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Weitere Texte, in denen Informationen zu Prolaktin festgehalten sind, s. unter: Sammlung Prolaktin
[Teil 1]
Prolaktin wird im Hypophysenvorderlappen produziert und in einemzirkadianen, d.h. Tag-Nacht-Rhythmus, ausgeschüttet.
Frühmorgens sinkt der Prolaktinwert ab, nachts steigt er an. So wie derM elatoninwert mit dem er korrelieren könnte, wie zum Beispiel in einer
). Und während an jungen Männern, die trotz Melantonin Gabe
wach gehalten wurden, kein Effekt auf die Hormone der Hypothalamus-Zwischenhirn-Nebennierenrinden-Achse gefunden werden konnte, so dass
die Vermutung entstand, dass nicht das Melatonin sie beeinflusst, sondern der durch Melatonin bewirkte Schlaf, zeigte sich auf das Prolaktin auch
ohne Schlaf ein erhöhender Einfluss (Perras B 2005).
Zusammen mit anderen Hormonen, nämlich dem Kortisol und dem Insulin, stimuliert Prolaktin das Wachstum der Brustdrüse und wird zu den
laktogenen Hormonen gerechnet. Die stärkste Wirkung wird dabei aber nicht durch das Prolaktin, sondern durch die Kortisone ausgeübt. Das
Melatonin kann den stimulierenden Effekt, den Prolaktin auf das Wachstum von MCF-7 Zellen, eine menschliche Brustkrebszell-Linie, ausübt, aber
Ein hoher Prolaktinwert kann den Eisprung unterdrücken und löst in brutpflegenden Tieren das Brutpflege-Verhalten aus. Beim Menschen steigt er
vor der Geburt bei der Mutter stark und auch beim Vater an. Mongolische Wüstenrennmäuse sind soziale Tiere, die gerne in Gruppen leben und ihre
Nachkommen pflegen. Fremde Jungmäuse können aber auch angegriffen und umgebracht werden. Deshalb dienen sie zur Untersuchung des
Sozialverhaltens und sind sogar imS achunterricht der Grundschulen als Versuchstiere beliebt. Aber die mongolischen Wüstenrennmäuse sind nicht
nur brutpflegend. Fremde Jungmäuse können auch angegriffen und umgebracht werden. Jedoch werden die Jungtiere nicht von allen fremden
Weibchen angegriffen. Rennmäuse mit hohem Prolaktinspiegel greifen fremde Jungmäuse nicht so gern an (Saltzman W 2005
Indoleamine-2,3-dioxygenase, wie Prolaktin ein Enzym des Tryptophan-Stoffwechsels, ist ein Stoff, der während der Schwangerschaft die
Entwicklung von gegen den Fetus gerichteten T-Zellen unterdrückt, so dass er vom mütterlichen Organismus nicht abgestoßen wird. Dabei induziert
Interferon-Gamma die Expression von Indoleamine-2,3-Dioxygenase in CD14(+) Zellen. Diese Wirkung von Interferon-Gamma auf die Expression
von Indoleamine 2,3-dioxygenase in CD14(+) Zellen wird durch Prolaktin, wenn es in Konzentrationen wie in der Schwangerschaft vorhanden ist,
deutlich gefördert Kawaguchi R 2005.
Das Wichtigste steht in
dem gelb unterlegten
Abschnitt unten.
Prolaktin gehört zu einer sehr alten Hormongruppe, die schon bei der Entwicklung der Wirbeltiere eine wichtige Rolle spielte. Durch die Entwicklung von Wirbeln konnten die Tiere nämlich größer und vielleicht auch älter werden und mussten sich deshalb verstärkt gegen andere Organismen wie zum Beispiel gegen Parasiten und Bakterien wehren. So entwickelten sich die ähnlich aussehenden Hormone Somatotropin, auch Wachstumshormon oder Growth Hormone genannt, und Prolaktin, für verschiedene Schwerpunkte als Regulatoren von Wachstum und Immunabwehr.
Das Prolaktin war also zuerst ein Hormon der Immunregulation. Als sich vor 60
Millionen Jahren aus den Wirbeltieren die Säugetiere entwickelten, entstand aus dieser
Hormongruppe ein neues Hormon, das Plazenta-Laktogen genannt wird, und die
Entwicklung des Mutterkuchens, der Plazenta, steuert. Das bis dahin für
Immunfunktionen verantwortliche Prolaktin entwickelte sich zu einem Regulator der
Milchbildung.
Zur Regulation der Immunabwehr entwickelten sich die dem Prolaktin verwandten Zytokine, Interleukine und Wachstumsfaktoren. Die Rezeptoren für diese Zytokine ähneln auch heute noch dem des Prolaktins. Außerdem hat sich das Prolaktin –
reliktförmig – eine immunmodulierende Wirkung bewahrt, weil es eine ähnliche
Form hat wie verwandten Zytokine, Interleukine und
Wachstumsfaktoren. Prolaktin kooperiert mit Interleukin II und die beta und gamma
Rezeptoren für Interleukin II gehören zur gleichen Familie wie die Prolaktinrezeptoren.
Prolaktin und das Fibroadenome auslösende Cyclosporin A konkurrieren
miteinander (Hinterberger -Fischer M 2000
Auch das heutige Prolaktin wirkt also auf die Immunregulation ein. Und vielleicht ist
das wichtig für die Entstehung der Autoimmunkrankheiten, die manchmal in der
Stillzeit oder bei Brustkrebs ausbrechen. Prolaktin wird auch direkt von aktiven
Releasing Hormon), das
Hormon, das (indirekt) die
Schilddrüsenhormon-
produktion ankurbelt,
fördert auch die
Prolaktinausschüttung
Prolaktin und die
Progesteron Ausschüttung
Jaroenporn S 2007: