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Luhmann - Die Gesellschaft Der Gesellschaft

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Die Gesellschaft der Gesellschaft
Id quod per aliud non potest concipi, per se concipi debet.Spinoza, Ethica I, Axiomata II.
 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis2Vorwort6I. Die Gesellschaftstheorie der Soziologie9II. Methodologische Vorbemerkung18III. Sinn21IV. DieUnterscheidung von System und Umwelt28V. Gesellschaft als umfassendes Sozialsystem37VI. Operative Schließung und strukturelle Kopplungen43VII. Kognition56VIII. Ökologische Probleme59IX. Komplexität62X. Weltgesellschaft67XI. Ansprüche an Rationalität79I. Medium und Form88II. Verbreitungsmedien und Erfolgsmedien93III. Sprache95IV. Geheimnisse der Religion und die Moral106V. Schrift115VI. Buchdruck133VII. Elektronische Medien138VIII. Verbreitungsmedien: Zusammenfassung143IX. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien I: Funktion145X. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien II: Differenzierung152XI. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien III: Strukturen165XII. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien IV: Selbstvalidierung180XIII. Moralische Kommunikation182
 
 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft3
XIV. Auswirkungen auf die Evolution des Gesellschaftssystems186I. Schöpfung, Planung, Evolution190II. Systemtheoretische Grundlagen198III. Neo-darwinistische Theorie der Evolution207IV. Variation der Elemente209V. Selektion durch Medien216VI. Restabilisierung der Systeme222VII. Die Differenzierung von Variation, Selektion und Restabilisierung228VIII. Evolutionäre Errungenschaften231IX. Technik236X. Ideenevolutionen245XI. Teilsystemevolutionen254XII. Evolution und Geschichte260XIII. Gedächtnis263I. Systemdifferenzierung272II. Formen der Systemdifferenzierung278III. Inklusion und Exklusion282IV. Segmentäre Gesellschaften289V. Zentrum und Peripherie302VI. Stratifizierte Gesellschaften309VII. Ausdifferenzierung von Funktionssystemen322VIII. Funktional differenzierte Gesellschaft339IX. Autonomie und strukturelle Kopplung353X. Irritationen und Werte359XI. Gesellschaftliche Folgen364XII. Globalisierung und Regionalisierung366XIII. Interaktion und Gesellschaft369XIV. Organisation und Gesellschaft376
 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft4
XV. Protestbewegungen385I. Die Erreichbarkeit der Gesellschaft394II. Weder Subjekt noch Objekt395III. Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung400IV. Die Semantik Alteuropas I: Ontologie406V. Die Semantik Alteuropas II: Das Ganze und seine Teile415VI. Die Semantik Alteuropas III: Politik und Ethik424VII. Die Semantik Alteuropas IV: Die Schultradition.432VIII. Die Semantik Alteuropas V: Von Barbarei zu Kritik434IX. Die Reflexionstheorien der Funktionssysteme435X. Gegensätze in der Medien-Semantik447XI. Natur und Semantik450XII. Temporalisierungen453XIII. Die Flucht ins Subjekt462XIV.Die Universalisierung der Moral471XV. Die Unterscheidung von "Nationen"475XVI. Klassengesellschaft479XVII. Die Paradoxie der Identität und ihre Entfaltung durch Unterscheidung482XVIII. Modernisierung491XIX. Information und Risiko als Beschreibungsformeln494XX. Die Massenmedien und ihre Selektion von Selbstbeschreibungen498XXI. Invisibilisierungen: Der "unmarked state" des Beobachters und seine Verschiebungen504XXII. Reflektierte Autologie: Die soziologische Beschreibung der Gesellschaft in der Gesellschaft512XXIII. Die sogenannte Postmoderne518
OriginalInhaltsverzeichnis (aus WP-Datei)522
Vorwort
