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BLV, das Rinderleukämie-Virus, und das menschliche Brustkrebsvirus
Stand/Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 13.07.2007 
Wie sich das Rinderleukämie-Virus zum Brustkrebsvirus mausern konnte
Transfektion nennt man eine Infektion, wenn nur das Erbmaterial, die DNA, benutzt wird und nicht das ganze Virus (s. auch die – andere – Beschreibung vonTransfektion bei Wikipedia
 
).Die Transfektion funktioniert oft schlechter als die Infektion. Bei BLV wird die Transfektion mitPlasmiden (DNA Stücken) aber genutzt, und siefunktioniert gut, wenn man genug DNA nimmt.Das Rinderleukämie-Virus BLV (für 
) gehört zu den Retroviren. Das sind RNA-Viren, die ihr Erbmaterial in infiziertenZellen in DNA überführen und als DNA-Provirus in die zelluläre DNA einbauen. Normalerweise gelingt ihnen das nur bei Zellen, die sich teilen. Nur das AIDS-Virus HIV scheint Möglichkeiten gefunden zu haben, diese Einschränkung zu umgehen.BLV infiziert normalerweise nur Rinder und Büffel, auch Wasserbüffel, in denen es selten eine B-Zell Leukämie auslöst. In neuen Wirten wie demSchaf führt es dagegen regelmäßig zum Tod. Seit kurzem gibt es dagegen eine Behandlung mit einem Medikament, über dessen Anwendung imMenschen man über reichlich Erfahrung verfügt, allerdings gegen eine andere Krankheit, die Epilepsie. Es handelt sich um die Valproinsäure. Weil das Virus in der Kuh, wenn auch selten, eine Leukämie (Krebserkrankung von Blutzellen) auslösen kann, hatte man Angst, dass es auch für den Menschen gefährlich sein könnte. Man begann im Menschen nach Virusspuren zu suchen. Dabei dachte man an zwei gefährdete Gruppen: AnMenschen mit Leukämie und an Farm- und Molkereiarbeiter, die manchmal auch rohe Milch trinken. Rohe Milch ist besonders gefährlich, weildarin enthaltene Keime in dieser Säuglingsnahrung [für Kälbchen], die alle wichtigen Stoffe für die Entwicklung von Lebewesen enthält, natürlichauch die Entwicklung und Vermehrung von vielen Keimen unterstützt. Deshalb wird die in den Verkauf kommende Milch in der Regel durchverschiedene Verfahren der Erhitzung haltbar gemacht. Aber es gibt natürlich Menschen, gerade auf Farmen, die Zugang zu roher Milch haben unddiese gerne Trinken. Wenn jemand für Leukämien durch einen Rindervirus anfällig wäre, dann hätte man hier suchen müssen. Aber man fand keineerhöhte Leukämierate und man fand auch keine Antikörper gegen das Leukämievirus im Blut von Farmern und Molkereiarbeitern.Auch bei Menschen mit Leukämien fand man keine Hinweise auf Virusspuren.
 
Trotzdem versuchte man in Europa seit einigen Jahrzehnten, das Virus auszurotten, weil die Kuhmilch eine so große Rolle für die Ernährung desMenschen spielt. So sollen Kuhmilchprodukte mittlerweile schon ein Drittel der menschlichen Nahrung ausmachen (Rollinger Maria 2004).Deshalb hat man ein schlechtes Gefühl, wenn man dieses wichtige Virus in einer unserer Hauptnahrungsquellen belässt. Und so wird in Europa undanderen Ländern versucht, das Rinderleukämie-Virus auszurotten. Mit Erfolg.Die Milch wird regelmäßig auf BLV untersucht und infizierte Tiere werden gekeult. Das wird so konsequent betrieben, dass Deutschland und diemeisten Länder der Europäischen Gemeinschaft seit Jahren als leukosefrei gelten.Es treten aber immer wieder einzelne Infektionen auf, was in gewissem Sinne ein Rätsel ist. Wie und wo können sich die Tiere anstecken? Als einesder wenigen natürlichen Virus-Reservoire wird der Wasserbüffel vermutet. Aber der kommt in Deutschland nicht vor. An infizierten Menschen?Unwahrscheinlich, das Virus wird durch Blut und Mich übertragen. In tropischen Ländern eventuell durch Mücken. Wie sollten aber Kühe anmenschliches Blut kommen? Sie beißen ja nicht.In außereuropäischen Ländern kommt das Virus in den Viehbeständen noch vor, so unter anderem in Südamerika, Nordamerika und Afrika.Zumindest in Nordamerika wird auch nicht versucht, das Virus auszurotten. Man hatte ja trotz gründlicher Suche keine Gefahren nachweisenkönnen und da die Auswirkung auf die Milchleistung der Kühe nur wenig beeinträchtigt ist und praktisch alle amerikanischen Herden durchseuchtsind, müsste man praktisch den ganzen dortigen Rinderbestand notschlachten. Davor schreckt man zurück, beziehungsweise man sieht gar keine Notwendigkeit dafür.Aber weil die Verminderung der Milchleistung gering ist und Leukämien, die zu einem Verlust des Tieres führen, selten auftreten, sieht man davonab. Deshalb ist das Rinderleukämie-Virus in amerikanischen Milchprodukten, eventuell auch in dem bei der Käseherstellung in großen Mengenanfallendem Milchzucker, grundsätzlich enthalten.Dieser Milchzucker fällt in so großen Mengen an, dass er als Abfall schwer zu entsorgen ist. Erst wenn man sich zum Beispiel wegen Milchzucker-Unverträglichkeit gerne laktosefrei ernähren möchte und man auf den Inhaltsangaben der Lebensmittel nachschaut, wird man sich wundern, worinsich dieser Milchzucker überall befindet. Nicht nur in Suppen und Soßen, auch in Wurst und Schinken, die man naiver Weise für Schweineproduktehält, überall wird das Abfallprodukt Milchzucker entsorgt.Und da ist es nicht völlig undenkbar, dass Milchzucker, und vielleicht manchmal nicht nur solcher, auch in leukosefreien Gebieten in das Tierfutter gerät. Auch werden die Kälber heute nicht mehr immer von der Kuh gesäugt, sondern sie bekommenMilchaustauscher . Und es wäre sicher 
 
