3Stellungnahme Dr. Joachim Mutter zur Antwort von Prof. A. Lerchl vom 11. 02. 2010
„Dies zeigen jetzt auch die neuesten Ergebnisse der bisher größten und aufwendigsten Studie der Geschichtezu diesem Thema (WHO Studie) oder
andere Studien:
Junge Erwachsene, welche in ihrer Kindheit oderJugend mit dem Handy telefonierten, haben ein 5,2 fach erhöhtes Risiko an einem bösartigen Hirnkrebs zuerkranken, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, welche nie mit dem Handy telefonierte.“Später fasse ich die Erkenntnisse in einer Auflistung von möglichen Krankheiten zusammen:„Nach derzeitigem Wissenstand können tatsächlich einige Beschwerden und Krankheiten durch die Handy-strahlung ausgelöst oder verstärkt werden: Kopfschmerzen, Tinnitus, Schlafstörungen. Blutdruckprobleme,psychische Krankheiten, Erregtheit trotz chronischer Müdigkeit, Kopfdruck, Sehstörungen, Asthma, Schlaf-störungen, Verhaltens-und Entwicklungsstörungen im Kindesalter, Infektanfälligkeit, Nervenschäden,Stoffwechselerkrankungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Infektanfälligkeit und alsschlimmste Konsequenzen neurodegenerative Erkrankungen und
Krebs.
Dies wurde von der russischenStrahlenschutzkommission im Jahre 2008 veröffentlicht.“In Ihremersten Email zweifeln Sie in suggestiver Frageform die Existenz solcher Studien zum Krebsrisiko an.Innerhalb der Interphone Studie (WHO), deren Endergebnis bis dato nicht veröffentlicht ist, gibt es aber Teil-Studien, die auf ein erhöhtes Tumorrisiko (3,9 fach) hinweisen. Das tun auch „andere Studien“, wozu ich Hardell(5,2 fach) zählte. Ich stützte mich u.a. dabei auf die bereits zitierte Studie von Hardell und auf eine Meldung desDaily Telegraph, der angab, Teile der Interphone Studie eingesehen zu haben.
6
Doch entscheidend
: Es dreht sich in Ihrer Kritik nicht darum, ob ein 3,2 fach, 3,9 fach oder 5, 2 –fach erhöhtesTumorrisko festgestellt wurde oder um Fragen der Krebsstatistik. Sie bestreiten
jedes
Risiko. Sie kritisieren meineZusammenfassung (s.o.) möglicher Krankheiten und Zusammenhänge, auch den mit Krebsals
Panikmache undVerstoß gegen die ärztliche Ethik:
„In der Langversion listen Sie nicht weniger als 20 Krankheiten bzw. Symptome auf, die "nach derzeitigemWissensstand" ... "durch die Handystrahlung ausgelöst oder verstärkt werden" können. Sie blenden hieroffenbar den tatsächlichen wissenschaftlichen Wissensstand komplett aus. Über Ihre Motivation zuspekulieren, warum Sie solche Art Panikmache betreiben, lohnt sich nicht. Tatsache ist allerdings, dass Siegesunde Menschen und Kranke verunsichern, verängstigen und mittelbar auch möglicherweise schaden(Angst macht krank. Aber wem sage ich das!). Verträgt sich Ihr Verhalten mit der ärztlichen Ethik?“ (Prof.Lerchl, 2.Mail)Hier sind wir beim Kernpunkt. Meine Auflistung bezeichnen Sie als Panikmache, mit der ich Menschen krankmache! Diesen Vorwurf weise ich entschieden zurück. Im Umkehrschluss bedeutet dies eine Anstiftung zurVerharmlosung. Diese Liste von Krankheiten finden Sie bei mehreren Autoren (z. B. RCNIRP-Appell, BioInitiativeReport). Bereits 1990 schrieb Becker:„Es ist hier nicht der Ort, auf die vielen Untersuchungen einzugehen, die einen Kausalzusammenhangzwischen Mikrowellenexposition und allen möglichen Krebsarten (nicht nur Gehirntumoren) und gene-tischen Missbildungen nahelegen. Die wissenschaftlichen Daten, über die wir gegenwärtig verfügen,bezeugen, dass Mikrowellen schon bei Stärkegraden weit unter dem thermischen Niveau bedeutsamebiologische Wirkungen haben. Die meisten dieser Wirkungen führen bei exponierten Personen und ihrennichtexponierten Nachkommen zu verschiedenen Krankheitszuständen, vor allem zu Krebs und genetischenDefekten. Dabei handelt es sich keineswegs um neuartige Krankheiten, die nur bei Mikrowellenexpositionvorkämen; nein, es sind unsere alten Feinde. Die Gefährdung entsteht dadurch, dass Mikrowellen wie jedesabnorme elektromagnetische Feld zu Stress, zur Schwächung des Immunsystems und zu genetischen Verän-derungen führen. Es bleibt also festzustellen, dass die Grenzwerte für die Bestrahlung, die die amerikani-sche Regierung als „ungefährlich“ ausgibt, in Wirklichkeit alles andere als ungefährlich sind“ ( S. 256 ff).Durch EMF ausgelöster Zellstress als Schädigungsmechanismus und Ursache dieser Krankheitsbilder, das ist inzwi-schen dutzende Malepubliziert, in vielen Einzelstudien
7
, Artikeln in umwelt-medizin-gesellschaft,
8
zuletzt in derAUVA-Studie (2009) und in der Spermienstudie von DeIuliis/Aitken (2009). In der Broschüre „Zellen im Strahlen-stress“ (2009) ist der gegenwärtige Forschungsstand zu zellulären Wirkungen grafisch dargestellt (s. Anhang, mitGenehm. d. Autoren).Aus Ihrer prinzipiellen, vom thermischen Paradigma geprägten Haltung heraus, bestreiten Siesolche Zusammenhänge mit der Konsequenz, dass keine Vorsorgepolitik in Deutschland stattfindet.
Commenting has been disabled.