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Besser könner wt

Besser könner wt

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03/10/2010

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„Lieber Besserkönner als Besserwisser – Sifu Victor Gutierrez“Sifu Victor Gutierrez, 5. PG WT, Nationaltrainer für Spanien und Portugal, zur von Großmeister Kernspecht angestoßenen Diskussion zum Stellenwert des Chi-Sao innerhalb des WingTsun ...Das Imperium schlägt jetzt zurückIch war es schon seit langem leid, dass mich immer wieder Schüler nach irgendwelchenabenteuerlichen Techniken oder unwichtigen Variationen von Chi-Sao-Sektion fragten, die sie imInternet jemanden anders hatten machen sehen.Nach den letzten turbulenten Jahren, mit den sich selbst überschätzenden Abspaltungen vonfrüheren Schülern und Kollegen, wurde ich das Gefühl nicht los, dass unsere EWTO in einegefährliche „Sektions-Falle“ geraten sei.Auf der Suche nach möglichen Antworten reiste ich nach Deutschland und Italien, um mich beimeinem Si-Fu über den letzten Wissenstand und über möglicherweise neue und eventuellraffiniertere Chi-Sao-Sektionen schlau zu machen.Ich stellte fest, dass viele Techniker, die vor Ort trainierten, die selben Verunsicherungen unddenselben Frust spürten wie ich. Diese ständigen sinnlosen Sektionsänderungen undspitzfindigen Details brachten sie nur noch mehr durcheinander. Alle, mich eingeschlossen,warteten auf das Machtwort des einzigen, der dem unrealistischen Spuk ein Ende bereitenkonnte. Aber zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als ob Si-Fu dem bösen Spiel einfach nur zusah, alles beobachtete, aber nicht eingreifen wollte. Meine Wut darüber, dass Menschen, die bis dahin unsere Kollegen gewesen waren, sich einfachneue Bewegungen einfallen ließen, um sich damit von uns zu unterscheiden, sich eitel zuprofilieren und uns die Schüler zu verunsichern und abspenstig zu machen, wuchs mit jedemTag.War es denn nicht so, dass alle, die WT in der Welt verbreitet hatten, wie ich Schüler von demselben Si-Fu gewesen sind? Die Meister, die im Namen unserer Organisation auf der ganzenWelt WT verbreitet hatten, wurden auf einmal in Frage gestellt, und manche, die früher respektvoll „Si-Fu“ zu ihm sagten, nannten ihn jetzt, aus der sicheren Ferne der Reichweiteseiner Arme, „Herr Kernspecht“.Ich fühlte mich auf mich allein gestellt und begann mich an meine Anfänge zu erinnern, unddaran, dass unser aller Si-Fu immer gesagt hatte, dass WT nicht aus einzelnen,aneinandergereihten „toten“ Techniken besteht, sondern ein geniales Konzept ist, woFeinfühligkeit und Anpassungsfähigkeit über Detailwissen herrscht. Si-Fu hatte mich zum Meister ernannt, also wollte ich mich würdig erweisen und begann, in der Zeitschrift „KampfkunstInternational“ meines Freundes Alfredo Tucci Artikel zu schreiben über alle die Ideen undInterpretationen des Grundprinzips, die mir aufgrund dieser Erinnerung an die Lehre meines Si-Fus kamen.Ich hoffte damit, die Schüler und uns Lehrer selbst aufzurütteln und aus der Lethargie und demTeufelskreis des Erfindens eigener Variationen von noch mehr „toten“ Techniken zu lösen undwieder auf den bewährten, alten Weg der EWTO zu führen und uns aus der teuflischen Falle zubefreien, die uns vorlügt, dass „Mehr mehr ist“.Ich weiß, dass viele meiner Kollegen es so aufgefasst haben als ob ich vorgab, etwas Neueserfunden hatte, als ich etwas von „Re-Evolution“ schrieb. Aber ich weiß, dass ich Si-Fu allesverdanke und dass man im WingTsun nichts Neues erfindet, jeder kann das ewige Konzept desWT nur neu oder anders interpretieren, je nach dem Grad seines Verständnisses oder Unverständnisses.Als Si-Fu dann endlich dieses Jahr zu mir nach Barcelona kam und mit jedem meiner Techniker-Schüler im Chi-Sao und Lat-Sao „spielte“, jede Frage überzeugend und auch körperlich mitgrößter Leichtigkeit beantwortete, ergriff mich wieder die alte Begeisterung. Kurz darauf reiste ichzu Si-Fu nach Kiel und nahm zwei Tage lang Chi-Sao-Unterricht: Dieses Erlebnis war mehr als
 
