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Offene Tore 2004_2

Offene Tore 2004_2

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Published by Thomas Noack
Zeitschrift der Swedenborgianer
Zeitschrift der Swedenborgianer

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Published by: Thomas Noack on Dec 17, 2009
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12/17/2009

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OFFENE TORE 2/04
53
Editorial
von Heinz Grob
Zeit für eine «Neue Kirche»
Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahmund säte es auf seinen Acker; welches das kleinste ist unter allenSamen; wenn es aber wächst, ist es das größte unter dem Kohl und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und woh-nen in seinen Zweigen. Mat. 13, 31. 32.
D
ieses Gleichnis ist allbekannt. Könnte es aber sein, dass Swedenborgsich selbst als Senfkorn verstanden hat, als den kleinen Samen, ausdem ein Baum erwachsen werde, die Welt umspannend, eine Woh-nung für die gesamte Christenheit in seinen Zweigen? Swedenborg alsein natürlicher Mensch, wie andere auch, auf dem Weg zur Wiederge-burt, und die neuen Wahrheiten nisten in den Zweigen, so wie er dasGleichnis deutet in den «Himmlischen Geheimnissen» Nr. 55.Gestaltet man dieses Bild weiter aus, muss man sich der Fragestellen, wer denn wohl die Vögel sind, diese Symbole für das Wahre,die sicher nicht ihr Leben in den Zweigen allein verbringen, sondernins Land hinausfliegen und auch dort ihre Lieder singen. Könnte manunter ihnen die Geistlichkeit verstehen, an die Swedenborg seine Leh-ren adressierte? Er hoffte ja, durch sie die christlichen Kirchen reformie-ren zu können. Wir wissen, dass diese Erwartung sich nicht bestätigthat. Es ist kein Baum aus dem Samenkorn gewachsen und keine Vögelhaben die Wahrheiten über die Welt gesungen. Nur das Samenkornist noch da und wird von wenigen gehütet, und auch diese wenigenhoffen noch auf das Wachstum des Baumes, wenn dann einmal seineZeit gekommen sein wird. Diesen wenigen ist aber nun auferlegt, für sie selbst ein Baum zu sein, ein Bäumchen wenigstens, und darauf zuwarten, dass sich einige Vögel niederlassen, um durch ihren Gesangdie Wahrheiten etwas zu modulieren. Welchen Vogel hören Sie am liebsten? Den Buchfink, die Grasmü-cke, den Sprosser? Jeder verkündet auf seine Weise Gottes Liebe gegen-über dem Menschen, forsch, süß, knapp, ausführlich, in unendlichen
 
