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 hinnerk 
02/102222
kultur: bühne
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03/10
Ob man Gayle Tufts nun als Dinglish-Queen, als TV-Quasselstrippe oder als stimmgewaltiges Bühnen-Unikum kennt – mit ihrem neuen Programm „Every-body‘s Showgirl“ setzt die amerikanische Wahldeut-sche neue Akzente.
Frau Tufts, sehen Sie sich eigentlich alsFeministin?
Ja, natürlich. Oder zumindest als Tochter des Femi-nismus. Ich meine, ich bin Madonna-Fan. Madonnawürde man auch nie absprechen, dass sie Femini-stin ist. Obwohl sie sich die Achseln rasiert. Ich habemir diese Fragen nie gestellt, ob man gleichzeitigintellektuell und attraktiv sein kann. Natürlich kannman.
Ich frage nur, weil Sie Ihre neue Show„Everybody‘s Showgirl“ nennen. Das klingt sonach Konsens, während Feminismus ja meistetwas Unbequemes hat.
Ja, aber ich war nie unbequem. Ich bin wirklich nett.Und mal ehrlich: Klar, ich nenne diese Show „Every-body‘s Showgirl“. Wer da das Augenzwinkern nichtbis in die allerletzte Reihe hört, dem kann ich auchnicht helfen. Ich meine, ich bin 49 und ich weiß wie ichaussehe. Natürlich bin ich kein Showgirl. Auf der an-deren Seite sage ich aber: Wir sind alle Showgirls.Und es ist höchste Zeit, dass wir alle unsere innerenShowgirls befreien. Darum geht es in meiner Show.
Wollen Sie damit auch die fastvergessene Form des großenEntertainments wieder beleben?
Naja, so groß ist es im Endeffekt ja dann auch wiedernicht. Aber klar, ich habe eine geile Band. Ich habedrei knackige Tänzer. Eine Bühne voller netter Män-ner also. Ich werde Obst auf dem Kopf tragen wieCarmen Miranda und mein Leben als Mini-Musical insieben Minuten nachspielen. Da sollte für jeden wasdabei sein.
Also doch ganz großes Entertainment!
Das Ding ist doch: Ich mache eine One Woman Show.Und das ist eine Form, die hier in Deutschland kaumexistiert. In Amerika haben wir Barbra Streisand, wirhaben Shirley MacLaine, wir haben Bette Midler, wirhaben Liza Minelli. Wir haben auch Beyoncé. Diemacht im Endeffekt auch eine One Woman Show.Oder Britney Spears. Na gut, Britney ist eine One Wo-man Reality Show. Aber was ich sagen will: sowasgab es in Deutschland lange Zeit überhaupt nicht.Da gab es nur Ute Lemper, oder... Tja, oder Männer,die verkleidet waren als Ute Lemper. Diese Mischungaus Musik und Comedy war nicht da. Das fängt mitLeuten wie Barbara Schöneberger oder Ina Müllergerade erst wieder an.
Es ist auffällig, dass Sie viel mit Schwulenzusammenarbeiten. Haben Sie Probleme mitHeteromännern?
