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Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen [Brustkrebs als Viruskrankheit?]

Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen [Brustkrebs als Viruskrankheit?]

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Published by: Elisabeth Rieping (1950 - 2009) on Feb 04, 2010
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07/12/2013

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Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen
Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 01.03.2007 
Zusammenfassung:
Bis heute ergab die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen keine reproduzierbaren Ergebnisse. Die Auswertung der wenigen erfolgreichenÜbertragungsexperimente zeigt, dass die infektiöse Substanz möglicherweise zellgebunden übertragbar ist und in MäusenLymphome auslöst. Es istnicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um einen inMonozytenintegriertenProvirushandelt, ähnlich dem Erreger der Adulten T-Zell-Leukämie  des Menschen (HTLV-I und dem die Rinderleukoseübertragenden BLV, Rinder-Leukämie-Virus). --Seit der Entdeckung, dass Brusttumore der Maus durch einen Virus übertragen werden, hat man nach einem Virus gesucht, der die Krankheit beimMenschen überträgt. Das übliche Verfahren zur Entdeckung eines Erregers, also die Übertragung auf eine andere Person, wurde aus ethischenGründen natürlich nicht unternommen. Stattdessen versuchte man menschlichen Brustkrebs auf Mäuse zu übertragen. Aber bei den infiziertenMäusen stieg die Häufigkeit an Brusttumoren nur leicht von einem auf drei Prozent. Stattdessen wurde eine deutlich höhere Rate an Lymphomen,also Tumoren des Lymphgewebes, gefunden [i].Eigentlich ein aufregendes Ergebnis. Aber warum war abgesehen von dieser Arbeit keine weitere zu finden, in der die Übertragung desmenschlichen Brustkrebses auf Mäuse beschrieben wurde? Vermutlich doch nicht, weil es keiner es versucht hatte, sondern weil es keiner 
erfolgreich
versucht hatte. Also warum war nur das oben beschriebene Experiment gelungen, ohne erfolgreich wiederholt worden zu sein? Nun, während die Wissenschaftler das als Kontrolle benutzte Maustumor-Material filtrierten, um den Maus-MammatumorvirusMMTVvon Zellenund Bakterien zu isolieren, gingen sie bei dem menschlichen Tumormaterial anders vor und wichen von der Filtration, der damaligenStandardprozedur zur Isolierung von Viren ab. Sie homogenisierten das Material aus menschlichen Tumoren, fügten Antibiotika zu, umverunreinigende Bakterien abzutöten, zentrifugierten und benutzen dann die Interphase, also das Material, dass sich zwischen Zellen und Fettabgesetzt hatte, für die Übertragung auf Mäuse. Das ist natürlich keine so scharfe Trennung wie beim Filtrieren und so wird das benutzte Materialauch Zellen enthalten haben. Möglicherweise genug Zellen, um darin enthaltene latente Viren zu übertragen. Beim üblichen Filtrieren wäre nur einzellgebunden übertragbarer Virus außen vor geblieben.
 
Andere Forscher, die das Virus nicht haben übertragen können, werden Filter benutzt haben, da es das übliche Verfahren war. Denn es war damalsnoch nicht bekannt, dass esRetroviren gibt, die wie der Rinderleukämie-Virus BLV (von Bovine Leukemia Virus) in vivo also im lebenden Tier, wenig Virusmaterial produzieren [ii], vermutlich um der Immunantwort des Organismus zu entgehen. Viren, wie BLV und HIV (für HumanImmundeficiency Virus, das Aids überträgt und dadurch allgemein wurde), waren 1977 noch nicht sehr bekannt.Später, nämlich 1995, gab es einen weiteren Bericht über die häufige Entwicklung von Mäuse-T-Zell-Lymphomen nach Implantierung vonMaterial von Patientinnen mit inflammatorischem Brustkrebsauf Nacktmäuse [iii]. Das war im Grunde auch ein Bericht von der erfolgreichen Übertragung von Brustkrebs auf ein Tier, der aber nicht so wahrgenommen wurde.Vermutlich waren die Experimente erfolgreich, weil Zellen benutzt worden waren. Sie geben so Anlass zu vermuten, das diese Krebszellen einübertragbares Agens enthalten haben könnten, das zellgebunden übertragen wird. Neun Jahre vorher hatte gezeigt werden können, dass Monozyten von Brustkrebspatientinnen Riesenzellen bilden können [iv]. Da dieRiesenzellbildung ein Zeichen einer viralen Infektion sein kann, wurde versucht, Retrovirus-Partikel zu finden und derenReverse Transkriptase nachzuweisen. Nachdem man mononukleäre Zellen von Brustkrebspatientinnen einige Tage angezüchtet hatte, konnte man bei 97% Partikelnachweisen, die Reverse Transkriptase-Aktivität zeigten. Bei dem Material von Kontrollpersonen war das nur bei 11% der Fall. Die Transkriptasenarbeiteten außerdem besser mit Magnesium-Ionen als mit Mangan-Ionen, die von zellulären Transkriptasen bevorzugt werden [v].Die Froscher um AlSumidaie setzten ihre Arbeit nicht weiter fort, weil zwei andere Gruppen, die sie wiederholen wollten, diese Ergebnisse nicht bestätigen könnten. Eine Gruppe konnte die Monozyten erst gar nicht so züchten, dass sich Riesenzellen bildeten. Und sie fanden auch keineReverse Transkriptase-Aktivität. Allerdings fanden sie auch keine Reverse Transkriptase-Aktivität, wenn sie fremde Retroviren zur Kontrollezugaben, was darauf hätte hindeuten können, dass irgendetwas in ihren Medien die Reversen Transkriptasen behinderte. Dem wurde aber nichtnachgegangen [vi].Die nächste Gruppe, die die Experimente von AlSumidaie wiederholen wollte, fand ganz anders als ihre Vorgänger Mengen vonRiesenzellen. Leider nicht nur in den Kulturen von Brustkrebspatientinnen, sondern auch in denen von gesunden Frauen [vii]. Diese Arbeit war nunglücklicherweise sehr ausführlich und man konnte nachsehen, was sie anders gemacht hatten als AlSumidaie. Eine Änderung in ihremVersuchsprotokoll war, dass sie ein anderes Kulturmedium genommen hatten und zwar hatten sie gepooltes - das heißt zusammen geschüttetes -Serum von Frauen genommen. AlSumidaie hatte Kälberserum benutzt. Kälberserum, das einzeln, von gesunden Jungtieren abgefüllt wird, ist sehr viel weniger wahrscheinlich verunreinigt als gepooltes Frauenserum.
 
