Nicht zu vergessen die vielen Millionen aus den Überfluggebühren, die Aeroflot Jahr für Jahr kassiert - und die den kleinen Gewinn im Jahr 2008 schöner aussehen lassen, als er in Wirklichkeit ist.Aeroflot wird mit radikalen Mitteln gesund geschrumpftAnders als es bei einem politisch ernannten neuen Chef, der alle möglichen Rücksichtennehmen muss, zu erwarten gewesen wäre, hat Sawiljew tatsächlich vor, Aeroflot schnellauf den Erfolgsweg zurückzuführen. Dabei schreckt er vor wenig zurück: 6'000 der derzeit15'000 Mitarbeiter sollen gehen, nachdem Benchmarks ergeben haben, dass ähnlichgrosse Fluggesellschaften mit einem Drittel weniger Angestellten auskommen.In Wirklichkeit geht es bei Aeroflot aber nicht ums Schrumpfen, sondern um eine dringendnotwendige Modernisierung. So fliegt die Airline eine Flotte von 26 Tupolew Tu-154. DieFlugzeuge aus Sowjetzeiten haben ein Image-Problem und sind im Unterhalt doppelt soteuer wie ihre westlichen Pendants.Bis zum Jahresende will Sawiljew die alten Jets aus der Flotte nehmen, im Gegenzugkommen 18 Airbus A320 hinzu. Obwohl das rein rechnerisch weniger Flugzeuge sind,kann Aeroflot damit die Kapazität im Inlands- und Europaverkehr deutlich ausweiten, denndie Airbusse sind intensiver nutzbar als die inzwischen wartungsanfälligen Tupolews.Mit dem Suchoi Superjet 100 fliegt Aeroflot in die ZukunftDoch Aeroflot übernimmt nicht nur neue westliche Jets. Das Unternehmen hat sich auchdazu verpflichtet, neue Regionaljets vom Typ Suchoi Superjet 100 zu fliegen. Die 100-sitzigen Maschinen sollten eigentlich bis Ende des Jahres 2009 ausgeliefert werden, dochdie Flugtests und die Zulassung der Maschinen dauerten länger als geplant. Jetzt werdensie 2010 eingeführt und vor allem im Inland zum Einsatz kommen.Aeroflot steht, obwohl das offiziell nicht bestätigt wird, unter dem politischem Druck, auchheimische Maschinen einzusetzen. Vorausgesetzt, Suchoi kann die Versorgung mitErsatzteilen und Wartungsleistungen nach internationalem Standard sicherstellen und dasFlugzeug hält, was es verspricht, ist der Superjet aber eine sinnvolle Ergänzung für dieAeroflot-Flotte.Aeroflot betreibt nicht nur neuere Flugzeuge: Nach fünfjähriger Bauzeit hat dieFluggesellschaft das neue Terminal D am Heimatflughafen Scheremetjewo in Moskau inBetrieb genommen. Das von einer japanischen Bank mit 1 Milliarde US-Dollar finanzierteTerminal öffnete Mitte November 2009 und soll zwölf Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen (so viele wie heute der gesamte Flughafen); angeflogen werden 110internationale und 60 nationale Destinationen.
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