Bei meiner Aufnahme in die 1969 gegründete Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld fand ichmich konfrontiert mit der Aufforderung, Forschungsprojekte zu benennen, an denen ich arbeite. Mein Projektlautete damals und seitdem: Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine. Die Schwierigkeiten
 
 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft5
des Projekts waren, was die Laufzeit angeht, realistisch eingeschätzt worden. Die Literaturlage in derSoziologie bot damals wenig Anhaltspunkte dafür, ein solches Projekt überhaupt für möglich zu halten. Diesnicht zuletzt deshalb, weil die Ambition einer Theorie der Gesellschaft durch neomarxistische Vorgabenblockiert war. Der kurz darauf veröffentlichte Band einer Diskussion mit Jürgen Habermas trug den Titel:"Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie: Was leistet die Systemforschung?". Die Ironie dieses Titelslag darin, daß keiner der Autoren sich für Sozialtechnologie stark machen wollte, aberMeinungsverschiedenheiten darüber bestanden, wie eine Theorie der Gesellschaft auszusehen habe; und es hatsymptomatische Bedeutung, daß der Platz einer Theorie der Gesellschaft in der öffentlichen Wahrnehmungzunächst nicht durch eine Theorie, sondern durch eine Kontroverse eingenommen wurde.Für die Theorie der Gesellschaft war von Anfang an an eine Publikation gedacht gewesen, die aus dreiTeilen bestehen sollte: einem systemtheoretischen Einleitungskapitel, einer Darstellung desGesellschaftssystems und einem dritten Teil mit einer Darstellung der wichtigsten Funktionssysteme derGesellschaft. Bei diesem Grundkonzept ist es geblieben, aber die Vorstellungen über den Umfang mußtenmehrfach korrigiert werden. Im Jahre 1984 konnte ich das "Einleitungskapitel" in der Form eines Buchesunterdem Titel "Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie" publizieren. Im Kern ging es darum, dasKonzept der selbstreferentiellen Operationsweise auf die Theorie sozialer Systeme zu übertragen. Daran hatsich nichts Wesentliches geändert, obwohl die Fortschritte im Bereich der allgemeinen Systemtheorie und deserkenntnistheoretischen Konstruktivismus immer wieder Möglichkeiten zu weiteren Ausarbeitungen boten.Einige Beiträge dazu sind in Aufsatzsammlungen unter dem Titel "Soziologische Aufklärung" publiziert.Anderes ist nur in Manuskriptform vorhanden oder in den Teil 1 der folgenden Publikation eingegangen.Seit den frühen 80er Jahren wurde zunehmend klar, welche Bedeutung die
Vergleichbarkeit 
derFunktionssysteme für die Gesellschaftstheorie hat. Dies war bereits ein Grundgedanke derTheoriekonstruktion von Talcott Parsons gewesen. Das theoretische Gewicht von Vergleichbarkeit nimmtnoch zu, wenn man konzedieren muß, daß es nicht gelingen kann, die Gesellschaft aus einem Prinzip odereiner Grundnorm zu deduzierensei es in alter Weise Gerechtigkeit, sei es Solidarität, sei es vernünftigerKonsens. Denn auch diejenigen, die solche Prinzipien nicht anerkennen oder gegen sie verstoßen, tragen ja zugesellschaftlichen Operationen bei, und die Gesellschaft selbst muß dieser Möglichkeit Rechnung tragen.Andererseits kann es kein Zufall sein, wenn sich zeigen läßt, daß sehr heterogene Funktionsbereiche wieWissenschaft und Recht, Wirtschaft und Politik, Massenmedien und Intimbeziehungen vergleichbareStrukturen ausweisenallein deshalb schon, weil ihre Ausdifferenzierung Systembildung erfordert. Aberläßt es sich zeigen? Parsons hatte dies über die Analytik des Begriffs der Handlung zu garantieren versucht.Wenn die Ausarbeitung dieses Gedankens nicht überzeugt, bleibt nur die Möglichkeit, Theorien für dieeinzelnen Funktionssysteme auszuarbeiten und dabei