Da in der ursprünglichen Arbeit ja gezeigt worden war, dass das Virus auch aus dem Material von etwa 10% der Kontrollpatientinnen gezüchtetwerden konnte, also von Frauen, die möglicherweise infiziert waren, ohne dass der Krebs sich schon nachweisbar entwickelt hatte, ist es möglich,dass der für die massenhafte Riesenzellentwicklung nötige Virus aus dem zur Anzüchtung benutzten gepoolten Frauenserum kam. GepooltesFrauenserum könnte den Virus von gesunden, aber mit einem Brustkrebsvirus infizierten Frauen enthalten haben.Es war noch ein weiterer Aspekt dieser Arbeit interessant. Trotz der Riesenzellentwicklung ließ sich keine Reverse Transkriptase-Aktivitätnachweisen. Auch beigefügte Kontrollen, hier wurde MMTV, das Mamma-Maustumorvirus benutzt, zeigten keine Virusaktivität. Das könnte dafür sprechen, dass sich eine blockierende Substanz in dem gepoolten Frauenserum befand.Da die Ergebnisse von AlSumidaie nicht wiederholt werden konnten, wurde die Suche und weitere Charakterisierung des menschlichenBrustkrebsvirus von der gesamten Arbeitsgruppe eingestellt.In ihrem 1998 erschienen Übersichtsartikel [viii] über mögliche Zusammenhänge zwischen Virusinfektionen und menschlichem Brustkrebs führtdie Autorin aus, vermutlich inspiriert durch die eigenen Ergebnisse mit Knochenerkrankungen [ix], [x], aber auch durch die anderer mit tierischen[xi] und menschlichen [xii], [xiii] Retroviren, dass bei der Suche nach dem Brustkrebsvirus an erster Stelle Monozyten untersucht werden sollten,wie es ja auch AlSumidaie gemacht hatte. Und das der gesuchte Brustkrebsvirus des Menschen nicht notwendigerweise MMTV oder ein naher Verwandter dieses Virus sein muss.Anders als MMTV, dessen Zugang zum Menschen schwierig vorzustellen ist, ist das Rinderleukämie-Virus BLV (für Bovine Leukemia Virus) einRiesenzellen bildendes Virus, das in den Lymphozyten der Kuhmilch als stabiles DNA-Provirus enthalten ist. Diese Kuhmilch wird in denwestlichen Industrieländern, und zwar verstärkt seit etwa 130 Jahren, als Nahrungsmittel menschlicher Säuglinge, aber auch für die Aufzucht vonHunden und Katzen verwandt, eine Gewohnheit, die sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet hat. BLV war seit seiner Entdeckungverdächtig. Aber mit den vor 30 Jahren üblichen Methoden konnten keine Antikörper gegen das Virus in Menschen gefunden werden.Das hat sich geändert[xiv]. Mit modernen Methoden (Immunoblotting) konnten Antikörper gegen BLV in 74% der untersuchten Seren vonMenschen nachgewiesen werden. Unabhängig davon und einiges früher als die oben erwähnte Arbeit, war eine andere Gruppe, die auf der Suchenach Zusammenhängen zwischen multipler Sklerose und BLV war, zu ähnlichen Ergebnissen kommen[xv]. Da sie aber Spuren von BLV inPatienten und gesunden Kontrollpersonen fanden, wurde die Suche nicht fortgesetzt. Vermutlich war den Forschern nicht bewusst, dass in einigenwichtigen Milch und Fleisch produzierenden Ländern nicht versucht wird, BLV aus dem Bestand zu eliminieren, weil angenommen wird, dass dasVirus gar nicht in den Menschen eindringen kann, obwohl über die Kuhmilch günstige Gelegenheit besteht.

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