Nein, überhaupt nicht. Und das ist ganz witzig: Dieschwulen Männer, mit denen ich zusammen bin, ha-ben auch kein Problem mit denen. Bei uns geht esnicht um die Sexualität, sondern einfach darum, obein Typ ein Arschloch ist oder nicht. Dafür haben wireinen sehr guten Instinkt. Zugegeben, wir können allenicht so gut mit Machos. Auf der anderen Seite aberauch nicht mit extremen Softies. Es geht darum, obein Mensch intelligent ist und Humor hat. Ich mussbei so was immer an meine Zeit in den Achtzigern inNew York denken. Damals gab es diese Trennung zwi-schen Heteros und Schwulen überhaupt nicht. Auchnicht zwischen Schwulen und Lesben. Unsere großeFrage war immer nur, ob der Club gut ist. Und ob wirumsonst reinkommen. Und dass wir als Gruppe zu-sammen bleiben. So bin ich bis heute. Für mich sindwir alle alte Hippies. Oder junge Hippies. Wie man‘snimmt.I
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Gayle Tufts: „Everybody’s Showgirl“. 20. März und 16. Mai,Laeiszhalle www.gayle-tufts.de 
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Alte Hippies
Gayle Tufts belebt mit ihrem neuen Programm das Genre der großen One Woman Show
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kultur: film
Streng katholisch
„Rock Haven“: Coming-out-Geschichte in der Gay-Filmnacht
Brady und seine streng katholische Mutter ziehenin die kleine Stadt Rock Haven an der kalifonischenKüste. Als Brady sich zum hübschen Nachbarsjun-gen Clifford hingezogen fühlt, hat er ein Problem.Denn für seine Gefühle zu einem anderen Jungengibt es in der religiösen Welt seiner Familie kein Ver-ständnis. Doch der ebenfalls schwule Clifford lässtnicht so schnell locker…„Rock Haven“ läuft im März in der Gay-Filmnachtim CinemaxX, die
hinnerk 
präsentiert. David Lewishat in seinem Langfilmdebüt die Unvereinbarkeitvon Religion und Homosexualität thematisiert. Ergeht dabei zwar mitunter etwas lehrbuchhaft vorund bleibt in seiner Inszenierung auch recht kon-ventionell. Aber die Liebesgeschichte zwischen sei-nen beiden jugendlichen Helden ist ihm trotzdemganz überzeugend gelungen, man wird gut unter-halten.„Rock Haven“ erzählt eine gefühlvolle und ro-mantische Coming-Out-Geschichte, in der die gran-diose Küstenlandschaft der Bodega Bay (kennt manaus „Die Vögel“) die widersprüchliche Kulisse fürdie eingesperrten Gefühle ihrer Bewohner abgibt.David Lewis’ erster Spielfilm sorgte weltweit aufschwul-lesbischen Festivals für Furore und wurdemehrfach mit Publikumspreisen ausgezeichnet. Wirverlosen fünf mal zwei Tickets für die Vorstellung imCinemaxX Hamburg Wandsbek, die am 26. Märzläuft (siehe unten).
Wir verlosen 5x2 Tickets für die die Vorstellung im CinemaxX Wandsbek am 26. März. eMail mit dem Stichwort „Rock Haven“ an verlosung@hinnerk.de 
Rock Haven, Drama USA 2007, 78 Min., Regie: David Lewis, mit: Sean Hoagland, Owen Alabado, u.a.CinemaxX Hamburg-Wandsbek: 26.3., 20.15 Uhr; weitere CinemaxX-Termine: Hannover: 19.3., Kiel: 21.3.,Oldenburg: 28.3., jeweils 20 Uhr.www.gay-filmnacht.de 
 
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03/10
kultur: musik
Frischfleisch
genial
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mies
Manche „DSDS”-Sieger schaffen mitviel Mühe noch ein zweites Album. Einkleines Wunder also, dass der von der„Bild“ gewohnt subtil geoutete FadyMaalouf, in der 08er-Saison Vize-„Su-perstar“ hinter Thomas Godoj, mit ei-nem weiteren Silberling um die Eckekommen darf. Da gibt es zarten Euro-disco („Into the Light”) oder mildenFunk („Some Music“) und viele ehergesichtslose Midtempo-Balladen wie„My Heart“ oder „Holding On To Wa-ter“. Gut ins Ohr gehen dagegen dieausgefeilte Ballade „I Still Cry“ unddas beinahe hymnische „SummerRain“. Funktioniert gut als Bügel- oderPutzplatte und klingt unterm Strich al-lemal abwechslungsreicher als derWegwerf-Pop des Kollegen MarkMedlock. T
ORSTEN
B
LESS