auszuprobieren, ob man bei aller Verschiedenheit derSachbereiche mit demselben begrifflichen Apparat arbeiten kann wie zum Beispiel: Autopoiesis und operativeSchließung, Beobachtung erster und zweiter Ordnung, Selbstbeschreibung, Medium und Form, Codierungund, orthogonal dazu, die Unterscheidung von Selbstreferenz und Fremdreferenz als interne Struktur.Diese Überlegung hat dazu geführt, daß die Ausarbeitung von Theorien für die einzelnenFunktionssysteme vorgezogen wurde. Publiziert sind inzwischen: Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), DieWissenschaft der Gesellschaft (1990), Das Recht der Gesellschaft (1993) und Die Kunst der Gesellschaft(1995). Weitere Texte dieser Art sollen folgen. Inzwischen waren aber auch die Arbeiten an der Theorie desGesellschaftssystems fortgeschritten. Konvolute von mehreren tausend Manuskriptseiten waren, zum Teil alsBegleittexte für Vorlesungen, entstanden,ohne eine publizierbare Form zu gewinnen. Dann wurde meinedamalige Sekretärin pensioniert und die Wiederbesetzung ihrer Stelle für viele Monate gesperrt. In dieserSituation bot mir die Universität in Lecce eine Arbeitsmöglichkeit. Ich floh also mit dem Projekt und mit denManuskripten nach Italien. Dort entstand eine Kurzfassung der Gesellschaftstheorie, die, ins Italienischeübersetzt, mehrfach durchgearbeitet und auf italienischen Universitätsgebrauch abgestimmt, inzwischenpubliziert ist (Niklas Luhmann / Raffaele De Giorgi, Teoria della società, Milano 1992). Das damalsentstandene Manuskript hat dann die Grundlage gebildet für die Vorbereitung einer umfangreicherendeutschen Ausgabe, die ich, wiederum mit einem Sekretariat versorgt, in Bielefeld vorantreiben konnte. Derhier publizierte Text ist das Resultat dieser wechselvollen Geschichte.Die ihm zugrundeliegende Systemreferenz ist das Gesellschaftssystem selbst—im Unterschied zu allensozialenSystemen, die sich in der Gesellschaft im Vollzug gesellschaftlicher Operationen bilden; imUnterschied also zu den gesellschaftlichen Funktionssystemen, aber auch zu Interaktionssystemen,Organisationssystemen oder sozialen Bewegungen, die allesamt voraussetzen, daß sich ein
 Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft
Gesellschaftssystem bereits konstituiert hat. Die Leitfrage ist deshalb, welche Operation dieses Systemproduziert und reproduziert, wenn immer sie vorkommt. Die Antwort wird in Kapitel 2 ausgearbeitet undlautet: Kommunikation. Das Verhältnis ist zirkulär zu denken: Gesellschaft ist nicht ohne Kommunikation zudenken, aber auch Kommunikation nicht ohne Gesellschaft. Fragen der Entstehung und der Morphogenesekönnen deshalb nicht von einer Ursprungshypothese aus beantwortet werden undwerden durch die Theseeiner genuin sozialen Natur "des Menschen" mehr verdeckt als gelöst. Sie werden im 3. Kapitel einer darauf eingestellten Evolutionstheorie überantwortet.Die These einer Selbstproduktion durch Kommunikation postuliert klare Grenzenzwischen System undUmwelt. Die Reproduktion von Kommunikationen aus Kommunikationen findet in der Gesellschaft statt. Alleweiteren physikalischen, chemischen, organischen, neurophysiologischen und mentalen Bedingungen sindUmweltbedingungen. Sie können durch die Gesellschaft in den Grenzen ihrer eigenen Operationsfähigkeitausgewechselt werden. Kein Mensch ist gesellschaftlich unentbehrlich. Aber damit ist natürlich nichtbehauptet, daß Kommunikation ohne Bewußtsein, ohne durchblutete Gehirne, ohne Leben,ohne gemäßigtesKlima möglich wäre.Alle Systembildungen in der Gesellschaft sind wiederum auf Kommunikation angewiesen, sonst würdeman nicht sagen können, daß sie in der Gesellschaft