überzeugend!Zu meiner Verwunderung stellte ich dann fest, dass Si-Fu die Gesamtsituation mehr oder weniger genau so einschätzte wie ich. Und dass Allerbeste ist, dass sein superweiches Chi-Sao sich100%ig auf die oben genannten Grundsätze stützt. Es war ein Hochgenuss, von meinem altenSi-Fu (damit meine ich nicht sein Lebensalter) zu lernen, der in absoluter körperlicher Hochformund unglaublich motiviert und enthusiastisch das purste und technikloseste WingTsunhervorbringt, das ich mir jemals erträumen könnte. Gefühlvoll, hinreißend, großmeisterlich, aber völlig ohne Meisterallüren trainierte er mit mir jeden Mittag drei Stunden in der Sonne auf seinemBalkon. Da gab es keine festen Bewegungsabläufe, die Bewegungen entstanden wie von selbstoder genauer durch meine Impulse, wenn ich mich bemühte, seine fließenden Angriffeabzuwehren, um mich damit nur noch mehr in Schwierigkeiten zu bringen ...WT in Vollendung, Chi-Sao nicht als verspieltes Endziel, sondern endlich als Vorbereitung zumrealistischen Kampf.Das ist genau mein Traum, an dieser aufregenden Entwicklung möchte ich mitwirken, alsSchüler, als EWTO-Meister und Nationaltrainer und als Herold und Vertreter der EWTO!Ich hoffe, dass das gesamte Studiensemester der EWTO im Januar 2007 mit den bulgarischenProfessoren ihr auswärtiges WingTsun- und Sport-Studium auf Teneriffa durchführt, damit ichmeinen Kollegen die Schönheiten unserer Insel zeigen und mit ihnen unter meinem Si-Futrainieren kann.Auf die Zukunft und eine starke gemeinsame EWTO!Victor Gutierrez6. Meistergrad WingTsunNationaltrainer Spanien und PortugalGroßmeister Keith R. Kernspecht zum Stellenwert des Chi-Sao innerhalb des WingTsun ...Liebe Mitglieder, liebe Schüler, liebe Kollegen,Auf meine letzten Editorials, deren Stoßrichtung ich fortsetzen werde, bis mein Ziel erreicht ist,habe ich zahllose Rückmeldungen bekommen und ich möchte diese Feedbacks mit Euch teilen.Wie Ihr Euch vielleicht erinnert, provozierte ich mit der Feststellung, dass mit der gewaltigenWissensvermehrung innerhalb der EWTO eine Verschlechterung der Kampffähigkeit desEinzelnen zu beklagen ist.Das dürfte keinen überraschen, der meinen persönlichen zwanzig Jahre alten kategorischenImperativ „Weniger ist mehr“ in Erinnerung hat. Kein Vorteil ohne Nachteil. So ist es eben.Und ebenso natürlicherweise wird es zu dieser Entwicklung aufgrund meines Gegenlenkens eineAntithese geben: die Überbetonung des heutzutage vergessenen und nahezu unbekanntgewordenen Reaktionstrainings.Dass die wertvollen Sektionen aber nun nicht vernachlässigt werden, dafür sorgen schon diePrüfungsbestimmungen und die herrlichen Tutorials von meinem Si-Fu GGM Leung Ting, der gerade im Schloss weilt und den Hochgraduierten die Arbeit an der Tripodalpuppe, die Chi-Gerk-Sequenz und den nächsten Teil des Langstock-Programmes beibringt. Sein Wochenthema istübrigens bemerkenswerterweise: „Es gibt keine festen Reihenfolgen.“Wer einen Missstand entdeckt hat und ihn, so es in seiner Macht steht, nicht ändert, macht sichals Mittäter schuldig, das wusste schon Bertold Brecht, dessen Lyrik ich gerade mit Nutzen lese.Chi-Sao war immer meine Stärke, sowie die daraus für die Selbstverteidigung genutztenreflexartigen Reaktionen. Ich persönlich will mich schwerpunktmäßig das ganze nächste Jahr,und wenn nötig, solange wie es dauert, dem sträflich vernachlässigten Einpflanzen von „WT-Reflexen“ widmen. Und ich werde in diesem Sinne auch die TG-Prüfungen sehr gewissenhaftdurchführen. Vorbereitungszeit eingehalten zu haben und auswendig Gelerntes vorzutragen ist
 
