2Antwort von Dr. Joachim Mutter auf die Kritik von Prof. Alexander Lerchl, Februar 2010
Dass meine Aufklärungsarbeit von Ihnen als führendem Mitglied der SSK kritisiert wird, ist bedauerlich. Teileder umfangreichen Datenlage werden nach wie vor von den zuständigen Schutzkommissionen und der von Ihnengeleiteten SSK ausgeklammert. Sonst hätten Sie sich schon längst für einen wirksamen Gesundheits-undUmweltschutz engagiert, der die rapide steigende Strahlenbelastung drastisch reduziert und die Bevölkerung zueinem sorgsamen Gebrauch des Kommunikationsfunks anhält.Die Warnungen der Experten der Wiener Ärztekammer
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, der europäische Umweltagentur
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, des EuropäischenParlaments
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, Appelle zahlreicher Wissenschaftler und der Russischen Strahlenschutzkommission( RCNIRP ) in ihrem Appell:
„Kinder und Mobiltelefone. Die Gesundheit der nachfolgenden Generation ist inGefahr“
zeigen, dass eine zunehmende Zahl von Fachleuten die Änderung der Grenzwerte und Vorsorgemaß-nahmen einfordern. Mit meinen Warnungen sehe ich mich in Übereinstimmung mit anderen kompetentenOrganisationen und Personen, hier drei aktuelle Standpunkte:
Bund für Umwelt-und Naturschutz Deutschland:
„Die Gesundheit der Menschen nimmt Schaden durch flächendeckende, unnatürliche Strahlung miteiner bisher nicht aufgetretenen Leistungsdichte. Kurz-und langfristige Schädigungen sind absehbarund werden sich vor allem in der nächsten Generation manifestieren, falls nicht politisch verantwortlichund unverzüglich gehandelt wird.“ (Positionspapier 46, 2008)
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Jo Leinen, SPD :
"Wir setzen Millionen Menschen diesen Strahlen aus. Wir wissen auch, dass viele daran erkrankt sind,vielleicht sogar auch gestorben sind, und es wäre höchste Zeit, einen hohen Schutz für die Bürgerinnenund Bürger in der Europäischen Union einzuführen, wir brauchen eine europaweite Regelung."( Vorsitzender des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit, EU-Parlament, WDR, Bericht aus Brüssel, 28.10.2009).
Europäische Umweltagentur:
„Die Absicht der EEA, die Verwendung der Mobiltelefonie auf diese Weise zu fördern, steigert ihreVerantwortung, Informationen zu liefern, die die Sicherheit der Bevölkerung bei der Verwendung vonMobiltelefonen gewährleisten, insbesondere bei anfälligen Gruppen wie Kindern, Älteren undAbwehrgeschwächten. Dies ist der Grund, warum die EEA am 17. September 2007 eine Frühwarnungüber die möglichen Gefahren von EMF herausgab.In dieser Warnung machten wir auf den
BioInitiative Report
und andere für diese Debatte wichtigen Referenzen (von der EU, WHO und dem britischenNational Radiological Protection Board) aufmerksam, die zusammengenommen die Basis unsererFrühwarnung zu EMF lieferten.Insbesondere stellten wir fest:
„Es gibt zahlreiche Beispiele hinsichtlich der Nichtanwendung des Vorsorgeprinzips in der Vergangen-heit, die zu ernsthaften und oft unwiderruflichen Schäden der Gesundheit und in der Umwelt führten. Angemessenes, vorsorgendes und im richtigen Verhältnis stehendes Handeln heute, um annehmbareund mögliche ernsthafte Gesundheitsgefahren durch EMF zuvermeiden, werden wahrscheinlich aus zukünftiger Sicht als klug und weise angesehen.“
Die Washingtoner Konferenz zu Mobiltelefonen hat gerade das aktuelle Beweismaterial zu denmöglichen Gefahren im Zusammenhang mit Mobiltelefonen, insbesondere das möglicheHirntumorrisiko, ausgewertet. Ein Großteil dieses Beweismaterials wurde in einer EMF-Sonderausgabeder Fachzeitschrift der International Society for Pathophysiologyzusammengefasst. Die Beweislage fürein Hirntumorrisiko ausgehend von Mobiltelefonen, obwohl immer noch sehr begrenzt und starkbezweifelt, ist unglücklicherweise stärker als vor zwei Jahren, als wir erstmalig unsere Frühwarnungherausgaben.“(Erklärung vom 15.09.2009)
Zurück zu Ihrer Kritik an meinem Interview. Sie kritisieren meine Aussage
: "Die im Mutterleib bestrahltenKinder litten häufiger an Aufmerksamkeitsstörungen als ihre vorgeburtlich unbestrahlten Genossen.“Sie schreiben,dass der von mir hergestellteZusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern undVerhaltens-und Entwicklungsstörungen beiKindern, auch zu ADHS in keiner Weise belegt sei.Gerade aber dieStudie von Divan et al. (2008)
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hat diese Zusammenhänge durchaus belegt. Der Arzt und Biochemiker Prof.Guido Zimmer hält esin seinem Artikel „Zellbiologische Mechanismen der Schädigung“ für sehr wahrschein-lich,
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dass auch die wachsenden Strahlenbelastung zur rapiden Zunahme von ADHS (Attention –Deficit-Hyperactivity-Syndrome) beiträgt.
Sie kritisieren meine Aussage,
Prof.L.Hardell hätte eine bis zu fünffache Tumorhäufigkeit durch Handy-nutzung festgestellt, als unwahr und weisen jeden Zusammenhang zwischen Handynutzung und Tumorenzurück.„Lennart Hardell von der Universität Örebro in Schweden hat kürzlich berichtet, dass bei langzeitigen Mobiltele-fonnutzernunter 25 Jahren das Hirntumorrisiko mehr als fünffach erhöht ist, und zwar auf der Seite des Kopfes,auf der sie telefonierten,“
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berichtete Prof. Franz Adlkofer auf einer Konferenz in Stavanger.Ich beziehe mich
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