haben das verdient. Nichtwir als Vorstand, sondern die ganzen Ehren-
amtler, die viele, viele Stunden dort machen."
 Im Zentrum "Bar jeder Sicht" leistet ein Team
von Freiwilligen nicht nur Küchen- und
Servicedienst, sondern organisiert Kultur-,Musik -und Freizeitveranstaltungen aller Artfür Schwule, Leben, Bisexuelle, Transgenderund ihre Freunde. Fast alle Mainzer Homo-
Gruppen haben hier ihren Stammtisch.
Außerdem verfügt das Zentrum über ein
psychologisch geschultes Beratungsteam.
"Für sie alle haben wir den Preis geholt", betont Regina Petri ihren Brückenpreis-
Blumenstrauß schwenkend. (cos)
   F  o   t  o  :   c  o  s

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