www.fady-maalouf.de 
Fady Maalouf: „Into the Light”
(Columbia/Sony)
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Pop
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Klassik
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Indie-Folk
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Schnör-kel-Pop
Die Bratsche – die steht im Orchesterzumeist im Schatten. Nils Mönkeme-yer, Echo-Preisträger 2009 als besterNachwuchskünstler, will das ändern.Er hat das Instrument in die Klassik-Charts gebracht. Sein drittes Albumwidmet der schwule Musiker, der seineKonzerte locker plaudernd moderiert,Robert und Clara Schumann sowie Jo-hannes Brahms. Mit Originalkomposi-tionen und Bearbeitungen von Kla-vierstücken und Liedern spüren Mön-kemeyer und seine Mitstreiter Nicho-las Rimmer (Klavier) und Hannah We-ber (Cello) dem romantischen Gefühlnach. Das ist kein bisschen gespreiztoder schwülstig. Hier wird direkt, an-sprechend, leidenschaftlich und sehratmosphärisch gespielt.E
CKHARD
W
EBER
www.nilsmoenkemeyer.de 
Nils Mönkemeyer: „In dunklen Träumen“
(Sony Classical)
Was für die einen einfach nur schwu-ler Weicheiergesang ist, hat für andereeinen wohlig schmeichelnden, sanftenKlang. Prägnant ist die Stimme des is-ländischen Sängers und Multiinstru-mentalisten Sindri Már Sigfússon alle-mal. Sein Indie-Folk-Projekt liefert aufdem zweiten Album „Album „We BuiltA Fire“ nun recht opulent und pompösorchestrierter Begleitung zu Sigfús-sons lässig-naiven Songs. Streicher,Mundharmonika, Glockenspiel, Piano,Gitarren, Trompeten – knauserig warman da bei den Aufnahmen keines-wegs. Nur wie knurrige Seebärenklingt das nicht wirklich, da könnenauch rockigere Nummern wie „Soft-ship“) den Gesamteindruck nicht maß-geblich ändern. A
XEL
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CHOCK
Live: 2.3., Hamburg, Hafenklang www.myspace.com/seabear 
Seabear: „We built a fire“
(Morr Music)
Owen Pallett: „Heartland“
(Domingo)
„Pop Idol“, „Britain‘s Got Ta-lent“ oder „The X-Factor“ –keine Castingshow in Großbri-tannien, in der Simon Cowellnicht die Finger drin hätte.Doch im Gegensatz zu unse-rem Dieter Bohlen bringt Cowell tatsäch-lich international vermarktbare Starshervor. Jüngster Schützling nach SusanBoyle und Leona Lewis ist die 21-jährige„X-Factor“-Siegerin Alexandra Burke. IhrDebütalbum wurde knallhart mit Hilfevon Co-Produzenten wie StarGate, Red-One und US-Rapper Flo Rida für denWeltmarkt produziert. Das Resultat kannsich durchaus hören lassen, sofern manauf R‘n‘B der schnelleren Sorte steht.Mit Balladen wie dem Leonard-Cohen-Klassikers „Hallelujah“ und „They Don‘tKnow“ darf Burke zwar auch mal zeigen,wie stimmgewaltig sie eigentlich ist, an-sonsten aber sorgen satte Beats undElektroelemente für lustvoll-poppigeDancefloor- und Radiotauglichkeit.A
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CHOCK
Alexandra Burke: „Overcome“ www.alexandraburkeofficial.com 
 
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„Ich bin schwul, aber singe nicht nurüber schwule Themen. Meine Musikist aber total blumig schwul“ – OwenPallett ist ein verrückter Hund. Der 30- jährige Kanadier ist ausgebildeter Vio-linist und bastelt seit 2005 an ver-trackten, zart-bittersüßen Popsongs,zuerst unter dem Pseudonym „FinalFantasy“. Seine Stimme erinnert einbisschen an Christopher Cross oderNeil Tennant von den Pet Shop Boys.Bei seinem eigenen Album arbeiteteer mit den Prager Symphonikern undunterlegte sie ab und an mit nerdySynthie-Sounds. Das kann ein biss-chen anstrengend sein, aber geradedie melancholisch-verträumten Balla-den „Red Sun No.5“ oder „E is forEstranged“ sind zauberhaft-dramati-sche Song-Perlen. B
JÖRN
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EINFRANK
www.OwenPallettEternal.com 
Das Debütalbum der „X-Factor“-Siegerin Alexandra Burke

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