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OFFENE TORE 2/04
 Variationen. So wünschte ich mir die Verkündigung des inneren Sinnesvon Gottes Wort und seines Bezuges auf mein tägliches Leben aus demMund der verschiedensten durch Studium des Wortes und der Lehrenerleuchteten Geistlichen, und zwar möchte ich das in ihrer persönlichenStimme vernehmen mit ihrem Akzent und ihrer Betonung. Vielleicht binich da etwas anspruchsvoll, und das auf Grund einer späten Nachwir-kung von Erfahrungen aus meiner Jugend, als ich jeden Sonntag einenanderen von sechs Pfarrern hören konnte und manchmal noch einenGast dazu. Und ich erinnere mich an die Diskussionen mit meiner Mut-ter, wenn es darum ging, die Auslegungen desselben Textes von zweienoder dreien zu vergleichen und heraus zu finden, welcher die stärkste Wirkung im persönlichen Alltag zuzutrauen sei.Etwas davon wünschte ich mir auch heute. Im Gespräch mitFreunden der Neuen Kirche taucht ja immer einmal wieder die Klageauf, die Lehren Swedenborgs seien zu kopflastig. Ist das ein Wunder?Nicht, wenn man die Person und die Veranlagung des großen Wissen-schafters und Denkers in Betracht zieht, der keine Zeit und wohl auchnicht die Ader hatte, seine Lehren jedem kleinen Mann schmackhaft zumachen. So stoßen wir immer einmal wieder auf die Frage: Was erfor-dert die tätige Liebe in diesem Augenblick? Wenn ich mit viel Fantasieund Aufwand ein Essen bereitet habe und freue mich anschließend ander Begeisterung der Geladenen, habe ich dann alles nur um der Ehreund des Erfolges willen getan? Die gleiche Frage muss sich der Musi-ker oder der Schauspieler stellen, der sich vor dem Beifall spendendenPublikum verbeugt. Wer ist schon beim Üben oder Auswendiglernenim Stand, sich jederzeit klar zu machen: ich tue das ja nur, um ande-ren eine Freude zu bereiten, wobei nicht einmal bewiesen ist, ob dieanderen diese Freude überhaupt nötig haben.Und wie steht es mit dem bescheidenen Pianisten, der seinenChopin vor sich hinspielt, um nur sich selbst daran zu erfreuen – ist er ein bloßer Egoist? Verpulvert er Zeit und Geld und Fähigkeit nur für den eigenen Vorteil? Und der Mensch, der für sich allein an Stelle vonPellkartoffeln ein zartes Steak mit feinen Beilagen zubereitet – ist er einSchlemmer, bar jeder tätigen Liebe?Der Beispiele gäbe es viele. Ich kann mir vielleicht beim einen eineErklärung selber basteln und kann sie vielleicht auch auf einen anderen
 
OFFENE TORE 2/04
55Fall einfach übertragen. Aber ich fühle mich dabei nicht sicher, unddas belastet mich. Mir fehlt der Trost, die Bestärkung oder ganz ein-fach die Ansicht eines anderen, dessen Kenntnisse und Überblick mir Gewähr bieten, dass ich seine Worte ernst nehmen darf. Ich möchteden Baum bewundern, seine Zweige rauschen und die Vögel zwit-schern hören. Ich staune ob dem Reichtum der im Samen vorhande-nen Anlagen, aber ich bin nicht in der Lage, sie vollständig zu nutzen,ich empfinde sie oft als ein Konzentrat, das einer Verdünnung (nichteiner Verwässerung!) bedürfte, damit ich es in meine Gedankenwelteinfügen kann. Bedenke ich, dass möglicherweise auch andere so füh-len, dann möchte ich sagen, es wäre höchste Zeit für eine neue Kirche.– Aber die Wege des Herrn sind wunderbar.
Der Herr unserGott ist einer
von George Dole
Predigt aus «Our Daily Bread»,Nov. 2003, deutsch von Dick Foster 
E
s wäre keine Kunst, eineganze Serie von Predigtenüber die Geschichte der Lehreder Dreifaltigkeit zu verfassen.Diese Geschichte ist im Grundegenommen die Bemühung der christlichen Kirche, mit einigenverwirrenden Aussagen der Evangelien zurecht zu kommen.Es ist eigentlich gut, glaube ich,dass die Evangelien keine klare,eindeutige Antwort auf die Fragenach der Menschlichkeit und der Göttlichkeit Jesu gegeben haben,sondern dass sie ein intensivesStreitgespräch bewirken.Jesus sprach von sich selbsthäufig als – wortgetreu über-setzt – dem „Menschensohn“,was „vom Menschen geboren“bedeutet und seine Menschlich-keit betont. Bis zum Ende seinesLebens aber konnte er behaup-ten: „Mir ist gegeben alle Gewaltim Himmel und auf Erden“. Der Text mag von ihm als Gottes Sohnsprechen, aber im Lauf des Heili-gen Abendmahls betonte er seineEinigkeit mit dem Vater. Wenn wir uns vorstellen, wir hätten damals gelebt oder Jesuswäre leibhaftig unter uns, könnenwir diese Verwirrung verstehen.

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