Voraussetzung, aber nicht genug und nicht das Wesentliche!Denn ohne schnelle Reaktion aufgrund taktiler Reize gibt es kein richtiges WT. WT ist Umsetzendes kraftlosen taoistischen Prinzips des Nachgebens, aber nicht Abspulen choreographierter Partnerformen, mögen sie auch noch so ausgeklügelt sein.Ich will nicht tatenlos zusehen, wie aus WingTsun-Könnern mit der Zeit Sammler toter Technikenund WingTsun-Besserwisser werden.Der letzte Punkt meines EWTO-Prüfungszettels für TG- und Praktikergrade zeigt deutlich,welchen Wert ich immer auf das Wichtigste im WT gelegt habe und was für mich stetspraktisches Prüfungsthema Nr.1 war und ist:„Allgemeine Reaktion, Kampffähigkeit“!Das war es, was ich immer vorzüglich prüfte, bei denen, die sich mir zur Prüfung vorstellten. Daes nur ein gutes halbes Dutzend kampfrelevanter semireflexartiger Reaktionen gibt, mache ichauf diesem Prüfungsgebiet, das es so nur bei mir in Europa gibt, tatsächlich „mit jedemdasselbe“.Allerdings passe ich mich dem Niveau des Kandidaten an. Das bedeutet aber auch, dass icheinen Maßstab mit mir herumtrage, an dem sich die Reaktion des Betreffenden prüfen lassenmuss: sozusagen mein „Chi-Sao-Meter“:Wenn ich langsam angreife, dann erwarte ich, dass der Kandidat nicht schneller abwehrt. Auchseine Druckstärke soll meine nicht übertreffen. Muss er zur Abwehr mehr Schnelligkeit oder mehr Kraft aufwenden als ich beim „Angriff“, dann zeigt mir das, dass er eben nicht den WT-Prinzipienfolgt.Selbst, wenn er dann diesen Angriff – unter Aufbietung aller Kraft und Schnelligkeit – überstehenwürde, gibt ihm das bei mir keine gute Note, denn durch seinen Widerstand und durch seinen mir übermittelten Impuls fällt er dem Folgeangriff zum Opfer. Bei aller Vorliebe für „lebendiges“ Chi-Sao will ich jedoch mitnichten die (aus anderen Gründen)nötigen und bewährten Sektionen (Zwei-Mann-Chi-Sao-Formen) abschaffen oder ersetzen. Undschon gar nicht durch sog. „Freies Chi-Sao“.Tatsächlich unterrichte ich nicht wirklich „freies Chi-Sao“. Auch das ist nicht die Lösung.Stattdessen gehe ich mit klarem Plan und dezidiertem Programm vor, wenn ich die essentiellenWT-Reaktionen „einpflanze“. Ich als „Reflexeinpflanzer“ muss dabei nachdenken, damit ichmeinen Schüler in die Lage versetzen kann, später im Kampf nicht mehr nachdenken zu müssen.Von „freiem Chi-Sao“ oder genauer dem, wie es betrieben wird, halte ich weniger, weil man dabeiunsystematisch und nur unvollständig lernt. Man ist dann nur auf die wenigen Angriffe vorbereitet,die die Spezialität des jeweiligen Si-Fus sind. Nur ein wissenschaftlich fundiertes undsystematisches Unterrichtskonzept bereitet auf a l l e möglichen Situationen vor. Aber das könntIhr alles in GGM Leung Tings Werk „WingTsun Kuen“ nachlesen, dem ersten vollständigen Buchüber die Kampfkunst seines Si-Fus Yip Man. Es ist nach wie vor das beste WingTsun-Buch auf dem Markt und maßgeblich und unverzichtbar!Euer Sifu Keith R. Kernspecht Nun aber zu den Zuschriften: Victor Gutierrez, 6. PG:Das Imperium schlägt jetzt zurückIch war es schon seit langem leid, dass mich immer wieder Schüler nach irgendwelchen

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