38FEBRUAR 2010
Im Februar feiertdas "Rubens" amHans-im-Glück-Brunnen sein zwei-jähriges Jubiläum.Im gab-Interview
spricht Christopher
Ruben Koch überseine Bar, die Stutt-garter Szene undsein eigentlich har-moniebedürftigesGemüt.
gab-Magazin:
Das Rubens zählt heute zuden beliebtesten Szenebars in Stuttgart. Hast
du dir als "Chefin", wie dich deine Mitarbeiternennen, im Februar 2008 alles so vorgestellt?
Christopher Ruben:
Das Lokal funktioniert
genau so, wie ich es mir vorgestellt habe:
Publikum von Jung bis Alt, von hetero bisschwul. Ich wollte nie ein ausgesprochenes
Szenelokal wie früher im Hinterhof mit
Klingel, sondern eine Bar in Toplage, denn
wir Schwule und Lesben müssen uns
nicht mehr verstecken.
gab-Magazin:
Wie viele Hetero-Gäste stol-pern denn herein und stellen dann erst fest,wo sie gelandet sind?
Christopher Ruben:
Heteros machen etwadie Hälfte meiner Gäste aus. Aber ich hatte in
den vergangenen zwei Jahren keinen einzigen
negativen Vorfall. Viele heterosexuelle Gästekommen wegen der hübschen Männer, wiesie sagen.
gab-Magazin:
Was wird es zum Jubiläumgeben?
SZENE
❚
STUTTGART
"Ich war immer eine Krawall-Trulla"
...aber eigentlich ist Christopher Ruben Koch harmoniebedürftig
Christopher Ruben:
Am 6. Februar wird es
ein Glas Sekt zur Begrüßung geben, dazu eine
kleine Travestieshow...
gab-Magazin:
...mit dir?
Christopher Ruben:
Eventuell. Christaa istja eigentlich jetzt im Ruhestand. Es wird aber
eine Show mittendrin, auf dem Platz, im
Laden, rund und bunt.
gab-Magazin:
Was würdest du einemSchwulen, der noch nie in Stuttgart war,über die Stuttgarter Szene erzählen?
Christopher Ruben:
Es hat sich in den
letzten Jahren sehr viel gewandelt, vieleszum Positiven. Außerdem ist der StuttgarterCSD gigantisch, nach Köln meiner Meinungnach der zweitbeste in Deutschland.
gab-Magazin:
Lobende Worte für das be-schauliche Stuttgart.
Christopher Ruben:
Ein großes Lob vor
allem an die Leute, die in Stuttgart etwas
bewegen. Zum Beispiel an Chris Michl, derden CSD lebt. Oder an Felix Horsch, der mitseiner Fame-Party gerade alle Hassparolenauf sich zieht. Ich finde auch nicht alles gut,aber es kommt darauf an, dass etwas bewegtund verändert wird.
gab-Magazin:
Hat Laura recht, wenn siesagt, Fame würde die Szene kaputt machen?
Christopher Ruben:
Meiner Meinung nach bereichert Fame die Stadt. Soll Felix dochseine Party machen. Dass irgendein Lokal inStuttgart dicht machen muss, hat nichts mitFelix Horsch zu tun. Das liegt eher an den
enorm hohen Mieten und den extremen
Gebühren und Auflagen.
gab-Magazin:
Wie ist es mit dem Klischeevom Zickenkrieg? Du bist vor zwei Jahren jaauch nicht gerade geräuschlos aus der Eber-hardstraße ausgezogen.
Christopher Ruben:
Das stimmt. Ich per-sönlich kenne keinen Neid, mich interessiertnur die Persönlichkeit. Egal ob jemand imPorsche oder im Fiat 500 angefahren kommt.
Oder ob die drei Jungtrullas zwischen
70-Jährigen oder der Oma vom Breuningersitzen.
gab-Magazin:
Eine sehr ausgeglichenen
Persönlichkeit für einen Szenewirt, der
gerne im Fummel auftritt.
Christopher Ruben:
Ich war zwar immer
eine Krawall-Trulla, die mit Dragqueen-Geschichten extrem provoziert hat. Aber
eigentlich bin ich eher der Ruhige, der es
gerne harmonisch mag. (cd)
Die Geburtstagsfeier mit Sektempfang steigt am 6.2. ab 20Uhr im Rubens, Geißstraße 13. rubens-home.de
F o t o : c d F o t o : c d
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