interessant zu erfahren, was in dem Milchaustauscher drin ist. Wenn es zum Beispiel Milchzucker oder Milchpulver ist, das gerade irgendwo billigangeboten wird, könnte es durchaus aus verseuchten Gebieten wie Amerika stammen.Und man fragt sich natürlich auch, aus welcher Milch die bei uns verwendete Säuglingsnahrung hergestellt wird, nur aus Milch von leukosefreienKühen?In einem Kaisers Kaffee-Geschäft habe ich zum Beispiel vor einigen Wochen Erdnussbutter gekauft, die direkt aus Amerika kam und Milchzucker enthielt. Da das ganze Produkt aus Amerika gekommen sein soll, und das will ich auch glauben, denn hier wachsen ja keine Erdnüsse, nehme ichmal an, dass auch dort der Milchzucker hinein kam, und dann wohl kein europäischer.Was ich daran erkenne, ist, dass es wohl keine Verbote zur Einfuhr von Milchprodukten aus „Leukose-Ländern“ gibt und da frage ich mich: Wiesieht das mit der Säuglingsnahrung aus? Ist wenigstens diese sicher BLV-Virus frei?Da das Virus in den Milchlymphozyten der Kuhmilch in einer stabilen DNA-Form, nämlich als integriertes Provirus,vorkommt und die DNA zur  Transfektion  benutzt werden kann, wurde deshalb lange eine Infektion über Milchprodukte befürchtet. Aber da man damals im Menschen keineVirusspuren entdecken konnte, hielt sich die Besorgnis in Grenzen.Das hat sich heute jedoch geändert. Mittlerweile sind Virusspuren und Immunreaktionen im Menschen nachweisbar (Buehring GC 2003
 
) und dieDNA des Virus wurde in Brustkrebszellen des Menschen nachgewiesen (Buehring GC 2001
 
).DNA ist eine sehr stabile Form des Erbmaterials. Aber sie ist auch gefährlich. Deshalb wird freie DNA in Milch und Blut meistens schnellabgebaut, denn wenn sie sich irgendwo in das Erbmaterial einer Zelle einbaut, kann das zu harmlosen, aber auch zu schwerwiegenden Mutationenführen, die zum Beispiel krank machen können.Wenn jetzt eine Substanz erhitzt wird, wie man das bei Milch macht, damit sich dort keine krank machenden Bakterien - wie z.B. Tuberkelbakterien- vermehren, dann zerstört man auch die DNA abbauenden Enzyme und das könnte dazu beitragen, dass die DNA der Milchlymphozyten in der durch Hitze haltbar gemachten Milch sogar noch stabiler ist, als in der Frischmilch, die aber stattdessen die infektiösen Milchlymphozyten enthält.
Infektionswege
Der natürliche Infektionsweg über die Milch und das Blut ist ähnlich wie bei HIV undHTLV. Ein weiterer in der Veterinärmedizin wichtiger Wegist das Blut, etwa durch mangelnde Hygiene beim Impfen und Enthornen der Rinder. Ob sich auch Menschen durch Blut oder Geschlechtverkehr 

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