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Harte Konkurrenz zwischen Aerosvit und Ukraine International AirlinesNachdem sich der Luftverkehr in der Ukraine binnen weniger Jahre versechsfacht hatte,kam 2009 der grosse Absturz. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise bleiben vieleFlugzeuge am Boden, eine seltsame Marktaufteilung der Politiker behindert zudem diebeiden Marktführer. Eine Fusion von Aerosvit und Ukraine International Airlines soll dieverfahrene Situation nun retten.Von Jens Flottau / maiak.infoAm 25. November 1992 startete Ukraine International Airlines UIA als ersteFluggesellschaft, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit westlichem Kapitalgegründet wurde. Mit dem Startkapital der Ukrainischen Zivilluftfahrtbehörde und der irischen Flugzeugleasinggesellschaft Guinness Peat Aviation GPA konnte sie fabrikneueFlugzeuge vom Typ Boeing 737 kaufen. Mit ihrer topmodernen Flotte flog UkraineInternational Airlines lange Zeit konkurrenzlos zwischen ihrem wichtigsten Flughafen KiewBoryspil und Westeuropa.1996 investierten zudem die Austrian Airlines Group und die damalige Swissair in diestaatliche UIA, im Jahre 2000 auch die Europäische Bank für Wiederaufbau undEntwicklung EBWE. Austrian Airlines mit 22,5 Prozent und und EBWE mit 9,9 ProzentAktienanteil sind neben dem ukrainischen Staat mit 61,6 Prozent auch heute noch diegrössten Aktionäre der Ukraine International Airlines.Nachdem die westlichen Aktionäre von UIA 2002 die Fusion mit der traditionellen Inland-Fluglinie Air Ukraine abgelehnt hatten, ging diese Nachfolgegesellschaft der sowjetischenKiew-Division der Aeroflot in Konkurs. Heute existiert nur noch eine Restgesellschaft mitzwei bis drei Flugzeugen. Die innerukrainischen Linien werden seitdem von lokalenGesellschaften und der Billigfluggesellschaft Aerosvit Airlines geflogen.Der unvergleichliche Höhenflug des ukrainischen Luftverkehrs...Es war zu schön, um wahr zu sein: Zwischen 2001 und 2008 versechsfachte sich der Luftverkehr in der Ukraine. Im vergangenen Jahr war der Zuwachs mit 24 Prozent immer noch aussergewöhnlich hoch, selbst für die Wachstumsbranche Luftfahrt. Die ukrainischenFluggesellschaften lebten davon, dass die Wirtschaft des Landes jahrelang deutlichzulegte. Weil der Sektor unterentwickelt war, gab es grossen Nachholbedarf.Deshalb verfügt zum Beispiel Ukraine International Airlines heute über 17 Boeing 737.Diese stolze Flotte sollte nochmals aufgestockt werden: Um die Nachfrage nachKurzstreckenflügen innerhalb des eigenen Landes bewältigen zu können, wurden bei denAntonow-Werken in Kiew 40 topmoderne Hochdecker Antonow An-140 in Auftraggegeben.
 
Seit Ende 2008 müssen die ukrainischen Airlines aber eine für sie neue Erfahrungmachen. Die Nachfrage nach Flügen ist in der Ukraine in den ersten Monaten des Jahres2009 um 17 Prozent gefallen und seither hat sich die Situation nur unwesentlichverbessert. Für den Winter haben die Airlines zahlreiche Flüge und Flugzeuge aus demProgramm genommen - ind er Hoffnung, dass im Frühjahr 2010 das Schlimmste vorbei ist.... und der Absturz in der WirtschaftskriseDoch nicht nur die aktuelle Wirtschaftskrise macht den ukrainischen Airlines zu schaffen.Die Branche steckt auch strukturell im Umbau. Das hat zwei Gründe: Die ukrainischeRegierung hat im Grundsatz beschlossen, sich als Anteilseigner aus der Branchezurückzuziehen. Da sie aber zumindest als Minderheitsaktionär an allen ukrainischenFluggesellschaften beteiligt ist – an Ukraine International Airlines sogar mehrheitlich – sindalle Unternehmen direkt von der Entscheidung betroffen.Zudem verhandelt das Land seit längerem mit der Europäischen Union über einsogenanntes Open-Skies-Abkommen. Damit würden alle Schranken bei Verkehrsrechtenund Eigentumsfragen fallen – die ukrainischen Airlines wären kaum mehr vor der Konkurrenz aus Europa geschützt. EU-Vertreter beklagen mittlerweile jedoch, dass sichdie Verhandlungen hinschleppen und vermuten, dass sich dahinter von ukrainischer Seiteaus Absicht verbirgt, um die heimischen Airlines zu schützen.Die Billigfluggesellschaft Aerosvit fliegt heute allen davonMarktführer im flächenmässig zweitgrössten Land Europas ist aber nicht UkraineInternational Airlines, sondern die Billigfluggesellschaft Aerosvit. Auch Aerosvit wurde 1992mit westlichen Geldgebern gegründet: 38 Prozent der Aktien gehören der niederländischen Gilward Investments B.V., 25 Prozent der Gesellschaft GenAvia-Invest,22 Prozent dem staatlichen ukrainischen Vermögensfonds sowie 14,6 Prozentukrainischen Unternehmen.Aerosvit fliegt vom Flughafen Kiew Boryspil aus die zwölf grössten Städte der Ukrainesowie 28 weitere Länder an. Damit kommt Aerosvit auf einen Marktanteil zwischen 30 und40 Prozent – die Zahlen schwanken stark, weil die Fluggesellschaften derzeit so vieleKapazitäten stillgelegt haben. Der Aerosvit-Gruppe gehört zu 75 Prozent auch dieFluggesellschaft Donbassaero, die in der Industriestadt Donezk beheimatet ist.Die staatliche Ukraine International Airlines folgt auf Platz zwei mit etwa 25 ProzentMarktanteil. Dnjeproavia aus Dnjepropetrowsk erreicht einen Anteil von etwa acht Prozent,ist aber vor allem auf Regionalstrecken vertreten. Die ungarische BilligfluggesellschaftWizz Air hat 2009 einen Ableger für die Ukraine gegründet, der derzeit zwei Airbus A320einsetzt und damit etwa zwei Prozent des Marktes abdeckt.Eine seltsame Marktaufteilung der Politiker behindert alle Fluggesellschaften

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