NIEDERSACHSENIII
03/2010
vorwärts
Die Kinder sind die Gewinner, das ist dieEinschätzung vieler, die das höchstrich-terliche Urteil zu den Regelsätzen bewer-ten. Doch das Urteil allein holt noch keinKind aus der Armut oder garantiertChancengleichheit von Jungen undMädchen bei Bildung, Ausbildung undspäterer Berufs- und Lebenssituation.Entscheidend wird sein, wie Politik undVerwaltung das Urteil umsetzen. Wirhaben große Bedenken, dass die schwarz-gelbe Regierung den Richterspruch nichtin seiner großen Dimension zur Men-schenwürde und Sozialstaat umsetzt.Worum geht es? Schlicht darum, dassKinder, sofern ihre Eltern dafür nicht sor-gen können, das bekommen, was sie zumLeben und für ihre Entwicklung brau-chen. Der aktuellen Ableitung des Regel-satzes für Kinder mangelt es an Nach-vollziehbarkeit und Transparenz. MehrLebensnähe, das verlangen die Richter zuRecht, und wir seit Jahren.Wir wollen gemeinsam mit den Trä-gern der Grundsicherung und den Sozi-alverbänden eigenständige Regelsätzefür Kinder entwickeln, die alters- undentwicklungsspezifische Bedarfe korrektberücksichtigen. Sollten dazu weitereStudien oder Gutachten erforderlichsein, sind diese schnellstmöglich in Auf-trag zu geben. Grundsätzlich sollte beimMinisterium für Arbeit und Soziales eineKommission unter Beteiligung des»Deutschen Vereins für öffentliche undsalonfähig macht, sondern mit aktiverArbeitsmarktpolitik Menschen aus demGrundsicherungsbezug erlöst, durch guteInfrastruktur für Familien die Vereinbar-keit von Familie und Beruf ermöglicht undAlleinerziehende besser unterstützt. Dasist unser Weg!Kein Kind zurücklassen, das ist imSinn unserer Verfassungsrichter. Das istgesellschaftlicher Auftrag, das ist politi-sche Aufgabe der SPD. Mit den Verbesse-rungen der Leistungen für Kinder in denletzten Jahren haben wir im Wettlauf mit veränderten Verhältnissen einigeserreicht, aber noch viel zu tun. Wir stre-ben ein breites Bündnis zum Wohl allerKinder in Deutschland an. Es grenzt anLeichtsinn, ihr Wohl Schwarz-Gelb zuüberlassen, das beweisen die jüngstenÄußerungen des Vizekanzlers. Spalterund Neider, Arrogante und Überheblichewaren noch nie gute Sachwalter derInteressen unserer Kinder.
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VERWALTUNGSGERICHTHANNOVER STOPPT SANDERSNARHALLA-MARSCH
Am Faschings-Dienstag war Schlussmit Hans-Heinrich Sanders umwelt-politischen Narhalla-Marsch. Das Ver-waltungsgericht Hannover bestätigtedie im Einklang mit europäischenRechtsnormen stehende Einrichtungder Umweltzone in der Landeshaupt-stadt und wertete UmweltministerSanders Handeln nach Aussage desHannöverschen Landtagsabgeordne-ten Stefan Schostok als »wahlloses undwillkürliches Eingreifen in die kom-munale Selbstverwaltung«. Moniertwurde vor allem die fehlende Beteili-gung der Öffentllichkeit. »MinisterSander«, so Schostoks Fazit, »beteuertständig, er sei nah bei den Menschen.Das Gericht hat nun zu Recht festge-stellt, dass es sich bei dieser Aussageum eine billige Plattitüde handelt. Dassallerdings, wie manche hoffen, nachdiesem Urteilsspruch wieder eine ver-nünftige und sachbezogene Umgangs-form Einzug in die Verwaltungsstubendes Landes hält, ist nicht zu erwarten.Minister Sander ist Garant für weitereumweltpolitische Amokläufe, solangeihm Ministerpräsident Wulff den Rük-ken frei hält.«
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eb.
private Fürsorge«, WissenschaftlerInnenund Sozialverbänden eingesetzt werdendie die Regelsatzermittlung begleitet.Geld ist nicht alles, wenden die Kritikerein. Und sie haben Recht. Aber eine ange-messene finanzielle Grundsicherung istdie materielle Basis, Betreuungs- und Bil-dungsangebote für jedes Kind müssenhinzukommen. Das fängt beim Kitaplatzan, geht über das warme Mittagessen inder Schule und endet beim gebühren-freien Erststudium. Sozialdemokraten ist jedes Kind gleich viel Wert. Das unterschei-det uns von Schwarz-Gelb. Während sieKinderfreibeträge erhöhen und für ReicheSteuern senken wollen, kämpfen wir fürLöhne, die zum Leben reichen, Kinderbe-treuung, die Alleinerziehenden Berufstä-tigkeit ermöglicht und frühkindliche Bil-dung. Alles zusammen ist der Schlüssel fürgleiche Zukunfts- und Bildungschancenunserer Kinder.Damit unsere Kinder zu Gewinnernwerden, bedarf es einer Politik, die Kom-munen in die Lage versetzt, kinder- undfamilienfreundliche Leistungen anzubie-ten. Die derzeitige Politik dreht den Städ-ten und Gemeinden gerade den Geldhahnzu! Damit unsere Kinder zu Gewinnernwerden, bedarf es einer Politik der Bundes-länder, die bestmögliche Bildung für jedesKind organisiert. Wie das geht, zeigt Rhein-land-Pfalz! Damit unsere Kinder zu Gewin-nern werden, bedarf es einer Politik auf Bundesebene, die nicht den Niedriglohn
DEUTSCHLAND
VON KINDERREICHTUM KEINE REDE
Zum Regelsatz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Von Gabriele Lösekrug-Möller und Caren Marks
Gabriele Lösekrug-Möller istdirekt gewählte Bundestags-abgeordnete für den Wahl-kreis 47 – Hameln-Pyrmont,Holzminden, Uslar, Boden-felde und Mitglied imBundestagsausschuss fürArbeit und SozialesCaren Marks ist direktgewählte Bundestagsabge-ordnete für den Wahlkreis 43– Hannover-Land I undSprecherin der SPD-Bundes-tagsfraktion für Familie,Senioren, Frauen und JugendNicht erst seit der sozialpolitischen Westerwelle grenzt es an Leichtsinn, das Wohl der KinderSchwarz-Gelb zu überlassen.
Foto: AWO
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