stattfinden. Das besagt zugleich, daß diegesellschaftsinternen Systembildungen nicht an Einteilungen der Umwelt anschließen können. Das gilt schonfür segmentäre Differenzierung und erst recht, über alle Zwischenstufen hinweg, für funktionaleDifferenzierung. In der Umwelt des Gesellschaftssystems gibt es keine Familien, keinen Adel, keine Politik,keine Wirtschaft. Das 4. Kapitel, das von Differenzierung handelt, trägt diesem Fehlen von AußenhaltenRechnung und klärt, daß die interne Differenzierung zugleich der Ausdifferenzierung des Gesellschaftssystemsdient.In den Begriff der Kommunikation ist die Annahme eines reflexiven Selbstbezugs eingebaut. DieKommunikation kommuniziert immer auch, daß sie kommuniziert. Sie mag sich retrospektiv korrigieren oderbestreiten, daß sie gemeint hatte, was sie zu meinen schien. Sie läßt sich in einer Spannweite von glaubwürdigbis unglaubwürdig durch Kommunikation interpretieren. Aber sie führt immer ein, und sei es kurzfristiges,Gedächtnis mit, das es praktisch ausschließt, zu behaupten, sie habe gar nicht stattgefunden. Retrospektiventstehen dann Normen und Entschuldigungen, Anforderungen an Takt und an kontrafaktisches Ignorieren,mit denen die Kommunikation über gelegentliche Störungen hinweg sich selbst entgiftet.Dies dürfte der Grund dafür sein, daß es anscheinend keine Gesellschaft gibt, die nicht Vorsorge dafürtrifft, daß die Kommunikation sich auch thematisch auf das Gesellschaftssystem als Rahmenbedingung ihrereigenen Möglichkeit, als stets mitgemeinte Einheit des Zusammenhangs der Kommunikationen bezieht.Daraus hat manoft, Parsons zum Beispiel, auf die Notwendigkeit eines Grundkonsenses, auf shared valuesoder auf unthematische "lebensweltliche" Übereinstimmungen geschlossen. Uns genügt das abgemagerteKonzept der Selbstbeschreibung, das auch den Fall noch einschließt,daß grundlegender Dissens besteht unddarüber kommuniziert wird. Die Theorie der Selbstbeschreibung und ihrer historischen Variationen wird inKapitel 5 vorgestellt.Mit dem Konzept des sich selbst beschreibenden, seine eigenen Beschreibungen enthaltenden Systemsgeraten wir auf ein logisch intraktables Terrain. Eine Gesellschaft, die sich selbst beschreibt, tut dies intern,aber so als ob es von außen wäre. Sie beobachtet sich selbst als einen Gegenstand ihrer eigenen Erkenntnis,kann aber im Vollzug derOperationen die Beobachtung selbst nicht in den Gegenstand einfließen lassen, weildies den Gegenstand ändern und eine weitere Beobachtung erfordern würde. Sie muß offen lassen, ob sie sichvon innen oder von außen beobachtet. Wenn sie auch das noch mitzusagen versucht, legt sie sich auf eineparadoxe Identität fest. Der Ausweg, den die Soziologie dafür gefunden hat, wird als "Kritik" der Gesellschaftstilisiert. Faktisch läuft das auf eine ständige Wiederbeschreibung von Beschreibungen, auf ein ständigesEinführen neuer oder Wiederbenutzen alter Metaphern hinaus, also auf "redescriptions" im Sinne von MaryHesse. Damit können gleichwohl Einsichtsgewinne erzielt werden, auch wenn methodengestählte Forscherdies nicht als "Erklärungen" gelten lassen würden.Der hier vorgelegte Text ist selbst der Versuch einer Kommunikation. Er bemüht sich selbst um eineBeschreibung der Gesellschaft mit voller Einsicht in die skizzierte Verlegenheit. Wenn die Kommunikationeiner Gesellschaftstheorie als Kommunikation gelingt, verändert sie die Beschreibung ihres Gegenstandes unddamit den diese Beschreibung aufnehmenden Gegenstand. Um das von vornherein im Blick zu halten, heißtder Titel dieses Buches "Die Gesellschaft der Gesellschaft".

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