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Freiheitliche und soziale Demokratie
- - Freiheit versus Gleichheit - -
Inhalt
1.Einleitung....................................................................................21.1.Begriff und Entstehungsformen der Demokratie.................................31.1.1.Demokratie in Abgrenzung zu anderen Herrschaftsformen...............31.1.2.Demokratie und ihre historisch entstandenen Ausprägungen............42.Begriffliche Abgrenzungen auf wirtschaftlicher und politischer Ebene............62.1.Zentralverwaltungs-, Markt und soziale Marktwirtschaft......................62.2.Sozialismus, Liberalismus und Sozialdemokratie................................73.Entstehung und Bedeutung von Freiheit und Gleichheit als Werten...............93.1. Die Freiheit und der Liberalismus..................................................93.2. Die Gleichheit und der Sozialismus...............................................104.Freiheit versus Gleichheit oder Freiheit und Gleichheit?...........................114.1. Freiheit versus Gleichheit als gegensätzliche Elemente......................114.2. Freiheit und Gleichheit als sich ergänzende Elemente........................125.Zusammenfassung.........................................................................14Literaturverzeichnis......................................................................15
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1. Einleitung
Nicht nur in unserem deutschen Parteiensystem, sondern auch in der allgemeinen Politikebenso wie in sämtlichen die Politik betreffenden und beeinflussenden Themen herrschen inBezug auf die Demokratie zwei (vermeintliche) Gegensätze vor, die sich schon bis in diehistorischen Entstehung der demokratischen Regierungsformen der Demokratiezurückverfolgen lassen: die Begriffe Liberalismus und Sozialismus, vereinfacht auf die WerteFreiheit und Gleichheit. Jegliche politische Entscheidung kann im Lichte dieser beidenGegensätze betrachtet werden, und allzu oft scheint die Schaffung von mehr Gleichheit miteiner Freiheitseinschränkung einherzugehen, während ein erhöhter Bedarf an Freiheit meistmit Ungleichheit bezahlt wird.Die politischen Fronten zwischen den Liberalisten und den Sozialisten sind oftsolchermaßen verhärtet, dass der jeweiligen Position die Existenzberechtigung abgesprochenwird.
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Dabei fällt häufig unter den Tisch, dass sowohl die Freiheit als auch die Gleichheithistorisch mit der Entstehung der modernen Demokratie eng verwoben sind. Es stellt sich dieFrage, ob eine Koexistenz beider Werte in einem Gleichgewicht nicht doch möglich ist,beziehungsweise wie diese sich verwirklichen lassen könnte.Im folgenden werde ich die jeweiligen Positionen von tendenziell liberalen und tendenziellsozialen Autoren behandeln und anschließend zu betrachten versuchen, ob und in wie weiteine Ergänzung der beiden Ideale wünschenswert und realisierbar ist.
1Hierbei muss zwischen der liberalen und sozialen Überzeugung einerseits und der liberalen und sozialen Parteipolitik andererseits unterschieden werden, da letztere häufig im Sinne des parteipragmatischen Machtstrebens agiert und sich dieParteien trotz der entsprechenden Selbstdefinition nicht ausschließlich auf eine dieser Überzeugungen dezimieren lassen.
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1.1. Begriff und Entstehungsformen der Demokratie
Bevor auf die Positionen von Freiheit und Gleichheit im System der Demokratieeingegangen werden kann, muss zuerst die Demokratie an sich behandelt werden. Zwardürfte eine klassische Definition des Begriffs Demokratie in unserer Gesellschaft aufgrundseiner allgemeinen Bekanntheit hinfällig sein, bei einer intensiveren Behandlung mit derMaterie fällt jedoch auf, dass Demokratie im Vergleich zu anderen politischen Systemenkeineswegs so dichotomisch betrachtet werden kann, wie gemeinhin oftmals angenommenwird. Im Folgenden möchte ich deshalb erst eine Abgrenzung zwischen der Demokratie undHerrschaftssystemen wie Autokratie, Monarchie und Diktatur vollziehen (in dem Ausmaß, inwelchem eine solche Abgrenzung möglich ist), gefolgt von einer inneren Analyse derDemokratie, bei der ich die verschiedenen Ausprägungen betrachten werde, und wie diesesich historisch entwickelt haben.
1.1.1 Demokratie in Abgrenzung zu anderen Herrschaftsformen
Als prinzipielle Abgrenzung der Demokratie im Vergleich zu anderen Herrschaftsformenkann man Demokratie als ein „Ensemble von (primären oder Grund-)Regeln begreifen, diefestlegen, wer zur Teilnahme an den kollektiven Entscheidungen berechtigt ist und mitwelchen Verfahren diese Entscheidungen getroffen werden“
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. Bezeichnend ist hierbei, dassdie Entscheidungsmacht einer besonders großen Anzahl der Mitglieder der sozialen Gruppezukommt, die mit dem Entscheidungsverfahren der Mehrheitsregel als kollektiv geltendeEntscheidungen fällen.Als konträre Systeme gelten die Aristokratie (Herrschaft des Adels) und die Theokratie(Herrschaft der Priesterklasse). Im Alltagsgebrauch wird die Begrifflichkeit allerdingssynonym zur Republik benutzt, welche streng genommen keine Herrschafts-, sondern eineStaatsform ist. Die Alternativen zur Republik sind Monarchie und Diktatur sowie in einigenDefinitionen (siehe Staatsformenschema nach Aristoteles
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) die Oligarchie als Herrschaft einerGruppe.Wie bereits erwähnt kann es innerhalb dieser Unterteilungen größere und kleinereDifferenzen geben. In den kommunistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts beispielsweiseexistierten der Form nach Wahlen, was dem System den Anstrich einer Demokratie gebensollte. Gleichfalls existieren auch heute noch parlamentarische bzw. konstitutionelle
2Bobbio, N. 1988:83Aristoteles 1994
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