Welcome to Scribd, the world's digital library. Read, publish, and share books and documents. See more
Download
Standard view
Full view
of .
Look up keyword
Like this
7Activity
0 of .
Results for:
No results containing your search query
P. 1
Die Umerziehung in Westdeutschland

Die Umerziehung in Westdeutschland

Ratings: (0)|Views: 143|Likes:
Published by VisionInMyMind

More info:

Categories:Types, Research, History
Published by: VisionInMyMind on Jan 31, 2010
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

05/30/2012

pdf

text

original

 
Die Umerziehung in WestdeutschlandDie Umerziehung in WestdeutschlandDie Umerziehung in WestdeutschlandDie Umerziehung in Westdeutschland
 
Die Umerziehung hatte den Zweck, das Volk auf psychologischem Wege in seinergeistig-seelischen Substanz entscheidend zu verändern. Damit schufen dieWestmächte ein Mittel, das die Westdeutschen mit Hilfe einer systematischenMassenbeeinflussung weit besser unterwarf und sie alle Schuld freiwillig auf sichnehmen ließ, wogegen die Kriegsschuldlüge des Versailler Vertrages zu einemallgemeinen Widerstand des deutschen Volkes geführt hatte
.
Untersuchen wir nun die Impulse für die geistig-seelische Umstrukturierung deswestdeutschen Volkes, dann müssen wir bis auf das Jahr 1930 zurückgehen. Indiesem Jahr wurde Max Horkheimer Leiter des Instituts für Sozialforschung inFrankfurt a. M. Er verknüpfte die Aussagen von Marx und Freud und verband soSoziologie und Psychologie zur Sozialpsychologie. Sein Institut wurde alsbald als"Marxburg" bekannt und zu einem besonderen Anziehungspunkt linksintellektuellerAkademiker. Zu den Dozenten und Assistenten gehörten z. B. W. Adorno und HerbertMarcuse, welch letzterem wir später noch begegnen werden. Im Jahre 1933 wurde dasFrankfurter Institut von den Nationsozialisten wegen "staatsfeindlicher Umtriebe"geschlossen. Es setzte seine Arbeit jedoch ohne größere Unterbrechung fort, indemes an die Columbia-Universität in New York übersiedelte.Zu einer konkreten Anwendung dieser Theorien kam es in größerem Ausmaß aber erstdann, als sie von den Instanzen der USA aufgegriffen wurden, die sich mitpsychologischer Kriegsführung befaßten. Psychologische Kriegsführung ist mehr alsnur Propaganda in Kriegszeiten. Sie umfaßt auch alle die Anstrengungen, die zu einerÄnderung der Psychologie der Besiegten führen sollen. Dabei ist der psychologischeKrieg wie der Wirtschaftskrieg zeitlich unbegrenzt. Nach Ende des zweiten Weltkriegesbemühten sich die Amerikaner, die Theorien der Umerziehung in Deutschland in diePraxis umzusetzen. Die Abteilung für psychologische Kriegsführung wurde inAbteilung für Informationskontrolle umgetauft und ließ sich zunächst in Bad Homburgnieder, von wo sie 1946 nach Berlin verlegt wurde. Eine ihrer Hauptaufgaben war dieVergabe von Lizenzen für Zeitungsherausgeber, Verleger, Filmintendanten undRundfunkdirektoren. Die Anwärter auf diese Posten wurden in Bad Orb im ScreeningCenter, das von dem New Yorker Psychiater David Mardochai Levy ins Leben gerufenwurde, auf ihre - im Sinne der neuen sozialpsychologischen Thesen - "charakterliche"Eignung getestet.Die getarnten UmerzieherAls bestes Mittel für die Änderung des deutschen Charakters wurde die Erziehungangesehen, und der Leiter der Abteilung "Erziehung" bei der amerikanischenMilitärregierung verkündete 1948 in einem Umerziehungsprogramm u. a.:"Die wahre Reform des deutschen Volkes wird von innen kommen. Sie wird geistigund moralisch sein. Die Schultypen sind von geringerer Bedeutung für die ZukunftDeutschlands und der Welt als das, was gelehrt wird, wie gelehrt wird und durch wengelehrt wird. Keine Besatzungsarmee wird je erfolgreich ein pädagogisches oderkulturelles Schema einem besiegten Volke auferlegen. Militärregierung wird alsMilitärregierung angesehen werden. Es wird daher das Ziel der Militärregierung sein,
 
a) Die als demokratisch bekannten Elemente in der deutschen Bevölkerung zuidentifizieren und zu ermutigen,b) die Entwicklung oder Wiedererrichtung von Institutionen und Organisationen inDeutschland zu unterstützen, die zur Erfüllung unserer Mission beitragen können".1500 Deutsche waren von den Siegern ausgewählt, um als Spitzenmitarbeiter denUmerziehungsprozeß voranzutreiben. So gingen die Amerikaner davon ab, denDeutschen Reformen aufzuerlegen. Sie gingen statt dessen dazu über, in dieGesellschaft deutsche Männer, Institutionen und Ideen einzubauen, die die Ziele derMilitärregierung verwirklichen würden, ohne daß der amerikanische Einfluß auf denersten Blick erkennbar war.Umerziehung im Gewande der PolitologieDie lückenlose und zentral gelenkte Einführung der politischen Wissenschaften inallen westdeutschen Universitäten und Hochschulen ist ein Musterbeispiel fürpraktizierte Umerziehung. Wie hier vorgegangen wurde, zeigt die Lektüre desGesamtprogramms der Konferenz von Waldleiningen vom 10. und 11. September1949, die auf Anregung der amerikanischen Militärregierung von der hessischenLandesregierung veranstaltet wurde. In Vortrag und Diskussion wurde dort die Thesevorbereitet, daß die deutschen Hochschulen zur Einübung des demokratischenLebensstils unbedingt Lehrstühle für politische Wissenschaften benötigten. In engemZusammengehen mit den Besatzungsmächten sollte nun eine Methode ausgearbeitetwerden, durch die für die Hochschulen, ohne daß ihrer Autonomie zu nahe getretenwurde, einige Leute aus dem Ausland zum Neuaufbau dieser Lehrstühle herangeholtwerden konnten.Zur Umerziehungsmethode äußerte sich 1967 der Ordinarius für Politikwissenschaftan der Universität in Frankfurt /M., Prof. Dr. Iring Fetscher, sehr präzise: "Als durch dietotale Niederlage der Wehrmacht die Voraussetzungen für den Aufbau eines neuen,demokratischen Deutschlands entstanden waren, wußten westliche Alliierte so gut wiedeutsche Demokraten, daß hierfür nicht nur die Schaffung von Verfassungen und dieNeubildung von Parteien erforderlich sein würde, sondern auch ein intensiver Wandeldes Denkens, der Empfindungen, der Verhaltensweisen. Soziologie, Demoskopie,Politwissenschaft dienen als wissenschaftliche Hilfsinstrumente bei der Orientierung.Wenn die Strukturen der Familien autoritär sind und bleiben und wenn im Berufslebenein starres und hierarchisches Unterordnungsverhältnis besteht, kann kaum erwartetwerden, daß die Einstellung zu politischen Entscheidungsfragen vom Geist derToleranz, der Freiheitsliebe, der demokratischen Mitverantwortung geprägt wird." Hierwird der Grund erkennbar, warum in Westdeutschland systematisch dieEmanzipierung der Jugend von der Familie betrieben wird. Prof. Fetscher fährt dazufort: "Die moderne Sozialentwicklung kommt diesem Prozeß der Auflösung autoritärerVerhaltensmuster in mancher Hinsicht entgegen." Eine Konsequenz davon ist die inden USA erfundene und von dort in die Bundesrepublik eingeführte antiautoritäreErziehung. Zur Ehre der USA ist allerdings festzustellen, daß dort die Schädlichkeitdieser Methode für Staat und Gesellschaft längst erkannt wurde, wogegen sie hiernoch weiter praktiziert wird.Der frühere SDS (Sozialistische Deutsche Studentenbund) ist ein legitimes Kind dernach 1945 etablierten Soziologen und Politologen, und der Prophet dieserStudentenorganisation war der Professor für Sozialphilosophie Herbert Marcuse. Zuseiner Philosophie gehört, "daß es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten einNaturrecht auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald diegesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Wenn sie Gewalttaten
 
