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Matthias Michael
Miserable Krisenmanager Miserable KrisenmanageMiserable Krisenmanager Miserable Krisenmanage
Die Katholische Kirche hat ihre Situation nach Bekanntwerden der Die Katholische Kirche hat ihre Situation nach Bekanntwerden der Die Katholische Kirche hat ihre Situation nach Bekanntwerden der Die Katholische Kirche hat ihre Situation nach Bekanntwerden der vielen Missbrauchsfälle in ihren Reihen verschlimmert, weil sievielen Missbrauchsfälle in ihren Reihen verschlimmert, weil sievielen Missbrauchsfälle in ihren Reihen verschlimmert, weil sievielen Missbrauchsfälle in ihren Reihen verschlimmert, weil siekommunikativ versagt hatkommunikativ versagt hatkommunikativ versagt hatkommunikativ versagt hat
Wenn große Organisationen wie die Katholische Kirche oder der Deut-sche Fußballbund Krisen durchleben, ist plötzlich alles anders: Die Füh-rung verspürt ein Misstrauen bei den eigenen Mitarbeitern, Kunden bzw.Mitglieder wollen sofort umfassend Auskunft, viele kündigen die Mitglied-schaft oder Verträge, die ganze Organisation durchlebt eine angespannteZeit der Unsicherheit und Verletzlichkeit.Die Katholische Kirche durchlebt gerade ihre schwerste Krise seit Jahr-zehnten. Es ist eine Vertrauenskrise ersten Ranges. Wobei Vertrauen der höchste Wert ist, den eine Kirche ihren Mitgliedern verspricht, der Mar-kenkern sozusagen. Die Mitglieder stehen zu ihrer Kirche und zahlen Kir-chensteuer, weil sie Vertrauen zur Kirchenführung und vor allem zu ihrenPfarrern und Seelsorgern haben.Wenn dieses Vertrauen so schwer leidet wie im Moment, ist die Führunggefordert, konsequent zu handeln: Sie muss durchgreifen, zeigen, dasssie handlungsfähig ist, sie muss eine Strategie haben und diese glaub-würdig kommunizieren. Sie muss den Mitgliedern und der Öffentlichkeitzeigen, dass sie Herr des Verfahrens ist, dass sie die erste Quelle für Informationen ist, dass sie richtig, vollständig und transparent informiert.Sie muss öffentlich mitteilen, welche Schritte sie kurz-, mittel- und langfris-tig gehen wird. Sie muss Fehler eingestehen und um Entschuldigung beiden Betroffenen bitten. Sie muss also zeigen, dass sie wirklich alles daransetzt, um Vertrauen zurück zu gewinnen. Sie sollte sogar bewusst mehr tun, als von ihr erwartet wird.
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Dabei ist Krisenkommunikation Chefsache. Die Führung sollte wissen:Eine fehlende oder misslungene Kommunikation kann Krisen verstärkenoder erst entstehen lassen. Man unterscheidet zwischen Primärkrisen, diedurch Handlungsfehler in einer Organisation entstanden sind, und Sekun-därkrisen, die durch kommunikatives Fehlverhalten verursacht wurden.Bei der Katholischen Kirche kommt gegenwärtig beides zusammen.Eigentlich wäre jetzt also Führung gefragt – und ein professionelles Kri-senmanagement, vor allem eine Vertrauen stiftende Kommunikation. DieKirchenführer hätten sich sofort auf einen eloquenten, konsequent undinteger wirkenden Sprecher einigen können, der ihre Bemühungen umAufklärung, um Dialog, um Bestrafung der Täter und um Seelsorge der Opfer artikuliert. Aber das ist ausgeblieben.Stattdessen irritiert die Katholische Kirche wochenlang mit einer Kako-phonie aus zweifelhaften Kommentaren, Spekulationen und Polemiken.Da zieht Pater Eberhard von Gemmingen, der ehemalige Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, nach bekanntgeworde-nen Missbrauchsfällen an einem Jesuitenkolleg eine Analogie zwischender Situation seines Ordens und der Lage der Juden in der Zeit des Nati-onalsozialismus. Walter Mixa, Bischof von Augsburg, gibt der 68er Gene-ration eine Mitschuld am sexuellen Missbrauch, denn bei „der so genann-ten sexuellen Revolution“ hätten manche Moralkritiker die Legalisierungsexueller Kontakte mit Minderjährigen gefordert. Beide bleiben mit ihrenverschwurbelten Thesen im Ungefähren.Und Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,hat beharrlich und zäh geschwiegen, nachdem in etlichen katholischenEinrichtungen Fälle des sexuellen Missbrauchs bekannt geworden waren.Er hat versäumt, durch eine aktive Kommunikation einen Meinungsvor-
 
 
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sprung zu erzielen, seine reaktive Öffentlichkeitsarbeit zwingt die Kirchezur Rechtfertigung.„Wir müssen den Mut aufbringen, Unrecht sofort beim Namen zu nennen,da wo es passiert“, sagte Zollitsch so spät wie verkniffen: „Ich entschuldi-ge mich im Namen der Kirche in Deutschland bei allen, die Opfer einessolchen Verbrechens wurden.“ Er kann die Katholische Kirche nicht „ent-schuldigen“, das sollte er wissen. Er kann allenfalls die traumatisiertenund gequälten Kinder von damals und von heute um Entschuldigung bit-ten. In Krisensituationen können solche Marginalien Stimmungen undEindrücke beeinflussen. Die beinahe richtige Formulierung reicht dannnicht.Wieso kommen die Vorfälle jetzt geballt ans Licht? Hat die Kirche dieGelbphasen ihrer Krise nicht erkannt und nicht gehandelt? Hat ihr Früh-warnsystem versagt? Überreden, drohen und manipulieren funktioniertnicht mehr, wenn die Informations- und Enthüllungslawine in Gang ge-kommen ist. Es darf nicht passieren, dass Mitarbeiter ein Problem kom-men sehen, sich aber nicht trauen, es anzusprechen. Krisen entstehenvor allem da, wo angstgeleitet kommuniziert bzw. eben nicht kommuni-ziert wird. Kommunikationsverantwortliche sollten Zusammenhänge ken-nen, die Experten verschlossen bleiben. Aber wo sind die Kommunikati-onsverantwortlichen der Katholischen Kirche?Die Öffentlichkeit stellt in schwierigen Situationen höchste Anforderungenan Offenheit und Transparenz und an die Diktion der Sprecher. Die Me-dien wiederum fokussieren sich verstärkt auf ihre Rolle als Aufklärer, Auf-decker und Schlammwühler. Sie stellen eigens Journalisten für umfang-reiche Recherchen ab, was sie im Nachrichtenalltag wegen der anhalten-den Medien- und Anzeigenkrise und der damit einhergehenden Personal-verknappung in den Redaktionen kaum noch tun. Jetzt aber arbeiten siewieder investigativ, wie das die Journalisten selbst nennen, also untersu-

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