anwenden, beginnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrechen dieetablierte. Da man sie schlagen wird, kennen sie das Risiko, und wenn sie gewillt sind,es auf sich zu nehmen, hat kein Dritter, und am allerwenigsten der Erzieher undIntellektuelle, das Recht, ihnen Enthaltung zu predigen." In der Praxis bedeutet dieseine Legitimation für Gewalttätigkeit und Hemmungslosigkeit, wobei der Zweck dieMittel heiligt.Die westdeutsche Nachkriegspolitologie ist also in ihrer Zielsetzung eng mit den ausden USA stammenden Bemühungen der Umerziehung verbunden. AusgesprochenerZweck der Umerziehung des deutschen Volkes ist seine geistige und moralischeReform, der Wandel seines Denkens, seiner Empfindungen und Verhaltensweisen unddie Veränderung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in derBundesrepublik. Auch die modernen politischen Praktiken wie Sit-in, Go-in, Teach-inund die Idee der Gegenuniversität stammen aus den USA. Heute sind es schon dieSchüler der ersten Politologen, die in Schlüsselstellungen der westdeutschenMeinungslenkung negativ wirksam sind, vor allem auch in Bezug auf die deutscheSchuldfrage und die Umwertung der deutschen Geschichte, was von besondersschwerwiegender Bedeutung in Bezug auf die Geschichte des deutsch-polnischenVerhältnisses ist.Unter den Folgen der mit modernsten psychologischen Erkenntnissen arbeitendenund alle Möglichkeiten der Meinungsbildung erfassenden Umerziehungspolitik leidetheute das gesamte Staats- und Gesellschaftsleben. Insbesondere aber hat sie zurFolge, daß es eine folgerichtige westdeutsche Wiedervereinigungspolitik nicht gibt. ImGegenteil stehen die in Westdeutschland gepflegten Leitideen zu einer erfolgreichengesamtdeutschen Politik im krassen Widerspruch.Dabei ergeben sich folgende Erkenntnisse:1. In der Bundesrepublik konnte sich kein gesamtdeutsches Staatsbewußtsein bilden.2. Das Volk soll in seiner geistig-seelischen Substanz entscheidend beeinflußt werden,um es politisch an der Kandare zu halten, und zwar, wie der Amerikaner Louis Nizer inseinem 1943 erschienenen Werk "What to do with Germany?" (Was soll man mitDeutschland machen?) schrieb, und von dem Präsident Truman verlangte, daß esjeder Amerikaner lesen sollte, politisch hart, wirtschaftlich aber großzügig. Diewirtschaftliche Lebensgrundlage sei Voraussetzung für den Erziehungserfolg (S. 154).Also: Ablenkung des Bundesbürgers von der Politik durch das Wirtschaftswunder.Der Erfolg hat dem Verfasser voll recht gegeben.3. Dem deutschen Volk wurde der Sonderstatus des verbrecherischen und am letztenKriege alleinschuldigen auferlegt. Die Schwarz-Weiß-Malerei in der geschichtlichenBeurteilung des deutschen Volkes wurde so nachdrücklich betrieben, daß das Volk -auch diejenigen Generationen, die schon die Weimarer Zeit miterlebt haben, trotzgegenteiligen Erlebens an die aufgestellten Thesen weitgehend glaubt.4. Man setzt die Kriegsgenerationen einer Dauerdiffamierung aus und bemüht sich, inihnen die Vorstellung des eigenen Versagens, der eigenen Schuld und derKollektivschuld zu erzeugen.5. Den jungen Generationen bemüht man sich einzureden, daß sie ein Recht haben,ihre Eltern unter einen Schuldvorwurf zu stellen und gegen sie zu revoltieren. GezielteZersetzungskampagnen schwächen die Staatsautorität; Politologen und Soziologensind in Schulen, Universitäten und anderen meinungsbildenden Organen rastlos tätig,und zu ihnen gesellen sich andere politisch gleichgerichtete Kreise.

Activity (7)

You've already reviewed this. Edit your review.
1 hundred reads
user280 liked this
user280 liked this
Pat Rick liked this
rambler22 liked this
info767 liked this
boening1 liked this

You're Reading a Free Preview

Download
scribd
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->